Was du dich schon immer zur Schutzausrüstung gefragt hast

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Persönliche Schutzausrüstung im Elektrohandwerk: Das solltest du darüber wissen.
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Ganz wichtig: nicht durchwursteln, sondern nachfragen!

Es ist ganz normal, dass sich beim Einsatz von PSA, also von persönlicher Schutzausrüstung, spezielle Fragen ergeben. Es kann auch passieren, dass man mal mit einem PSA-Teil nicht auf Anhieb klarkommt. Scheue dich in einem solchen Fall nicht, Fragen zu stellen und um Hilfe zu bitten. Du hast das Recht dazu! Dein Vorgesetzter ist mitverantwortlich, dass du bei der Arbeit optimal geschützt bist, und der Betrieb will dich nicht durch einen Unfall oder eine Erkrankung verlieren.

Fragen stellen und die PSA-Benutzung klären sind auch dann wichtig, wenn du z.B. Brillenträger bist und eine Schutzbrille tragen sollst oder wenn du wegen Fußproblemen orthopädische Einlagen für deine Sicherheitsschuhe benötigst. Dein Vorgesetzter und ggf. der Betriebsarzt helfen dir weiter.

Aber hier erhältst du schon mal Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen zur persönlichen Schutzausrüstung.

1. Was bedeutet PSA?

Persönliche Schutzausrüstung ist nur für dich bestimmt und du bist dafür verantwortlich.
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Die Abkürzung PSA steht für persönliche Schutzausrüstung. Damit sind Bekleidungsstücke oder andere Gegenstände gemeint, die dich bei deiner Arbeit vor Verletzungen und Gesundheitsgefahren schützen. Die einzelnen Komponenten einer PSA sind meist zum Anziehen, z.B. ein Schuh, ein Helm oder ein Handschuh. Andere PSA wird am Körper getragen, wie eine Schutzbrille oder ein Gehörschutz, oder auf andere Weise benutzt, wie etwa PSA gegen Absturz. Normale Arbeitskleidung ist keine PSA, denn sie bietet keinen speziellen Schutz.

Das „persönlich“ in PSA bedeutet, dass der jeweilige Ausrüstungsteil nur für dich bestimmt ist. Das dient zum einen der Hygiene und zum anderen passen die Teile dann von der Größe her für dich. Nur in Ausnahmefällen wird eine PSA mit anderen Kollegen geteilt, z.B. bei Rettungs- und Warnwesten oder bei Chemikalienvollschutzanzügen. Das „persönlich“ bedeutet aber auch, dass du für „deine“ PSA verantwortlich bist, z.B. sie gut zu behandeln und nicht zu verlieren.

2. Welche PSA-Komponenten gibt es?

PSA gibt es für alle Körperteile.

PSA gibt es für alle Körperteile von Kopf bis Fuß. Man kann PSA grob unterteilen in Kopfschutz, Gehörschutz, Augen- und Gesichtsschutz, Atemschutz, Handschutz, Körperschutz, Fußschutz.

Auch der Hautschutz, die Ausrüstung zum Schutz vor Absturz sowie Warnkleidung gehören zur PSA.

3. Woher bekomme ich meine PSA?

Die PSA bekommst du von deinem Arbeitgeber.
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Du erhältst deine PSA grundsätzlich von deinem Arbeitgeber. Dein Vorgesetzter oder Ausbilder sollte dir mitteilen, wo du in deinem Ausbildungsbetrieb welche PSA-Komponenten findest oder welche Person sie ausgibt und wo du deine PSA nach Arbeitsende ablegst und wie du sie in Zeiten der Nichtbenutzung aufbewahrst.

Das bedeutet umgekehrt, dass du keine eigene PSA mitbringen und benutzen darfst. Dein Motorradhelm oder deine Bergstiefel sind deine Privatsache, sie können nicht den Helm oder den Sicherheitsschuh am Arbeitsplatz ersetzen.

4. Wer bezahlt meine PSA?

Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) bezahlt der Arbeitgeber.
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Die gute Nachricht ist: PSA kostet dich keinen Cent. Sämtliche Kosten für die Anschaffung, aber auch für die Pflege, Reinigung, Reparaturen, Ersatzteile usw. der Kleidungsstücke und der Ausrüstung übernimmt grundsätzlich dein Arbeitgeber. Dies ist gesetzlich so vorgeschrieben, gilt jedoch nur für PSA, nicht für die normale Arbeitskleidung.

5. Wann muss ich PSA tragen?

Du musst die Schutzausrüstung tragen, die der Betrieb vorschreibt, zum Beispiel einen Schutzhelm.
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Die PSA, die dein Betrieb dir zur Verfügung stellt, musst du benutzen, wenn dein Arbeitgeber dies verlangt. So zum Beispiel in diesen Fällen:

  • Wenn ein Vorgesetzter dich dazu auffordert.
  • Wenn in einem Arbeitsbereich, auf einer Baustelle, an einer Maschine usw. eine Beschilderung, ein Aushang, ein Aufkleber oder Ähnliches darauf hinweist.
  • Wenn eine Betriebsanweisung aushängt, die zum Tragen von PSA bei einer bestimmten Tätigkeit auffordert.

