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Unfallbericht: Kurzschluss beim Abrutschen mit Kombizange

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Das richtige Werkzeug verwenden
Nicht geeignetes Werkzeug kann Unfälle verursachen.

Arbeitsauftrag

Zwei Monteure eines Stadtwerks erhielten den Auftrag, in einer Ortsnetzstation eine neue Niederspannungsverteilung einzubauen. Für die Erweiterungsarbeiten war das Ausheben eines neuen Schachts neben der Eingangstür erforderlich. Die an dieser Stelle befindliche Verteilung der Straßenbeleuchtung musste deshalb während der Arbeiten provisorisch an einer anderen Stationswand befestigt werden. Vor dem Umsetzen dieser Verteilung sollten die daran angeschlossenen Messgeräte entfernt werden.

Unfallhergang

Die Monteure begannen mit dem Entfernen der Messleitungen. Zuvor hatte einer der Monteure mit isolierenden Handschuhen unterhalb und neben den Stromwandlern isolierende Abdeckungen angebracht. Nachdem die erste Messleitung entfernt worden war, schloss einer der Monteure die Anschlüsse des Stromwandlers kurz. Nach dem Entfernen der zweiten Messleitung sollte auch der zweite Stromwandler kurzgeschlossen werden. Dabei rutschte der Monteur aber mit der Kombizange ab und erzeugte an den darüber befindlichen Sammelschienen einen Kurzschluss. Der Monteur erlitt Verbrennungen an der rechten Hand und eine Verblitzung der Augen.

Unfallanalyse

Die Monteure hatten eindeutig die mögliche Gefährdung durch die freiliegenden Sammelschienen unterschätzt (§ 7 der DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (ehemals BGV A3)) und verzichteten auf eine vollständige Abdeckung. Letztlich wurde die Kombizange zum Verhängnis, da sie aufgrund der vorliegenden Abstände zwischen den Sammelschienen für die geplanten Arbeiten nicht geeignet war.

Autor: Dr.-Ing. Jens Jühling

Jens Jühling

Dr.-Ing. Jens Jühling - Leiter der Abteilung Prävention der BG ETEM

Jens Jühling ist Technischer Sekretär der Internationalen Sektion Elektrizität der IVSS (Internationale Vereinigung für soziale Sicherheit) und seit 2006 Leiter der Abteilung Prävention.

Seit vielen Jahren arbeitet er im Normungsbereich „Arbeiten unter Spannung“ mit. Derzeit ist er Obmann des Normungskomitees K214 und deutscher Vertreter in der Live Working Association.

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