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Prüffristen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel

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Die Prüfintervalle richten sich nach der Art des Betriebsmittels und nach seinem Einsatzgebiet.
Die Prüfintervalle richten sich nach Art und Einsatz des Betriebsmittels (Bildquelle: kadmy/iStock/Thinkstock)

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen sicher betrieben bzw. benutzt werden können. Die Verantwortung dafür liegt beim Unternehmer. Bei ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln liegen Richtwerte für die Prüffristen vor. Gemäß § 3 der Betriebssicherheitsverordnung muss die Ermittlung der erforderlichen Prüffristen jeweils im konkreten Fall und anhand einer Gefährdungsbeurteilung erfolgen.

Aus der Verantwortung für Sicherheit und Gesundheit seiner Mitarbeiter heraus muss sich der Unternehmer vom Errichter oder Hersteller einer elektrischen Anlage oder eines elektrischen Betriebsmittels bestätigen lassen, dass diese den Unfallverhütungsvorschriften (UVV) entsprechen und gemäß dem "Stand der Technik" errichtet sind.

Prüffristen für Wiederholungsprüfungen

Um den sicheren Betrieb zu gewährleisten, sind in regelmäßigen Abständen Prüfungen Prüfungen durch eine Elektrofachkraft erforderlich. Die Prüfintervalle für die Wiederholungsprüfungen richten sich nach der Art des Betriebsmittels und nach seinem Einsatzgebiet. Denn vom Konstruktionsprinzip her ähnliche Geräte sind z.B. auf einer Baustelle ganz anderen Belastungen ausgesetzt als im Büro.

Der Gesetzgeber unterscheidet

  • ortsfeste elektrische Betriebsmittel,
  • ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel,
  • stationäre Anlagen und
  • nicht-stationäre Anlagen.

Die untenstehende Tabelle gibt eine Übersicht über Richtwerte für die Prüffristen von Wiederholungsprüfungen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel.

Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel

Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel sind solche Betriebsmittel,

  • die während des Betriebs bewegt werden können,
  • die leicht von einem Platz an einen anderen Platz gebracht werden können, während sie an den Versorgungsstromkreis angeschlossen sind,
  • die während des Betriebs üblicherweise in der Hand gehalten werden.

Beispiele für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel sind: handgeführte Elektrowerkzeuge, Bürogeräte, Laborgeräte, Küchengeräte, Kabeltrommeln, Verlängerungskabel

Tab. 1: Ermittlung von Prüffristen für die Wiederholungsprüfungen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel (Quelle: Elektrocheck)
Klicken Sie auf die Abbildung, um sie zu vergrößern.

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Die obige Tabelle enthält Richtwerte, die als ausreichende Fristen angesehen werden können, solange die Fehlerquote 2 % nicht übersteigt.

Festlegung der Prüffristen

Beachten Sie die beiden folgenden Punkte:

  1. Die angegebenen Prüffristen dienen nur noch als Orientierungshilfe und Handlungsanleitung für die Wiederholungsprüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel. Gemäß § 3 der Betriebssicherheitsverordnung muss die Prüffristenermittlung anhand einer Gefährdungsbeurteilung erfolgen.
  2. Die genannten Prüfintervalle gelten für Geräte, die unter normalen Beanspruchungen zum Einsatz kommen. Bei erhöhter Belastung, etwa durch Temperatur, Staub, Feuchtigkeit oder ähnliche Umgebungseinflüsse, müssen die Fristen zur Prüfung derart belasteter Anlagen und Betriebsmittel verkürzt werden.

Abb. 1: Prüffristen elektrischer Arbeitsmittel gemäß Betriebssicherheitsverordnung (Bildquelle: Elektrocheck)

 Prüffristen elektrischer Arbeitsmittel gemäß Betriebssicherheitsverordnung

Weitere wichtige Rechtsverweise zu diesem Thema finden Sie neben der bereits genannten Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) in folgenden Dokumenten:

  • TRBS 1111: Technische Regeln für Betriebssicherheit – Gefährdungsbeurteilung und sicherheitstechnische Bewertung
  • TRBS 1201: Technische Regeln für Betriebssicherheit – Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen
  • DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) DA § 5: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
  • DGUV Information 203-006 (ehemals BGI 608): Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Baustellen

Autor: Dr. Friedhelm Kring

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