Die ASR A3.7 „Lärm“ – was steht drin?

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Lärm ist eine oft unterschätzte Gefahr.
Lärm ist eine oft unterschätzte Gefahr. (Bildquelle: welcomia/iStock/Getty Images Plus)

Wie du bereits weißt, können an vielen Elektroarbeitsplätzen neben den „klassischen“ Gefährdungen elektrischer Schlag und Störlichtbögen noch zahlreiche andere Gefahren lauern. Eine oft unterschätzte Gefahr ist dabei vor allem der durch elektrische Anlagen, Maschinen und Werkzeuge verursachte Lärm. Denn viele Tätigkeiten in Elektroberufen sind mit Lärm verbunden. So verwundert es nicht, dass bei Elektrikern und Elektrofachkräften die „Lärmschwerhörigkeit“ als anerkannte Berufskrankheit seit Jahren mit Abstand an der Spitze der Statistik liegt. Lärmschwerhörigkeit ist übrigens unheilbar, da sich einmal zerstörte Haarzellen im Ohr nicht mehr erholen können. Diese Umstände sind Grund genug, sich als für den Arbeitsschutz mitverantwortlicher Akteur eingehender mit der Thematik Lärm zu befassen.

Neue ASR A3.7 ist seit Mai 2018 in Kraft

Am 18.05.2018 wurde die neue Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“ veröffentlicht.
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Am 18.05.2018 wurde die neue Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“ veröffentlicht. Sie ist das Ergebnis einer langjährigen Arbeit des ASTA-Arbeitskreises Lärm, der sich aus Vertretern der Arbeitnehmer, der Arbeitgeber, der Wissenschaft, der Länder und der Unfallversicherungsträger zusammensetzt. Die erste Sitzung fand bereits Anfang 2012 statt. Bis zur Fertigstellung eines entsprechenden Entwurfs waren insgesamt 33 Sitzungen erforderlich. Der Ausschuss für Arbeitsstätten (ASTA) konnte die neue Arbeitsstättenregel ASR A3.7 „Lärm“ schließlich am 07.11.2017 verabschieden. Die Bekanntmachung erfolgte am 02.05.2018. Gut zwei Wochen später, am 18.05.2018, wurde sie schließlich im Gemeinsamen Ministerialblatt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlicht.

Das ist neu

Mit der ASR A3.7 gibt es nun wieder konkrete Vorgaben zu den in Abhängigkeit von der Tätigkeit zulässigen maximalen Beurteilungspegeln an Arbeitsplätzen. Bereits in der ersten Fassung der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) vom 20.03.1975 wurden maximal zulässige Beurteilungspegel genannt, und zwar 55 dB(A) für überwiegend geistige Tätigkeiten und 70 dB(A) für einfache oder überwiegend mechanisierte Bürotätigkeiten und vergleichbare Tätigkeiten. Diese Werte wurden jedoch im Rahmen einer Verschlankung von staatlichen Vorschriften in der Neufassung vom 12.08.2004 gestrichen und durch eine allgemeine Forderung mit Bezug auf den Stand der Technik ersetzt. Die neue ASR konkretisiert nun die Anforderungen der ArbStättV an die Schalldruckpegel in Arbeitsstätten und die Gestaltung der Arbeitsräume.

Dabei teilt die neue ASR A3.7 die Tätigkeiten in Anlehnung an die VDI-Richtlinie 2058-3 in drei unterschiedliche Tätigkeitskategorien ein und legt dafür maximal zulässige Beurteilungspegel fest:

  • Tätigkeitskategorie I – hohe Konzentration oder hohe Sprachverständlichkeit: max. 55 dB(A)
  • Tätigkeitskategorie II – mittlere Konzentration oder mittlere Sprachverständlichkeit: max. 70 dB(A)
  • Tätigkeitskategorie III – geringe Konzentration oder geringe Sprachverständlichkeit: Beurteilungspegel so weit wie möglich reduzieren (unter Berücksichtigung betrieblicher Lärmminderungsmaßnahmen)

Für verschiedene Arbeitsräume, z.B. für Büroräume und Bildungsstätten, werden die akustischen Anforderungen (Hintergrundgeräuschpegel und Nachhallzeiten) festgelegt. Schließlich gibt es auch Hinweise zu Lärmschutzmaßnahmen an der Quelle, auf dem Übertragungsweg und durch organisatorische Maßnahmen. In Anhang 1 finden sich einige Erläuterungen zur Wirkung von Lärm. Anhang 2 gibt Hilfen zur vereinfachten Beurteilung der Raumakustik.

