Wiederholungsprüfung von Schweißgeräten

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Die DIN VDE 0544-4 beschreibt den Prüfablauf für Lichtbogenschweißeinrichtungen
Die DIN VDE 0544-4 beschreibt den Prüfablauf für Lichtbogenschweißeinrichtungen. (Bildquelle: Photos.com/Photos.com/Thinkstock)

In der Praxis werden Schweißgeräte häufig bei einer Wiederholungsprüfung unzureichend bzw. falsch geprüft. Denn es ist weitgehend unbekannt, dass die elektrische Wiederholungsprüfung von Schweißstromquellen nicht nach der DIN VDE 0701-0702, sondern nach der DIN VDE 0544-4 zu erfolgen hat.

Die DIN EN 60974-4 (VDE 0544-4):2017-05 "Lichtbogenschweißeinrichtungen – Teil 4: Wiederkehrende Inspektion und Prüfung"  beschreibt den vollständigen Prüfablauf für Lichtbogenschweißeinrichtungen.

Neben dem Schutzleiterwiderstand und diversen Isolationswiderständen müssen der Sondenstrom der Schweißstromausgänge, der Sondenstrom der berührbarleitfähigen Teile, der Differenzstrom sowie die Leerlaufspannungen für Gleich- und/oder Wechselstrom gemessen und protokolliert werden.

Die Tabelle 1 der DIN VDE 0544-4 gibt für Schweißstromquellen die erforderlichen Prüfungen und deren Reihenfolge vor:

 
Wiederkehrende Inspektion und Prüfung Nach Reparatur
Sichtprüfung Sichtprüfung

Elektrische Prüfung:

  • Schutzleiterwiderstand
  • Isolationswiderstand; optional Prüfung des Berührungsstroms des Schweißstromkreises, des Berührungsstroms für den Normalbetrieb und des Schutzleiterstroms
  • Leerlaufspannung

Elektrische Prüfung:

  • Schutzleiterwiderstand
  • Isolationswiderstand; optional Prüfung des Berührungsstroms des Schweißstromkreises, des Berührungsstroms für den Normalbetrieb und des Schutzleiterstroms
  • Leerlaufspannung

Funktionsprüfung:

  • keine Anforderung

 

Funktionsprüfung:

  • Ein-/Ausschalteinrichtung für den Netzanschluss
  • Spannungsminderungseinrichtungen
  • Gas- und Magnetventil
  • Melde- und Kontrollleuchten
Dokumentation Dokumentation

 

Besondere Prüfbedingungen nach DIN VDE 0544-4 gegenüber der DIN VDE 0701-0702

Wichtig ist z.B. auch das Einhalten der Grenzwerte für die Leerlaufspannung. Es gibt die Forderung, bei der Prüfung von Schweißgeräten die zulässigen Werte der Leerlaufspannung zu prüfen und zu dokumentieren. Die Scheitelwerte werden mit folgender Messschaltung reproduzierbar und ohne Beeinflussung durch ungefährliche Spitzenspannungen gemessen:

Schaltbild für die Messschaltung der Leerlaufspannung nach DIN VDE 0544-4
Schaltbild für die Messschaltung der Leerlaufspannung nach DIN VDE 0544-4

Die vorstehend dargestellte Messschaltung zur Leerlaufspannungsmessung bei Schweißstromquellen ist in den meisten Prüfgeräten nicht enthalten. Verschiedene Hersteller bieten aber ein Zusatzmodul an, das die Messung der Leerlaufspannung ermöglicht:

Modul zur Messung der Leerlaufspannung bei Lichtbogenschweißgeräten
Modul zur Messung der Leerlaufspannung bei Lichtbogenschweißgeräten (Bildquelle: Gossen-Metrawatt)

Auch bei den Grenzwerten der Isolationswiderstände und beim Ableitstrom bestehen große Unterschiede zur DIN VDE 0701-0702. Eine vollumfängliche Abhandlung der Prüfproblematik bei Schweißgeräten kann in diesem Fachartikel nicht erfolgen.

Protokollierung der Prüfung

Die Dokumentation der Prüfung hat immer mittels einer Prüfplakette zzgl. einem Prüfprotokoll zu erfolgen.

Prüfplakette
Prüfplakette

Beitrag aus dem Jahr 2010, wurde geprüft und aktualisiert am 28. Mai 2020

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  • Autor:

    Stefan Euler

    Geschäftsführer der MEBEDO Consulting GmbH und MEBEDO Akademie GmbH sowie BDSH e.V. geprüfter Sachverständiger Elektrotechnik

    Euler, Stefan

    Der Schwerpunkt seiner heutigen Tätigkeit liegt in der Beratung von Unternehmen beim Aufbau einer rechtssicheren Organisationsstruktur im Bereich der Elektrotechnik. Teilweise schließt dies auch die Übernahme der Verantwortung als externe verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK) / Interim Manager Elektrosicherheit für die Unternehmen ein.

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Kommentare

Kommentar von Tagoo@R&D |

Zu dem Kommentar von Erwin P. Scissek. ............................ Das kann nur jemand schreiben dem die Grundkenntnisse fehlen.
Ich stehe in keinerlei Beziehung zum Verfasser des Artikels aber bin sehr tief im Thema bezüglich Schweisstechnik und UVV / BIA.
Eine moderne Stromquelle verhält sich total anders als man es von Trafo Gleicrichter Anordnungen kennt.
Die Last am Ausgang beeinflusst die Steuerelektronik egal ob es sich nun um PWM oder andere Regler / Steller handelt.
Das ist teils systembedingt teils absichtlich so gesteuert man denke nur an Spannungsminderungseinrichtungen etc.
Der berührende Mensch stellt welche Last dar? Nur mal als Denkanstoss.
Weiter Infos kann ich bei ernsthaftem Interesse liefern (natürlich nur ganz grob umrissen weil ich mich nicht kostenlos zum Kasper mache).

Kommentar von Erwin P. Scissek |

Der Artikel macht sich wichtig, ohne konkrete Aussagen. Warum z.B. eine Belastung bei der Leerlaufspannung?

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