Falsches Werkzeug führt zu Verbrennungen

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  • Azubis unter Strom – Unfallberichte
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Der Einsatz eines falschen Werkzeugs führt zum Unfall.
Der Einsatz eines falschen Werkzeugs führt zum Unfall. (Bildquelle: KatarzynaBialasiewicz/iStock/Getty Images Plus)

Auch wenn du eigentlich jeden Arbeitsschritt richtig durchführst, kannst du dich verletzten oder Schaden anrichten. Dies musste ein Elektroinstallateur auf schmerzhafte Art erfahren. Die Berufsgenossenschaft (BG) ETEM berichtete von dem Unfall, bei dem sich ein Elektriker schlimm an einem Lichtbogen verbrannte. Sein Fehler: Er benutzte das falsche Werkzeug.

Mit falschem Werkzeug geprüft

Was ist passiert?

Der Unfall passierte bei einem Außeneinsatz auf einem Festivalgelände. Der Elektroinstallateur sollte ein Fahrgeschäft an einen NS-Verteilerschrank anschließen. Das Anschlusskabel war bereits verlegt, jetzt musste er nur noch den Anschluss an das Versorgungsnetz herstellen. Zuvor wollte er an den Anschlussklemmen noch eine Spannungsprüfung durchführen. So weit, so gut.

Dummerweise hatte der Installateur keinen Spannungsprüfer zur Hand. Also benutzte er einen Multimeter für die Prüfung. Die Messleitungen des Multimeters waren aber noch in die Buchsen für die Strommessung gesteckt. Als der Elektroinstallateur die Messspitzen an die Anschlussklemmen zweier Phasen anlegte, löste er einen Lichtbogen aus. Die Folge: Der Installateur erlitt Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht und an beiden Unterarmen.

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Wieso kam es wegen falschem Werkzeug zum Unfall?

Was ist hier schiefgelaufen?

Laut BG ETEM muss man die Betriebsspannung mit einem Spannungsprüfer überprüfen, Vielfachmessgeräte sind dafür ungeeignet. Der Elektroinstallateur nutzte also das falsche Werkzeug für die Spannungsprüfung. Bei diesem Unfall kam auch noch dazu, dass der Multimeter nicht mehr dem Stand der Technik entsprach. Neuere genormte Messgeräte enthalten eine Überstromsicherung, durch die ein solcher Unfall verhindert worden wäre.

Mit welchem Messgerät darfst du wie und wo und unter welchen Arbeitsumständen welche Messungen und Prüfungen vornehmen? Im Detail könnte man darüber bestimmt lange diskutieren. Letztlich relevant hierfür sind die gesetzlichen Vorschriften und die Angaben des Herstellers in der Bedienungs- oder Betriebsanleitung.

Veraltete Geräte und Werkzeuge, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen und deren Verwendung deshalb nicht mehr sicher ist, darfst du auf keinen Fall benutzen! Auch wenn es in deinem Betrieb zum Beispiel uralte Gerätschaften oder kuriose Handwerkzeuge aus früheren Zeiten gibt, dürfen diese nicht verwendet werden. Alte Werkzeuge können zwar als Erinnerung oder zur Deko aufgehoben werden, du darfst aber nicht mehr mit ihnen arbeiten.

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Checkliste: Auszubildende rechtssicher in den Betrieb eingliedern

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Checkliste: Sicherheitsunterweisungen für Auszubildende

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Formular: Gerätebuch

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So machst du es besser: Verwende nie falsches Werkzeug!

So machst du es besser

Dein Werkzeug muss stets für deine Aufgabe geeignet sein

Im Arbeitsschutz spricht man bei Werkzeugen oft von Arbeitsmitteln. Unter diesen Begriff fallen nicht nur die typischen Handwerkzeuge, sondern auch Elektrogeräte, Messgeräte, Leitern, Maschinen usw. Denke bei allen deinen Aufgaben daran: Deine Sicherheit beginnt bei der Auswahl der richtigen Arbeitsmittel.

Du darfst Werkzeuge – egal ob ein Messgerät, eine Leiter oder ein anderes Arbeitsmittel – nur seinem Verwendungszweck entsprechend einsetzen. Das heißt, dass du Werkzeuge nur für Arbeiten benutzen darfst, für die es konstruiert und hergestellt wurde. Einige Werkezuge sind für universelle Aufgaben bestimmt, andere Werkzeuge sind nur für ganz spezielle Anwendungen geeignet. Aber selbst bei Universalwerkzeugen gibt es oft Dutzende verschiedene Varianten für jeweils bestimmte Aufgaben. Es gibt zum Beispiel verschiedene Arten von Hammern –vom Ziselierhammer für Juweliere über Schlosserhammer und Gummihammer bis hin zum Vorschlaghammer. Beim Hammer lässt sich der jeweilige Einsatzzweck oft an Bauart und Material erkennen. Das ist bei anderem Werkzeug leider oft nicht der Fall. Frage deshalb im Zweifel immer nach, welches Arbeitsmittel du für eine Aufgabe du benutzen sollst. So bringst du dich nicht durch das falsche Werkzeug in Gefahr.

Es gibt viele weitere Beispiele für den falschen – also dem nicht seinem Einsatzzweck entsprechenden – Einsatz eines Werkzeugs. So darfst du einen Schraubendreher nie als Stemmwerkzeug benutzen oder eine Zange oder einen Schraubenschlüssel als Schlagwergzeug einsetzen, wenn du gerade keinen Hammer in der Nähe hast. Am besten gewöhnst du dir gleich von Beginn deiner Ausbildung an, immer die richtigen Arbeitsmittel zu verwenden. Gehe lieber nochmal zurück zu deinem Werkzeugkoffer oder zum Magazin, um dir das benötigte Arbeitsmittel zu holen, statt mit dem falschen Werkzeug loszuarbeiten. Das ist in jedem Fall schneller und effizienter, als wenn du ungeeignetes Werkzeug einsetzt und dich so verletzt oder Schaden anrichtest.

  • Autor:

    Dr. Friedhelm Kring

    freier Lektor und Redakteur

    Kring, Friedhelm

    Dr. Friedhelm Kring ist freier Lektor, Redakteur und Fachjournalist mit den Schwerpunkten Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

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