Achtung

Die tägliche Belastung durch Lärm am Arbeitsplatz kann gravierende Folgen für die Gesundheit der Mitarbeiter im Betrieb haben. Zum Schutz vor Lärm haben die für den Arbeitsschutz verantwortlichen Mitarbeiter eine Unterweisungspflicht, wenn in ihrem Bereich Kolleginnen und Kollegen regelmäßig Lärmbelastungen ausgesetzt sind.

Inhalt der ASR A3.7

1 Zielstellung

2 Anwendungsbereich

3 Begriffsbestimmungen

4 Extra-aurale und reversible aurale Lärmwirkungen

5 Pegelwerte für Tätigkeiten an Arbeitsplätzen in Arbeitsräumen sowie raumakustische Anforderungen an Arbeitsräume

6 Beurteilung von Gefährdungen durch Lärm beim Einrichten von Arbeitsstätten

7 Beurteilung von Gefährdungen durch Lärm beim Betreiben von Arbeitsstätten

8 Maßnahmen zum Lärmschutz

Anhang 1 Erläuterungen zu Punkt 4 – Extra-aurale und reversible aurale Lärmwirkungen

Anhang 2 Abschätzung der raumakustischen Kennwerte in Ergänzung zu Punkt 7.2

1 Zielstellung

In Abschnitt 1 geht es um den Sinn und Zweck der Technischen Regel ASR A3.7. In § 3a Abs. 1 der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sowie Punkt 3.7 des Anhangs der ArbStättV finden sich Anforderungen an die Reduzierung der Schalldruckpegel in Arbeitsstätten und an Arbeitsplätzen. Die neue ASR A3.7 dient der Konkretisierung dieser Anforderungen.

2 Anwendungsbereich

Abschnitt 2 erläutert in vier Absätzen den Anwendungsbereich der ASR A3.7.
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Abschnitt 2 erläutert in vier Absätzen den Anwendungsbereich der ASR A3.7:

(1) Laut Absatz 1 gilt die ASR für das Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten und Arbeitsplätzen in Arbeitsräumen, um Gefährdungen und Beeinträchtigungen für Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten durch Lärmeinwirkungen Lärmeinwirkung zu vermeiden.

(2) Gemäß Absatz 2 sind Gefährdungen der Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten durch Lärmeinwirkungen einschließlich extra-auraler Wirkungen im Hörschallbereich mit Frequenzen zwischen 16 Hz und 16 kHz ab einem A-bewerteten äquivalenten Dauerschallpegel von 80 dB(A) explizit nicht Gegenstand dieser ASR. Für diese Art Gefährdungen ist die Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen (Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung – LärmVibrationsArbSchV) einschließlich der sie konkretisierenden Technischen Regel (TRLV Lärm) einschlägig.

Ebenfalls nicht von der ASR A3.7 erfasst werden erforderliche Schallereignisse, die der gezielten akustischen Information der Beschäftigten dienen.

Achtung

An dieser Stelle wird angemerkt, dass Schall immer dann der gezielten akustischen Information dient, wenn über das Gehör der Beschäftigten Schallereignisse erkannt oder überprüft werden müssen (z.B. Feueralarm, Strömungsgeräusche an Ventilen, Statusmeldungen von Produktionsanlagen, musikalische Übungen).

(3) Laut Absatz 3 werden Regelungen zu Ultraschall zu einem späteren Zeitpunkt in die ASR A3.7 eingefügt.

