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Ausbildung und Qualifikation einer Elektrofachkraft (EFK)

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Der Status EFK kann verjähren.
Der Status "Elektrofachkraft" kann verjähren. (Bildquelle: Hongqi Zhang/iStock/Thinkstock)

Ob sich jemand Elektrofachkraft (EFK) nennen darf oder nicht, ist ein viel diskutiertes Thema. Das Gebiet der Elektrotechnik ist vielfältig und verändert sich laufend. Deshalb muss eine Elektrofachkraft besondere Anforderungen erfüllen, um verantwortungsvoll und sicher arbeiten zu können.

Die EFK: der „Erfüllungsgehilfe“ des Vorgesetzten

Laut BGB und Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) braucht ein Vorgesetzter einen „Erfüllungsgehilfen“, der die Verantwortung für die „Elektrizität“ übernimmt. Diese Aufgabe fällt der Elektrofachkraft zu. Sie muss laut diesen Gesetzen so ausgebildet und qualifiziert sein, dass sie ihre Aufgaben vernünftig wahrnehmen kann.

Ausbildung allein macht noch keine EFK

Um Aufgaben richtig erfüllen zu können, reicht eine Ausbildung allein nicht aus. Da sich die Technik ständig weiterentwickelt und sich Gesetze und Vorschriften schnell ändern können, muss sich eine Elektrofachkraft kontinuierlich weiterbilden. Daher fordert die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ (bisher: BGV A1) regelmäßige Schulungen, und zwar mindestens einmal pro Jahr. Entsprechend kann eine Qualifikation zur Elektrofachkraft auch erlöschen, wenn eine Person längere Zeit in einem berufsfremden Arbeitsgebiet tätig ist. Wann dieser Zeitraum zu lang ist, muss die verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) im Einzelfall beurteilen. Die verantwortliche Elektrofachkraft wird vom Unternehmer beauftragt und übernimmt nach VDE 1000-10 „Anforderungen an die im Bereich der Elektrotechnik tätigen Personen“ die Fach- und Aufsichtsverantwortung.

VDE 1000-10: Definition der Elektrofachkraft

Die Norm VDE 1000-10 („Anforderungen an die im Bereich der Elektrotechnik tätigen Personen“) definiert eine Elektrofachkraft als eine Person, die aufgrund ihrer „fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Normen die ihr übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann“. Zu den einschlägigen Normen, die eine Elektrofachkraft kennen muss, zählen nicht nur DIN- und VDE-Normen, sondern auch andere Vorschriften wie z.B. die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), TRBSen, Unfallverhütungsvorschriften. Arbeitet eine Elektrofachkraft an Anlagen, die an das öffentliche Elektrizitätsversorgungsnetz angeschlossen sind, muss sie im Installateurverzeichnis des Verteilungsnetzbetreibers (VNB) eingetragen sein.

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Fachliche Ausbildung

Grundlage für die Tätigkeit als Elektrofachkraft ist eine fachliche Ausbildung in einem bestimmten Arbeitsgebiet der Elektrotechnik: die Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf zum Gesellen/Facharbeiter, Handwerksmeister, Industriemeister, staatlich geprüften Techniker oder Diplomingenieur bzw. Bachelor oder Master. Auch eine dokumentierte mehrjährige Tätigkeit mit einer Ausbildung in Theorie und Praxis kann diese fachliche Grundlage bilden.

Abgrenzung zwischen EFK, EuP und Laien

Als elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) definiert die VDE 1000-10 eine Person, die „durch eine Elektrofachkraft über die ihr übertragenen Aufgaben und die möglichen Gefahren bei unsachgemäßem Verhalten unterrichtet und erforderlichenfalls angelernt sowie über die notwendigen Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen belehrt wurde“. Eine elektrotechnisch unterwiesene Person darf unter Anleitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln arbeiten. Eine Person, die weder Elektrofachkraft noch elektrotechnisch unterwiesene Person ist, gilt als elektrotechnischer Laie. Dazu gehören auch Studierende der Elektrotechnik.

Arbeiten an Hochspannungsanlagen darf nicht jede EFK ausüben.
Arbeiten an Hochspannungsanlagen darf nicht jede EFK ausüben. (Bildquelle: deadandliving/iStock/Thinkstock)

Keine EFK kann alles!

Von der Fernmeldetechnik über den Elektromaschinenbau bis hin zur Arbeit an Hochspannungsanlagen – die Elektrotechnik ist ein vielseitiges Arbeitsfeld. Deshalb steht in Anhang A der VDE 1000-10 ganz klar, dass es keine Elektrofachkraft gibt, die umfassend für alle Arbeitsgebiete ausgebildet und qualifiziert ist. Im Klartext: Eine Elektrofachkraft auf dem Gebiet der Fernmeldetechnik ist ein Laie im Umgang mit Hochspannungsanlagen.

Autorin: Birgit Adam

Birgit Adam

Birgit Adam - Freie Autorin

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