Unfallbericht: Lichtbogen an Hausanschlusskasten ausgelöst

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Arbeiten unter Spannung an Hausanschlusskästen – vermeiden Sie das Entstehen von Kurzschlüssen und Lichtbögen durch das Befolgen der 5 Sicherheitsregeln
Beachten Sie beim Arbeiten unter Spannung an Hausanschlusskästen die 5 Sicherheitsregeln, um Stromunfälle zu vermeiden. (Bildquelle: kadmy/iStock/Getty Images Plus)

Auch bei vermeintlich ungefährlichen Aufgaben, die Sie in Ihrem Arbeitsalltag als Elektrofachkraft schon unzählige Male durchgeführt haben, kann es zu Stromunfällen kommen. Gerade bei alltäglichen Aufgaben wird die Gefahr gerne mal unterschätzt. Dass dies schlimme Folgen für Sie als Elektrofachkraft haben kann, zeigt folgender Unfall, bei dem ein Monteur durch einen Lichtbogen verletzt wurde.

Kurzschluss bei Arbeit am Hausanschluskasten

Ein Monteur eines Netzbetreibers wurde beauftragt, an einem Hausanschlusskasten (HAK) einen neuen Kabelabgang herzustellen. Hierfür war die Verbraucherseite durch Entfernen der Sicherungen spannungsfrei geschaltet worden. Auf der Versorgerseite lag vom Netzkabel noch Spannung an.

Der Monteur begann mit dem Montieren des Abgangskabels, ohne zuvor die aktiven und noch unter Spannung stehenden Teile im unteren Bereich des Hausanschlusskastens abzudecken. Im Laufe der Arbeiten näherte sich die Elektrofachkraft unbewusst mit einer Zange dem unteren Anschlussraum des HAK und verursachte einen Kurzschluss. Dabei kam es zu einem Lichtbogen, der erst durch Auslösen der vorgelagerten 125-A-Sicherung des Ortsnetzes gelöscht wurde.

Der Monteur erlitt durch den Lichtbogen leichte Verbrennungen und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Missachtung der fünf Sicherheitsregeln führt zu Lichtbogen

Es ist eindeutig, dass der Stromunfall auf die Missachtung der fünf Sicherheitsregeln zurückzuführen ist. Der Monteur verstieß gegen die fünfte Sicherheitsregel „Benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken“.

Die Unfalluntersuchung ergab, dass der Elektromonteur die erforderliche Schutzausrüstung im Fahrzeug mitgeführt hatte – die notwendige Schutzausrüstung hatte der Elektrofachkraft also zur Verfügung gestanden. Daraus ist zu schließen, dass der Monteur die möglichen Gefahren bei seiner Arbeit am Hausanschlusskasten unterschätzte, wie es leider viel zu häufig bei Arbeiten dieser Art der Fall ist.

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So vermeiden Sie Stromunfälle bei Arbeiten an Hausanschlusskästen:

  • Unterschätzen Sie niemals die Gefahren von vermeintlich einfachen, ungefährlichen Arbeiten. Auch wenn sie diese Aufgaben routinemäßig durchführen, kann es zu einem gefährlichen Unfall kommen.
  • Befolgen Sie stets die fünf Sicherheitsregeln der Elektrotechnik, um Stromunfälle zu vermeiden.
  • Schalten Sie den Hausanschlusskasten – wenn möglich – frei. Vermeiden Sie das Arbeiten unter Spannung.
  • Tragen Sie die notwendige PSA. So sind Sie geschützt, sollte es am HAK zu einem Kurzschluss kommen oder ein Störlichbogen auftreten.
  • Autor:

    Dr.-Ing. Jens Jühling

    Leiter der Abteilung Prävention der BG ETEM

    Jens Juehling

    Jens Jühling ist Technischer Sekretär der Internationalen Sektion Elektrizität der IVSS (Internationale Vereinigung für soziale Sicherheit) und seit 2006 Leiter der Abteilung Prävention.

    Seit vielen Jahren arbeitet er im Normungsbereich „Arbeiten unter Spannung“ mit. Derzeit ist er Obmann des Normungskomitees K214 und deutscher Vertreter in der Live Working Association.

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