(4) Was die Anwendbarkeit betrifft, stellt Absatz 4 Folgendes klar:

  • Für Schalldruckpegel in Pausenräumen und Bereitschaftsräumen kommt die ASR A4.2 „Pausen- und Bereitschaftsräume“ zur Anwendung.
  • Für Lärm in Erste-Hilfe-Räumen gelten die baulichen Anforderungen nach ASR A4.3 „Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe“.
  • Für Unterkünfte gilt die ASR A4.4 „Unterkünfte“.

3 Begriffsbestimmungen

Abschnitt 3 der ASR A3.7 definiert die wichtigsten Begriffe, die im Rahmen der technischen Regel auftauchen.

4 Extra-aurale und reversible aurale Lärmwirkungen

Hinsichtlich der Gesundheitsgefährdung durch Lärm wird zwischen auralen (auf das Gehör bezogenen) und extra-auralen Lärmwirkungen unterschieden.
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Im vierten Abschnitt der ASR A3.7 werden die Leser darüber informiert, was es mit den extra-auralen und reversibel auralen Lärmwirkungen auf sich hat, wie sie sich unterscheiden und in welcher Form sie auftreten.

(1) In Absatz 1 erfolgt der Hinweis, dass hinsichtlich der Gesundheitsgefährdung durch Lärm zwischen auralen (auf das Gehör bezogenen) und extra-auralen Lärmwirkungen unterschieden wird.

(2) Im zweiten Absatz wird darauf hingewiesen, dass ab einem A-bewerteten äquivalenten Dauerschallpegel von 70 dB(A) eine reversible Hörminderung (Vertäubung) aufgrund einer auralen Lärmwirkung auftreten kann.

(3) Absatz 3 thematisiert die extra-auralen Lärmwirkungen. Diese zeigen sich danach u.a. in verschiedenen psychischen und physiologischen Reaktionen, die über das zentrale und das vegetative Nervensystem vermittelt werden. Die Wirkungen entsprechen dabei einer Stressreaktion.

(4) Im vierten Absatz wird die Frage beantwortet, wie sich extra-aurale Lärmwirkungen am Arbeitsplatz konkret auf die davon betroffenen Beschäftigten auswirken. Abhängig von der betrieblichen Situation und der jeweiligen Arbeitsaufgabe können extra-aurale Lärmwirkungen folgende Bereiche betreffen:

  • Störung der Arbeitsleistung (kognitive Leistung)
  • Beeinträchtigung der Sprachverständlichkeit sowie der akustischen Orientierung
  • physiologische Wirkung; Aktivierung des zentralen und vegetativen Nervensystems (z.B. Verengung von Blutgefäßen, Erhöhung des Blutdrucks, Erhöhung der Herzfrequenz, Verringerung des elektrischen Hautwiderstands, Erhöhung des Muskeltonus, vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen, Verringerung der Magen- und Darmaktivität)
  • psychische Wirkung (z.B. Verärgerung, Anspannung, Nervosität, Resignation, Angst)

(5) Der abschließende Absatz 5 widmet sich der Beantwortung der Frage, welche konkreten Auswirkungen Lärm auf die Situation am Arbeitsplatz und das Verhalten betroffener Beschäftigter haben kann. Danach können Unfälle und arbeitsbedingte Gesundheitsgefährdungen entstehen, wenn aufgrund von Lärm verursachte Fehlentscheidungen oder -leistungen zu einer Gefährdung von Beschäftigten führen.

In Abschnitt 5 der ASR A3.7 geht es um die Pegelwerte für Tätigkeiten in Arbeitsräumen und raumakustische Anforderungen an Arbeitsräume. Dabei gilt die Devise, dass der Schalldruckpegel in Arbeitsstätten so niedrig zu halten ist, wie es nach der Art des Betriebs möglich ist.

5 Pegelwerte für Tätigkeiten an Arbeitsplätzen in Arbeitsräumen sowie raumakustischen Anforderungen an Arbeitsräume

Der Schalldruckpegel ist so niedrig wie möglich zu halten.
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In Abschnitt 5 der ASR A3.7 geht es um die Pegelwerte für Tätigkeiten in Arbeitsräumen und raumakustische Anforderungen an Arbeitsräume. Dabei gilt die Devise, dass der Schalldruckpegel in Arbeitsstätten so niedrig zu halten ist, wie es nach der Art des Betriebs möglich ist.

