DIN VDE 0100-410 Inhalte richtig unterweisen

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Vermeiden Sie Unfälle durch die richtige Umsetzungen der Anforderungen der Norm.
Vermeiden Sie Unfälle durch die richtige Umsetzung der Anforderungen der Norm. (Bildquelle: antos777/iStock/Getty Images)

Die Norm DIN VDE 0100-410:2018-10 „Errichten von Niederspannungsanlagen — Teil 4-41: Schutzmaßnahmen — Schutz gegen elektrischen Schlag“ behandelt die zu treffenden Vorkehrungen, die zum Schutz vor einem elektrischen Schlag für Menschen und Nutztiere zu ergreifen sind.

Ziel der Norm ist der Schutz von Personen und Nutztieren. In dieser Norm werden die Anwendung der Schutzmaßnahmen sowie die Koordinierung der Forderungen der Norm in ihren Beziehungen zu den äußeren Einflüssen beschrieben. In der Norm werden auch die Anforderungen für den Einsatz eines zusätzlichen Schutzes für bestimmte Situationen aufgezeigt.

Übergangsfrist für DIN VDE 0100-410:2007-06 besteht bis 07.07.2020

Neu errichtete elektrische Anlagen sollten nach der jetzt geltenden Norm VDE 0100-410:2018-10 geplant, errichtet und betrieben werden.

Anwendungsbereich DIN VDE 0100-410

Bei der Anwendung der Norm ist zu beachten, dass die Grundregel des Schutzes gegen elektrischen Schlag lautet, dass

  • gefährliche aktive Teile nicht berührbar sein dürfen und
  • berührbare leitfähige Teile weder unter normalen Bedingungen noch unter Fehlerbedingungen zu gefährlichen aktiven Teilen werden dürfen.

Der Schutz gegen elektrischen Schlag basiert auf zwei Vorkehrungen:

  • Basisschutz
  • Fehlerschutz

In der Praxis werden unterschiedliche Begriffe für ein und denselben fachlichen Inhalt gebraucht. Dabei ändern sich die Bezeichnungen in der Norm und in der Alltagssprache.

  • Der Schutz gegen elektrischen Schlag unter Normalbedingungen wurde früher häufig mit „Schutz gegen direktes Berühren“ bezeichnet. Heute sagt man einfach „Basisschutz“.
  • Der Schutz gegen elektrischen Schlag unter Fehlerbedingungen wurde früher häufig mit „Schutz bei indirektem Berühren“ bezeichnet. Heute sagt man einfach „Fehlerschutz“.

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DIN VDE 0100-410 — Übersicht der Schutzmaßnahmen

In jedem Teil einer Anlage muss eine und dürfen mehrere Schutzmaßnahmen angewandt werden, wobei die Bedingungen der äußeren Einflüsse zu berücksichtigen sind.

Die folgenden Schutzmaßnahmen sind erlaubt:

Schutz durch automatische Abschaltung der Stromversorgung

ist eine Schutzmaßnahme, bei der

  • der Basisschutz (Schutz gegen direktes Berühren)
    • durch eine Basisisolierung der aktiven Teile oder
    • durch Abdeckung oder Umhüllungen und
  • der Fehlerschutz (Schutz bei indirektem Berühren)
    • durch Schutzpotenzial über der Haupterdungsschiene und
    • durch automatische Abschaltung im Fehlerfall

vorgesehen ist.

Schutz durch doppelte oder verstärkte Isolierung

ist eine Schutzmaßnahme, bei der

  • der Basisschutz (Schutz gegen direktes Berühren) durch eine Basisisolierung und der Fehlerschutz (Schutz bei indirektem Berühren) durch eine zusätzliche Isolierung oder
  • der Basisschutz und der Fehlerschutz durch eine verstärkte Isolierung zwischen aktiven Teilen und berührbaren Teilen

vorgesehen ist.

Schutz durch Schutztrennung für die Versorgung eines Verbrauchsmittels

ist eine Schutzmaßnahme, bei der

  • der Basisschutz (Schutz gegen direktes Berühren)
    • durch eine Basisisolierung der aktiven Teile oder
    • durch Abdeckungen oder Umhüllungen und
  • der Fehlerschutz (Schutz bei indirektem Berühren) durch eine einfache Trennung des Stromkreises mit Schutztrennung von anderen Stromkreisen und von Erde

vorgesehen ist.

Schutz durch Kleinspannung mittels SELV oder PELV

ist eine Schutzmaßnahme, die aus einer von zwei unterschiedlichen Kleinspannungen besteht:

  • SELV (ungeerdeter Stromkreis und Körper) oder
  • PELV (geerdeter Stromkreis und Körper)

Die angewandten Schutzmaßnahmen der elektrischen Anlage müssen bei der Auswahl und dem Errichten der Betriebsmittel berücksichtigt werden. Für spezielle Anlagen sind individuelle Schutzmaßnahmen anzuwenden (siehe dazu Abschn. 410.3.4 bis 410.3.9 dieser Norm). Für spezielle Anlagen sowie spezielle Einsatzorte elektrischer Einrichtungen sind besondere Schutzmaßnahmen gemäß den Normen der Gruppe 700 der Reihe VDE 0100 anzuwenden.

Normenfolien für die Elektrotechnik DIN VDE 0100-410
Maßnahmen zum Schutz vor elektrischen Schlag (Bildquelle: Normenfolien für die Elektrotechnik)

Tipp der Redaktion

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Die komplette Unterweisung (Präsentation in PowerPoint plus Referentenunterlagen in Word) zur Norm DIN VDE 0100-410:2018-10 finden Sie in der Praxislösung „Normenfolien für die Elektrotechnik“.

Inhalt der Unterweisung

  • Inhalt und Anwendungsbereich
  • Allgemeine Anforderungen
  • Schutzmaßnahme: automatische Abschaltung der Stromversorgung
  • Schutzmaßnahme: doppelte oder verstärkte Isolierung
  • Schutzmaßnahme: Schutz durch Kleinspannung mittels SELV und PELV
  • Zusätzlicher Schutz
  • Vorkehrungen für den Basisschutz unter normalen Bedingungen
  • Schutzvorkehrungen zur ausschließlichen Anwendung beim Betreiben und Überwachen der Anlage durch Elektrofachkräfte (EFKs) oder elektrotechnisch unterwiesenen Personen (EuPs)
  • Autor:

    Dipl.-Ing. Sven Ritterbusch

    Geschäftsführender Gesellschafter der GAB Ingenieure GmbH

    Ritterbusch Sven

    Im Jahr 2013 gründete Dipl.-Ing. Sven Ritterbusch die GAB Ingenieure GmbH, die Unternehmen in den Bereichen Arbeitsschutz und Brandschutz berät. Dort ist er als geschäftsführender Gesellschafter und VdS-anerkannter Sachverständiger zum Prüfen elektrischer Anlagen tätig.

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