Zu einigen PSA-Komponenten, wie z.B. Gehörschutz, sollte dir vor dem ersten Benutzen gezeigt werden, wie man sie richtig verwendet. Nimm diese Hinweise ernst, denn nur wenn du PSA korrekt benutzt, kann sie dich optimal schützen. Wenn du einen Helm z.B. ohne Kinnriemen trägst, nutzt er gar nichts, wenn er dir bei einem Stolperunfall vom Kopf fällt. Oder wenn Ohrenstöpsel nicht richtig sitzen, dringt der Arbeitslärm durch und schädigt dein Innenohr usw.

6. Was soll ich tun, wenn ich PSA erhalten habe, die mir nicht passt?

Die Schutzausrüstung muss dir passen! Arbeite nicht mit zusammengebissenen Zähnen, sondern sage deinem Vorgesetzten Bescheid.
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Ob groß oder klein, dick oder dünn, eine PSA muss passen. Wenn sie rutscht, zu eng ist, zu weit ist oder nicht richtig sitzt, dich bei deiner Arbeit mehr als nötig behindert oder wenn sie sogar wehtut, hast du vielleicht die falsche Größe gewählt.

Kläre das mit deinem Vorgesetzten und arbeite auf keinen Fall mit zusammengebissenen Zähnen und ungeeigneter PSA weiter.

7. Warum ist das Etikett meiner Schutzausrüstung so kompliziert?

Du bist dir unsicher, ob die PSA die richtige für dich ist? Dann solltest du auf jeden Fall nachfragen.
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Einige PSA-Komponenten, wie z.B. Schutzhandschuhe, müssen vor ganz unterschiedlichen Gefahren schützen. Ob ätzende Chemikalien, heiße Metallteile oder scharfe Messer, die spezifische Schutzfunktion ist in Normen genau festgelegt.

Um nicht jedem Handschuh viele Seiten Text zu Prüfverfahren und Materialanforderungen usw. beilegen zu müssen, hat man Kürzel, Codes und Symbole entwickelt. Bist du unsicher, was diese bedeuten und ob eine PSA die richtige für dich ist, frage nach!

8. Was, wenn meine PSA verschmutzt oder beschädigt ist?

Deine Schutzausrüstung solltest du immer gut pflegen und genau anschauen, ob du Beschädigungen entdecken kannst.
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Du solltest deine PSA pfleglich behandeln. Dennoch kann es zu Verschmutzungen, Verschleiß oder Beschädigungen kommen. So kann z.B. das Glas einer Schutzbrille verkratzen oder die Ohrpolsterung bei einem Kapselgehörschutz abreißen.

Daher solltest du deine PSA an jedem Arbeitstag vor dem Benutzen genau anschauen. Bemerkst du dabei offensichtliche Schäden oder Mängel, wende dich an deinen Vorgesetzten. Wie und von wem ein PSA-Teil gereinigt, repariert oder ersetzt wird, entscheidet der Betrieb. Du darfst auf keinen Fall auf eigene Faust deine PSA waschen oder daran herumbasteln.

9. Was passiert, wenn ich meine PSA nicht trage?

Wenn du deine persönliche Schutzausrüstung nicht trägst, kann das ernste Konsequenzen für dich haben.
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Wenn du Tragegebote für Schutzausrüstung ignorierst, kann das ernsthafte Konsequenzen haben.

Zum einen erhöhst du dein Verletzungsrisiko, weil du auf den Schutz verzichtest. Zum anderen wird dich dein Arbeitgeber ermahnen und verwarnen.

Bei wiederholter Weigerung hat das arbeitsrechtliche Folgen und du riskierst deine Kündigung.

10. Darf ich „meine“ PSA mit einem Aufkleber oder Etikett verschönern?

Willst du deine persönliche Schutzausrüstung individell gestalten und vielleicht einen Aufkleber anbringen? Das musst du unbedingt absprechen, denn die Funktion der PSA könnte dadurch beeinträchtigt werden.
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Auf einem persönlichen Ausrüstungsteil seinen Namen anzubringen oder es auf andere Weise zu individualisieren, ist im Prinzip eine gute Idee. ABER: So etwas darfst du nur nach Absprache mit deinem Vorgesetzten tun.

Dieser muss sich nötigenfalls mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit oder dem Hersteller in Verbindung setzen und klären, ob die beabsichtigte Verschönerung erlaubt ist. Denn es muss in jedem Fall sichergestellt sein, dass durch die Veränderung die Schutzfunktion nicht beeinträchtigt wird. So könnte etwa der Klebstoff eines Aufklebers Lösemittel enthalten, welche das Material eines Helms angreifen. Ein Aufnäher auf einer Warnweste könnte die reflektierende Wirkung vermindern usw.

  • Autor:

    Dr. Friedhelm Kring

    freier Lektor und Redakteur

    Kring, Friedhelm

    Dr. Friedhelm Kring ist freier Lektor, Redakteur und Fachjournalist mit den Schwerpunkten Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

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Kommentare

Kommentar von Pandira |

Danke für diesen tollen Blog. War sehr informativ für mich.

Antwort von Jasmin Sprenger

Vielen Dank für das nette Feedback!

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