6 Beurteilung von Gefährdungen durch Lärm beim Einrichten von Arbeitsstätten

Wenn Arbeitsstätten eingerichtet oder wesentlich erweitert oder umgebaut oder die Arbeitsverfahren oder Arbeitsabläufe wesentlich umgestaltet werden, ist bereits bei der Planung zu berücksichtigen, dass die Beurteilungspegel für Tätigkeiten an Arbeitsplätzen in Arbeitsräumen sowie die raumakustischen Anforderungen an Arbeitsräume gemäß Punkt 5 eingehalten werden. Hierbei sind insbesondere zu beachten die Bauakustik, die Raumakustik sowie Maßnahmen zum Lärmschutz, die Grundflächen für Arbeitsplätze und Arbeitsräume gemäß ASR A1.2 „Raumabmessungen und Bewegungsflächen“, die Arbeitsaufgaben/Tätigkeit der Beschäftigten für die zu planenden Arbeitsräume, die Arbeitsorganisation, die Anforderungen an Arbeitsmittel gemäß BetrSichV und die Belüftung der Arbeitsräume.

7 Beurteilung von Gefährdungen durch Lärm beim Betreiben von Arbeitsstätten

Im siebten Abschnitt der ASR A3.7 geht es um die Beantwortung der wichtigen Frage, nach welchen Kriterien und mit welchen Methoden die durch Lärm am Arbeitsplatz entstehenden Gefährdungen für die Beschäftigten beurteilt werden können.

Wenn eines oder mehrere der folgenden Kriterien erfüllt sind, sollten die Alarmglocken schrillen.
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(1) Gemäß Absatz 1 sollten beim Arbeitgeber und den für den Arbeitsschutz verantwortlichen Akteuren im Betrieb die Alarmglocken schrillen, wenn ein oder mehrere der in der nachstehenden Übersicht aufgeführten Kriterien erfüllt sind. Denn dabei handelt es sich um Hinweise auf unzureichende raumakustische Bedingungen, zu hohe Beurteilungspegel für Tätigkeiten an Arbeitsplätzen in Arbeitsräumen oder tieffrequente Schallbelastungen, die zu einer Gefährdung der Gesundheit der Beschäftigten führen können und im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung weitere Ermittlungen und eine Beurteilung der akustischen Situation notwendig machen.

Hinweise auf unzureichende raumakustische Bedingungen

  • Beschwerden von Beschäftigten über Lärm am Arbeitsplatz
  • schlechte Sprachverständlichkeit
  • störende Sprachgeräusche
  • tonhaltige Geräusche
  • Halligkeit
  • deutlich wahrnehmbare Hintergrundgeräusche

(2) Was die konkrete Beurteilung der Gefährdung durch Lärm betrifft, gilt es laut Absatz 2, typische und längerfristig stabile Betriebsabläufe in einer Arbeitsstätte oder an einem Arbeitsplatz zu betrachten. Dabei sind einzelne, zeitweilige, zufällige, vorübergehende Schalleinwirkungen durch Dritte (beispielsweise Lärm durch benachbarte Baustellen, Gartengeräte bzw. Einsatz- oder Abfallsammelfahrzeuge) zu vernachlässigen.

(3) Absatz 3 weist darauf hin, dass die Beurteilung der akustischen Situation während des Betreibens der Arbeitsstätte mit einem vereinfachten Verfahren durch lärmbezogene Arbeitsplatzbegehung (Unterabschnitt 7.1) erfolgen kann.

(4) Zur differenzierten Beurteilung von Raumakustik, Lärmpegeln und tieffrequentem Schall können gemäß Absatz 4 alternativ zu dem in Absatz 3 genannten vereinfachten Verfahren durch lärmbezogene Arbeitsplatzbegehung (Unterabschnitt 7.1) weitergehende Ermittlungsverfahren (Unterabschnitt 7.2 bis 7.6) angewendet werden.

