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Unfallbericht: Minibagger beschädigte 20-kV-Kabel

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Minibagger verursachte Störlichtbogen
Minibagger verursachte Störlichtbogen (Bildquelle: Feverpitched/iStock/Thinkstock)

Arbeitsauftrag

Im Verlauf eines 20-kV-Masse-Kabels sollten Erdarbeiten ausgeführt werden. Die Baufirma setzte für die Schachtarbeiten einen Minibagger ein. Aus Sicherheitsgründen war in der Nähe des Kabels eine Handschachtung vorgesehen. Die Baufirma orientierte sich bei den Arbeiten an dem Kabelplan.

Unfallhergang

Der Mitarbeiter der Baufirma schachtete mit dem Minibagger das Erdreich. Dabei achtete er streng darauf, ausreichend Abstand zur Führungslinie des 20-kV-Kabels einzuhalten. Im Lageplan nicht erkennbar war eine Kabelmuffe, die zudem schräg verlegt worden war.
Beim weiteren Schachten beschädigte der Mitarbeiter das Kabel, da er sich im „sicheren“ Bereich glaubte. Der Schaden führte zu einer sofortigen netzseitigen automatischen Abschaltung. Der Mitarbeiter verständigte sofort den Kolonnenführer und wollte ihm am Rand der Baugrube den Schaden zeigen. In diesem Moment erfolgte jedoch eine automatische Wiedereinschaltung, da kein „sauberer“ Erdschluss vorlag. Es kam zu einem Störlichtbogen, der dem Baggerfahrer Verbrennungen zufügte.

Unfallanalyse

Den Baggerführer trifft keine Schuld. Eine entsprechende Einweisung, wie bei Beschädigung des 20-kV-Kabels vorzugehen ist und welcher Sicherheitsabstand eingehalten werden muss, hätte Schlimmeres verhindern können.
Maschinelle Arbeiten in der Nähe von Kabelanlagen dürfen nur mit äußerster Vorsicht erfolgen. Nicht selten muss mit Abweichungen bei Kabelplänen gerechnet werden.
Bei Beschädigung eines Kabels ist die Netzleitstelle sofort zu informieren und die Baugrube in Abhängigkeit von der Spannungshöhe in ausreichendem Abstand zu sichern. Solange die Netzleitstelle keine Abschaltung vorgenommen hat, muss bei teilweiser Beschädigung der Kabelisolation mit einer Wiedereinschaltung gerechnet werden.

Hinweis: Die Bau-BGen haben zu der Thematik ein Merkblatt „Erdarbeiten in Kabelnähe“ erarbeitet.

Autor: Dr.-Ing. Jens Jühling

Jens Jühling

Dr.-Ing. Jens Jühling - Leiter der Abteilung Prävention der BG ETEM

Jens Jühling ist Technischer Sekretär der Internationalen Sektion Elektrizität der IVSS (Internationale Vereinigung für soziale Sicherheit) und seit 2006 Leiter der Abteilung Prävention.

Seit vielen Jahren arbeitet er im Normungsbereich „Arbeiten unter Spannung“ mit. Derzeit ist er Obmann des Normungskomitees K214 und deutscher Vertreter in der Live Working Association.

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Kommentare

Von Thomas Sachs |

Das Merkplatt gibt es hier: http://www.bgbau-medien.de/bau/bau508/titel.htm?gesamt=1

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