Fehlertoleranzen beim Betrieb von elektrischen Anlagen

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Mit Fehlern leben
Mit Fehlern leben - wie geht das in der heutigen Zeit? (Bildquelle: patpitchaya/iStock/Getty Images Plus)

Mit Fehlern leben: Wie geht das in unserer heute hochtechnisierten und von einer klassischen Gesinnungs- und Normenethik geprägten Welt?

Das fehlerfreie Produkt gibt es nicht

Welches Risiko man bei der Zulässigkeit von Fehlern als akzeptabel bezeichnet, unterliegt immer einer persönlichen Entscheidung. Die Praxis zeigt jedoch, dass eine Absicherungsmentalität besteht. Dabei werden bei Inspektionen festgestellte Befunde meist auf Grundlage normativer Anforderungen als unzulässig eingestuft, da es einfacher ist, sich strikt an das Normenwerk zu halten, anstatt das Ganze kooperativ zu lösen und Abweichungen und Fehler zu tolerieren. Grundsätzlich sollte bei der Prüfung und Bewertung klar sein, dass es keine fehlerfreien Produkte gibt und dass das auch nicht notwendig ist.

Fehlermanagement und Fehlerkultur

Wenn man über Fehler spricht, sollte eine Unterscheidung zwischen den Begriffen „Fehlerkultur“ und „Fehlermanagement“ erfolgen.

  • Unter Fehlermanagement versteht man die Steuerung von Aktivitäten im Umgang mit Abweichungen und Fehlern sowie das Einführen und Durchführen bestimmter Methoden.
  • Fehlerkultur beschreibt die Art und Weise, wie eine Organisation mit Abweichungen, Fehlern, Fehlerrisiken und Fehlerfolgen umgeht.

Die Fehlerkultur muss im Bereich der Unternehmenskultur angesiedelt werden. Sie zählt zu den sogenannten weichen Faktoren, hat aber einen maßgeblichen und direkten Einfluss auf harte Faktoren wie Qualitätsstandards, Produktivität, Innovationspotenzial sowie die Wettbewerbsfähigkeit im Markt. Dabei kommt es wesentlich darauf an, auf welche Art und Weise im Unternehmen Abweichungen und Fehlern betrachtet und bewertet werden und wie damit im Alltag umgegangen wird.

  • Autor:

    Dipl.-Ing. Hans Christian Schröder

    Geschäftsführer der Schröder Anlagenservice GmbH

    Schröder - Hans Christian

    Hans Christian Schröder ist Geschäftsführer der Schröder Anlagenservice GmbH, Schweißfachingenieur (IWE), Mediator und Coach (univ.).

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Kommentar von Uli Schmidt |

Tolle Themen, macht schlauer und regt zum nachdenken an, Danke.

Kommentar von Christoph Strack |

Hallo Herr Belzer,
vielen Dank für Ihren Beitrag.
Können Sie Punkt 2 bitte genauer definieren bzw. auf die Praxis projizieren.
Oft ist in Unternehmen die Führung der Elektrofachkräfte in diziplinarisch (Laie) und fachlich (EFK / VEFK) geteilt.
Meiner Meinung ist es nicht möglich, dass ein Laie Elektrofachkräfte führt. Und ich kann auch nicht nachvollziehen, wie man es zulassen konnte, dass in unserem Fachbereich eine solche Teilung möglich / rechtens ist.
Wie geht man mit so einer Teilung um und wo sind genau die Grenzen?

Vielen Dank vorab für Ihre Unterstützung

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