8 Maßnahmen zum Lärmschutz

Welche technischen, organisatorischen und persönlichen Maßnahmen kommen in Betracht, um die Beschäftigten vor Lärmeinwirkungen zu schützen.
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Im achten Abschnitt der ASR A3.7 geht es um die Beantwortung der Frage, welche technischen, organisatorischen und persönlichen Maßnahmen in Betracht kommen, um die Beschäftigten vor Lärmeinwirkungen zu schützen.

(1) In Absatz 1 wird explizit auf das sogenannte TOP-Prinzip hingewiesen, wonach bei Maßnahmen zum Lärmschutz technische Maßnahmen grundsätzlich Vorrang vor organisatorischen oder personenbezogenen Maßnahmen haben sollten.

(2) Soll eine Arbeitsstätte gebaut werden, so muss laut Absatz 2 das Thema Lärmschutz bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden.

(3) Absatz 3 konkretisiert Absatz 2 dahingehend, dass es beim Einrichten und Betreiben einer Arbeitsstätte auf die Auswahl lärmarmer Arbeitsmittel zu achten gilt. Was Maschinen betrifft, so müssen zwingend die vom Hersteller nach der Neunten Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (9. ProdSV) in der Betriebsanleitung angegebenen Geräuschemissionswerte beachtet werden.

(4) Dass die raumakustischen Maßnahmen auf den Arbeitsplatz und die jeweilige Tätigkeit abgestimmt werden müssen, steht in Absatz 4.

(5) Erforderlich sind Maßnahmen zum Lärmschutz nach Absatz 5, wenn dies als Ergebnis von Abschnitt 6 (Beurteilung von Gefährdungen durch Lärm beim Einrichten von Arbeitsstätten) oder Abschnitt 7 (Beurteilung von Gefährdungen durch Lärm beim Betreiben von Arbeitsstätten) festgestellt wurde.

(6) Gemäß Absatz 6 können im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zusätzlich zu den in Absatz 5 genannten Kriterien weitere Maßnahmen zum Lärmschutz angezeigt sein, die es aufgrund identifizierbarer und vermeidbarer akustischer Störquellen zu ergreifen gilt (beispielswiese tieffrequente Geräusche, pfeifende oder schleifende Lüfter, akustische Rückkopplungen in Telefonanlagen).

(7) Absatz 7 erläutert, was der Arbeitgeber zu tun hat, wenn eine erforderliche Verbesserung des Schallschutzes in den Arbeitsstätten (die zum Zeitpunkt ihrer Errichtung/Änderung oder des Austauschs wesentlicher Bauteile den gültigen bauordnungsrechtlichen Vorgaben zum Schallschutz entsprachen) mit offensichtlich unverhältnismäßigen Aufwendungen verbunden wäre. Danach hat der Arbeitgeber in einem solchen Fall zu prüfen, wie er durch andere bzw. ergänzende Maßnahmen die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten in vergleichbarer Weise sichern kann. Erforderliche Maßnahmen muss er dabei zwingend durchführen (beispielsweise das Einbringen weiterer raumakustisch wirksamer Elemente in Arbeitsräumen). Die ergänzenden Maßnahmen können dabei so lange herangezogen werden, bis die bestehenden Arbeitsstätten wesentlich umgebaut oder die baulichen Anlagen erheblich umgestaltet werden.

  • Autor:

    Lic. jur./Wiss. Dok. Ernst Schneider

    Inhaber eines Fachredaktionsbüros

    Ernst Schneider

    Ernst Schneider ist Mitglied in der Sektorgruppe Elektrotechnik (ANP-SGE) und in der Themengruppe Produktkonformität (ANP-TGP) des Ausschusses Normenpraxis im DIN e.V.

    Er veröffentlichte bereits eine Vielzahl von Büchern, Fachzeitschriften und elektronischen Informationsdiensten. Seit 2004 ist er außerdem Unternehmensberater für technologieorientierte Unternehmen.

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