DIN VDE 0100 Beiblatt 5: Maximal zulässige Längen von Kabeln und Leitungen
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Die maximale Länge von Kabeln und Leitungen beeinflusst die Sicherheit und Funktionsfähigkeit elektrischer Anlagen. Das DIN VDE 0100 Beiblatt 5 bietet hierfür praktische Hilfestellung: Es unterstützt bei der Auswahl und Koordination von Betriebsmitteln sowie bei der Überprüfung von Fehlerschutz, Kurzschlussschutz und Spannungsfall. Zur vereinfachten Anwendung stehen Auswahltabellen bereit, mit denen sich maximal zulässige Leitungslängen schnell ermitteln lassen.
DIN VDE 0100 Beiblatt 5: Allgemeine Hinweise zur Anwendung
Elektrische Anlagen sind so zu errichten und zu betreiben, dass bei ordnungsgemäßem Betrieb (Anlage im sicheren Zustand) und im Fehlerfall, unter Einbeziehung der anzuwendenden Schutzmaßnahmen,
- Personen und Nutztiere nicht gefährdet oder
- Anlagen und Sachwerte nicht beschädigt werden.
Ziel für Normenanwender
Das Beiblatt 5 zur DIN VDE 0100 gibt praxisnahe Hinweise zur Auswahl und Koordinierung von Betriebsmitteln in Stromkreisen. Es unterstützt Elektrofachkräfte dabei, Schalt- und Schutzgeräte sowie Kabel-, Leitungs- und Schienenanlagen normgerecht auszulegen und aufeinander abzustimmen. Ziel ist es, die Schutzziele hinsichtlich Fehlerschutz, Kurzschlussschutz, Überlastschutz und Spannungsfall zuverlässig einzuhalten.
Bestandteile
- Auswahl und Überprüfung hinsichtlich des Schutzes von Leitern (Schutz bei Überlast und Kurzschluss nach DIN VDE 0100-430)
- Auswahl, Koordinierung und Überprüfung hinsichtlich des Schutzes gegen elektrischen Schlag (Fehlerschutz) durch automatisches Abschalten der Stromversorgung nach DIN VDE 0100-410
- Auswahl und Überprüfung hinsichtlich des zulässigen Spannungsfalls im Stromkreis
- Koordinierung und Überprüfung des selektiven Verhaltens der Schutzeinrichtungen im Stromkreis
Mit der Bestimmung der maximalen Grenzlänge des Stromkreises (lmax) werden überprüft:
- die Wirksamkeit des Fehlerschutzes bei der Schutzmaßnahme „Schutz durch automatische Abschaltung der Stromversorgung“ bei minimalem Fehlerstrom bei Körperschluss am Ende des Stromkreises
- die Wirksamkeit des Schutzes bei Kurzschluss mit minimalem Fehlerstrom am Ende des Stromkreises
- der maximal zulässige Spannungsfall im Stromkreis
Die Überprüfung erfolgt hinsichtlich:
- Auswahl der Betriebsmittel
- Überprüfung auf Schutz bei Überlast und Schutz bei Kurzschluss nach DIN VDE 0100-430
- Überprüfung der Schutzmaßnahme „Schutz gegen elektrischen Schlag durch automatische Abschaltung der Stromversorgung“
- Überprüfung auf den zulässigen Spannungsfall
Downloadtipps der Redaktion
Unterweisung: Elektrofachkraft/verantwortliche Elektrofachkraft
Hier gelangen Sie zum Download.
Checkliste: Sichere Kabel und Leitungsanlagen
Hier gelangen Sie zum Download.
Arbeitsanweisung: Kabelanlagen
Hier gelangen Sie zum Download.
Downloadpaket für ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel
Bestimmung und Koordination von Betriebsmitteln in Stromkreisen
Die Überprüfung erfolgt in neun Schritten hinsichtlich:
- Auswahl der Betriebsmittel
- Überprüfung auf Schutz bei Überlast und Schutz bei Kurzschluss
- Überprüfung der Schutzmaßnahme „Schutz gegen elektrischen Schlag durch automatische Abschaltung der Stromversorgung“
- Überprüfung auf den zulässigen Spannungsfall
1. Schritt
Bestimmung der Impedanzen und der unbeeinflussten Kurzschlussströme am Anfang des Stromkreises für die Bemessung der Betriebsmittel auf Kurzschlussfestigkeit und der Schaltgeräte auf Ein- und Ausschaltvermögen
2. Schritt
Bestimmung des maximalen Betriebsstroms (IB) unter Berücksichtigung
- der zulässigen Erwärmung und
- des zulässigen Spannungsfalls
3. Schritt
Bestimmung des Bemessungsstroms (In) der Schutzeinrichtung (z.B. Schmelzsicherung, Leitungsschalter, Leistungsschalter) bzw. des Einstellstroms (Ir) des Überlastauslösers
4. Schritt
Bestimmen der Leiterquerschnitte des Stromkreises für:
- die Außenleiter (L1, L2, L3)
- den Neutralleiter (N)
- den Schutzleiter (PE) oder den PEN-Leiter
5. Schritt
Überlastschutz nach DIN VDE 0100-430
6. Schritt
Kurzschlussschutz – Fehler am Anfang des Stromkreises nach DIN VDE 0100-430
7. Schritt
Maximal zulässige Grenzlänge des Stromkreises (lmax) eingehalten?
- Schutz gegen elektrischen Schlag, Schutz durch automatisches Abschalten der Stromversorgung bei minimal erforderlichem Fehlerstrom (Ik erf)
- Schutz bei minimalem Kurzschluss am Ende des Stromkreises bei Leitertemperatur (tk) und minimal erforderlichem Fehlerstrom (Ik erf)
- bei zulässigem Spannungsfall im Stromkreis
8. Schritt (wenn gefordert)
Selektivität der Überstrom-Schutzeinrichtung zu allen vorgeordneten Schutzeinrichtungen
9. Schritt
Dokumentation und Abschluss
Tipp der Redaktion
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Schulungsvorlage VDE 0100 Beiblatt 5: Maximal zulässige Längen von Kabeln und Leitungen
Sie wollen sich über den ganzen Inhalt des Beiblatts informieren? Oder Ihre Mitarbeiter dazu schulen? Die komplette Schulungsvorlage inklusive der ausführlichen Referentenunterlage finden Sie in den „Schulungsvorlagen für die Elektrotechnik“.
Hier der Inhalt der einzelnen Folien:
- VDE 0100 Beiblatt 5: Anwendungsbereich und Struktur
- Allgemeine Hinweise zur Anwendung des Beiblatts
- Ablauf für die Bestimmung und die Koordination
- Kurzschlussbelastungen am Anfang des Stromkreises
- Bestimmen und Ermitteln von Werten der Betriebsmittel
- Überprüfung auf Schutz bei Überlast (DIN VDE 0100-430)
- Überprüfung der maximalen Grenzlängen des Stromkreises
- minimal erforderlicher Fehlerstrom bei minimalem Kurzschluss am Ende des Stromkreises
- minimal erforderlicher Fehlerstrom für den Fehlerschutz
- Grenzlänge bei maximal zulässigem Spannungsfall
- Überprüfung der Selektivität
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