Erneuerbare-Energien-Gesetz: Reform seit 01.01.2021 in Kraft

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EEG hat seit 01.01.2021 neues Ziel: bis 2030 den Anteil der Erneuerbaren auf 65 Prozent steigern.
Ehrgeiziges Ziel des reformierten EEG: 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien 65 % betragen. (Bildquelle: RossHelen/iStock/Getty Images Plus)

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde zum 1. Januar 2021 nun selbst erneuert. Die Regierung verfolgt damit ehrgeizige Ziele, die manchen noch nicht ehrgeizig genug sind.

Die Reform des EEG zum 01.01.2021 war nicht die erste und wird wohl auch nicht die letzte bleiben. Das Gesetz hat ein schlagkräftiges Werkzeug: die EEG-Umlage. Mit ihr werden die erneuerbaren Energien gefördert. Für den Verbraucher ist die Umlage für 2021 auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt – möglich gemacht durch zusätzliche Fördermilliarden vom Staat.

Erneuerbare-Energien-Gesetz: Ziel der Reform 2021

Vorrangiges Ziel der Reform des EEG ist es, den Anteil der Erneuerbaren auf 65 Prozent im Jahr 2030 zu erhöhen. Zu Redaktionsschluss heute, am 4. Februar 2021, sind es 38,1 Prozent. Die Entwicklung können Sie, wenn Sie mögen, täglich neu auf Spiegel online mitverfolgen.

Wie will die Regierung dieses ehrgeizige Ziel erreichen? Nun, das Gesetz hat klare Mengenziele für Wind- und Solarkraft installiert. Dabei bleibt es aber nicht stehen, sondern sieht konkrete Maßnahmen vor.

Mengenziele für Windkraft

Die installierte Leistung der Windkraft lag zu Ende des Jahres 2019 bei circa 54 Gigawatt. Bis zum Jahr 2030 soll sie auf 71 Gigawatt steigen. Diese Maßnahmen sieht das EEG dafür vor:

  • Im Süden der Bundesrepublik sollen neue Windräder gebaut werden.
  • Die Kommunen sollen an den Gewinnen teilhaben, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern.
  • Unter Umständen können Anwohner den Strom günstiger bekommen.
  • Alte Windkraftanlagen sollen modernisiert werden können.

Mengenziele für Solarenergie

Die Solarenergie-Leistung soll jedes Jahr um ca. 5 Gigawatt steigen. Bis zum Jahr 2030 sollen dann 100 Gigawatt erreicht werden – das ist fast eine Verdoppelung der heutigen Leistung von 52 Gigawatt. Folgende Maßnahmen sind geplant:

  • Ältere Anlagen müssen zunächst nicht mit intelligenten Stromzählern aufgerüstet werden.
  • Es soll Ausschreibungen geben für die Abnahme von Strom aus großen Solaranlagen. Den Zuschlag erhält, wer die geringsten Abnahmepreise für den Strom verlangt.

Änderungen bei der EEG-Umlage

Diese Änderungen verfügt das reformierte Gesetz für die EEG-Umlage:

  • Privaterzeuger von Solarstrom haben jetzt einen umlagefreien Eigenverbrauch bis 30 Kilowatt (statt bisher 10).
  • Vollkommen frei von der EEG-Umlage ist die Produktion von grünem Wasserstoff.

Kritik an der Gesetzesreform

Von wissenschaftlicher Seite wird kritisiert, dass der geplante Ausbau von Windkraft und Solarenergie zu langsam sei. Die Steigerung müsse noch deutlich höher ausfallen, weil man sonst nicht wie geplant konventionelle Kraftwerke vom Netz werde nehmen können.

Aber auch Verbände äußerten Kritik. Sie sehen zum Teil zu viele Kompromisse und verlangen statt vieler Änderungen im Detail eine grundlegende Reform des Gesetzes. Die geplanten Ziele würden der Zeit hinterherhinken.

Die Grünen meinen, dass die beschlossenen Ausbauziele auf der irrigen Annahme beruhten, der Stromverbrauch in Deutschland würde bis 2030 leicht sinken – während Experten von einer deutlichen Steigerung ausgingen. Zunehmende Nutzung von Elektroautos, Wärmepumpen und Wasserstoff würde den Stromverbrauch im Gegenteil ankurbeln.

Quellen: www.deutschlandfunk.de, tei, pto, rtr/dpa

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