Lärmbelastungen auf Baustellen

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Lärm ist unbestritten ein Gesundheits- und Stressfaktor in vielen Branchen und Gewerken.
Lärm ist unbestritten ein Gesundheits- und Stressfaktor in vielen Branchen und Gewerken. (Bildquelle: Piotr Wytrazek/iStock/Getty Images)

Die BG ETEM hat untersucht, welche Lärmbelastungen speziell bei Elektroinstallationsarbeiten auf Baustellen auftreten. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im Mai 2019 von der DGUV vorgelegt.

LärmVibrationsArbSchV gibt Auslösewerte vor

Wenn Beschäftigte bei ihren Tätigkeiten einer Lärmbelastung ausgesetzt sind, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die damit verbundenen Gesundheitsrisiken zu ermitteln und zu bewerten. Dabei muss er die Art, Intensität und Dauer des Lärms berücksichtigen. Spätestens wenn die in der LärmVibrationsArbSchV genannten Auslösewerte für den Tages-Lärmexpositionspegel bzw. den Spitzenschalldruckpegel erreicht werden, sind Schutzmaßnahmen unverzichtbar.

Diese Maßnahmen reichen von der arbeitsmedizinischen Beratung und Vorsorge über Kennzeichnungspflichten, Zutrittsbeschränkungen bis zu Gehörschutz-PSA. Konkretisiert wird das Vorgehen im Technischen Regelwerk, insbesondere in den 4 Teilen der TRLV (Technischen Regeln zur Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung, Allgemeines, Gefährdungsbeurteilung, Lärmmessungen, Lärmschutzmaßnahmen).

Lärmgefährdung auf Baustellen

Die tatsächliche Lärmbelastung an einem Arbeitsplatz zu ermitteln ist jedoch nicht immer ganz einfach. Zum Beispiel dann, wenn es nicht um feste Arbeitsplätze geht mit stets gleichen Umgebungsbedingungen — wie beim Arbeiten an einer stationären Maschine, sondern um mobile Einsätze mit unterschiedlichen Tätigkeiten an wechselnden Orten, etwa auf Bau- oder Montagestellen.

Dies betrifft insbesondere den Einsatz von Elektroinstallateuren auf Baustellen. Denn um im Neubau oder bei Altbausanierungen Leitungen zu verlegen, werden oft lärmintensive Maschinen wie Bohrhämmer oder Mauernutfräsen eingesetzt. Dazu kommen je nach Baustellensituation weitere Lärmbelastungen durch Baustellenfahrzeuge oder andere Gewerke.

Expositionsmessungen bei typischen Tätigkeiten

Die Untersucher der BG ETEM nahmen Ganztagesmessungen an wechselnden Versuchspersonen aus insgesamt zehn Betrieben und bei verschiedenen Tätigkeiten vor. Dabei wurden die Lärmwerte mit einem Mikrofon in Ohrnähe erfasst und durch ein Lärmdosimeter (Personenschallexposimeter gemäß DIN EN 61252) aufgezeichnet. Alle Messwerte wurden protokolliert und ausgewertet. Daraus ergibt sich ein Überblick zu den Lärmexpositionen von typischen Tätigkeiten bei Elektroinstallationsarbeiten auf Baustellen.

Repräsentative Messergebnisse für eigene Gefährdungsbeurteilungen nutzbar

Die gute Nachricht für Elektrobetriebe, die ihre Mitarbeiter auf Baustellen einsetzen, ist: Die nun veröffentlichten Ergebnisse werden von der DGUV als „repräsentative Aussagen zur Lärmbelastung bei Elektroinstallationsarbeiten auf Baustellen“ bezeichnet. Sie lassen sich daher für die eigenen Gefährdungsbeurteilungen nutzen.

Beim Ermitteln individueller Tages-Lärmexpositionspegel muss zwar die zeitliche Zusammensetzung der unterschiedlichen Tätigkeiten über einen Arbeitstag berücksichtigt werden. Sind die Tätigkeiten an sich jedoch vergleichbar, können eigene aufwendige Lärmmessungen entfallen.

Nützliche Expositionsdatenblätter

Die Studie kann daher als Arbeitserleichterung dienen für jeden, der in der Elektroinstallationsbranche für Gefährdungsbeurteilungen zuständig ist. Der Anhang enthält eine ganz Liste von Expositionsdatenblättern „Lärm“ für typische Tätigkeiten wie Unterputzdosen bohren, Schlitzarbeiten oder dem Einsatz eines Betonnaglers beim Verlegen von Leerrohren auf Betonböden.

Die Studie „Lärmexposition bei Elektroinstallationsarbeiten auf Baustellen“ ist als IFA-Report 2-2019 erschienen und steht als kostenloser Download bereit.

  • Autor:

    Dr. Friedhelm Kring

    freier Lektor und Redakteur

    Kring, Friedhelm

    Dr. Friedhelm Kring ist freier Lektor, Redakteur und Fachjournalist mit den Schwerpunkten Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

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