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Anforderungen an in der Elektrotechnik Tätige

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Die Norm DIN VDE 1000-10 beschreibt die Anforderungen an in der Elektrotechnik Tätige
Die Norm DIN VDE 1000-10 beschreibt die Anforderungen an in der Elektrotechnik Tätige. (Bildquelle: kadmy/iStock/Getty Images)

Elektrotechnische Arbeiten sind mit Gefahren verbunden, die zu schweren Sach- oder gar Personenschäden führen können. Daher sind bestimmte elektrotechnische Qualifikationen, wie eine fachliche Ausbildung, klar definierte Aufgabengebiete und Kenntnisse von Normen und Vorschriften Voraussetzungen für die Ausführung dieser Tätigkeiten.

Bereits seit der ersten Fassung der Norm DIN VDE 1000-10 vom Mai 1995 sind die Begriffe Elektrofachkraft, elektrotechnisch unterwiesene Person und verantwortliche Elektrofachkraft definiert.

Im Abschnitt 4 der DIN VDE 1000-10 ist nachzulesen:

„Elektrofachkraft ist, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung,
Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Normen die ihr übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.

Elektrotechnisch unterwiesene Person ist, wer durch eine Elektrofachkraft über die ihr übertragenen Aufgaben und die möglichen Gefahren bei unsachgemäßem Verhalten unterrichtet und erforderlichenfalls angelernt sowie über die notwendigen Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen belehrt wurde.

Verantwortliche Elektrofachkraft ist, wer als Elektrofachkraft die Fach- und Aufsichtsverantwortung übernimmt und vom Unternehmer dafür beauftragt ist.“

Aufgaben der Elektrofachkraft

Der nachfolgend wiedergegebene Abschnitt 1 „Anwendungsbereich“ der Norm DIN VDE 1000-10 verdeutlicht, dass Elektrofachkräfte nicht nur handwerkliche Arbeiten vor Ort ausführen.

„Diese Norm gilt für die fachlichen Anforderungen an die im Bereich der Elektrotechnik tätigen Personen, die im Rahmen ihrer Aufgaben Tätigkeiten ausführen, die von Bedeutung für die elektrische Sicherheit sind, z.B. für das:

a) Planen, Projektieren, Konstruieren

b) Einsetzen von Arbeitskräften

  • ...

c) Errichten

d) Prüfen

  • ...

e) Betreiben

  • ...

f) Ändern“

Im Abschnitt 5 „Anforderungen“ wird weiterhin Folgendes festgelegt:

„5.1: Die Tätigkeiten nach Abschnitt 1 dürfen grundsätzlich nur von Elektrofachkräften selbstständig, von anderen Personen nur unter Leitung und Aufsicht von Elektrofachkräften durchgeführt werden, wobei den jeweiligen Tätigkeitsmerkmalen je nach Schwierigkeitsgrad entsprechend abgestufte Qualifikationsmerkmale zuzuordnen sind.“

Welche Ausbildung ist für Elektrofachkräfte erforderlich?

Hierzu steht in DIN VDE 1000-10 im Abschnitt 5.2:

„Die Anforderung nach der fachlichen Ausbildung für bestimmte Tätigkeiten auf dem Gebiet der Elektrotechnik ist in der Regel durch den Abschluss einer der nachstehend genannten Ausbildungsgänge des jeweiligen Arbeitsgebietes der Elektrotechnik erfüllt:

  1. Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf zum Gesellen/zur Gesellin oder zum Facharbeiter/zur Facharbeiterin,
  2. Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker/zur staatlich geprüften Technikerin,
  3. Ausbildung zum Industriemeister/zur Industriemeisterin,
  4. Ausbildung zum Handwerksmeister/zur Handwerksmeisterin,
  5. Ausbildung zu Diplomingenieur/zur Diplomingenieurin.“

Was gilt für die verantwortliche Elektrofachkraft?

In DIN VDE 1000-10 heißt es im Abschnitt 5.3:

„Für die verantwortliche fachliche Leitung eines elektrotechnischen Betriebes oder Betriebsteiles ist eine verantwortliche Elektrofachkraft nach 4.1 erforderlich und grundsätzlich eine Ausbildung nach 5.2 b) oder 5.2 c) oder 5.2 d) oder 5.2 e) Voraussetzung.“

Dies erfüllen Techniker, Industriemeister, Handwerksmeister oder Diplomingenieure – nicht jedoch Gesellen bzw. Facharbeiter.

In Abschnitt 6 dieser Norm finden sich Aussagen zur Verantwortlichkeit. Kernaussage des Abschnitts: Für die elektrotechnische Sicherheit ist nur die verantwortliche Elektrofachkraft und nicht die disziplinarisch übergeordnete Person verantwortlich.

Zur Veranschaulichung sei folgende Situation geschildert:

Aus der Praxis kam im Laufe der Jahre immer wieder die folgende Forderung:

Einem Elektrogesellen, der schon seit Jahren in dem elektrotechnischen Betriebsteil eines Industriebetriebs tätig ist und dessen verantwortlicher Leiter, z.B. Meister (verantwortliche Elektrofachkraft), in den Ruhestand geht, sollte die Fortführung dieses elektrotechnischen Betriebsteils gestattet sein, da er aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im betreffenden Betrieb mit allen elektrotechnischen Einrichtungen bestens vertraut ist.

Die Entscheidung dazu kann nur durch die Betriebsleitung erfolgen – wenn nötig, kann eine verantwortliche Elektrofachkraft (z.B. Meister eines außenstehenden Elektroinstallationsbetriebs) als Berater hinzugezogen werden.

Aber auch bei einer entsprechenden fachlichen Qualifikation des Gesellen kann die Ausnahmeregelung nur für den Betriebsunterhalt gelten, nicht jedoch für Neuinstallationen. Ebenso kann diese Ausnahme nicht in Anspruch genommen werden, wenn in dem betreffenden elektrotechnischen Betriebsteil noch weitere Elektrofachkräfte tätig sind, also wenn für die Leitung eine Fach- und Führungsverantwortung erforderlich ist.

Es ist unstrittig, dass für die fachliche Leitung und Führung eines elektrotechnischen Betriebs Kenntnisse erforderlich sind, die eine Elektrofachkraft mit dem Abschluss eines Ausbildungsberufs der Elektrotechnik als Geselle/Facharbeiter oder einer entsprechenden durch langjährige Tätigkeit gleichzusetzenden Qualifikation nicht besitzt.

Autoren: Dr.-Ing. Peter Hasse, Dipl.-Ing. Walter Kathrein

Der Beitrag wurde im August 2018 aktualisiert.

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