3,6/5 Sterne (16 Stimmen)
Wiederholungsprüfung von Schweißgeräten 3.6 5 16

Wiederholungsprüfung von Schweißgeräten

(Kommentare: 2)

Die VDE 0544-4 beschreibt den Prüfablauf für Lichtbogenschweißeinrichtungen
Die VDE 0544-4 beschreibt den Prüfablauf für Lichtbogenschweißeinrichtungen (Bildquelle: Photos.com/Photos.com/Thinkstock))

In der Praxis werden Schweißgeräte häufig bei einer Wiederholungsprüfung unzureichend bzw. falsch geprüft. Denn es ist weitgehend unbekannt, dass die elektrische Wiederholungsprüfung von Schweißstromquellen nicht nach der VDE 0701-0702, sondern nach der VDE 0544-4 zu erfolgen hat.

Die VDE 0544-4 "Lichtbogenschweißeinrichtungen - Teil 4: Inspektion und Prüfung während des Betriebes (IEC 60974-4:2006)" vom September 2007 beschreibt auf 21 Seiten den vollständigen Prüfablauf für Lichtbogenschweißeinrichtungen.

Neben dem Schutzleiterwiderstand und diversen Isolationswiderständen müssen der Sondenstrom der Schweißstromausgänge, der Sondenstrom der berührbarleitfähigen Teile, der Differenzstrom sowie die Leerlaufspannungen für Gleich- und/oder Wechselstrom gemessen und protokolliert werden.
Die Tabelle 1 der VDE 0544-4 gibt für Schweißstromquellen die erforderlichen Prüfungen und deren Reihenfolge vor:

Abb. 1: Prüfablauf für Schweißstromquellen gemäß Tabelle 1 der VDE 0544-4 (Klicken Sie auf die Abbildung, um sie zu vergrößern)

Prüfablauf für Schweißstromquellen (Klicken Sie auf die Abbildung, um sie zu vergrößern)

Besondere Prüfbedingungen nach VDE 0544-4 gegenüber der VDE 0701-0702

Wichtig ist z.B. auch das Einhalten der Grenzwerte für die Leerlaufspannung. Es gibt die Forderung bei der Prüfung von Schweißgeräten die zulässigen Werte der Leerlaufspannung zu prüfen und zu dokumentieren. Die Scheitelwerte werden mit folgender Messschaltung reproduzierbar und ohne Beeinflussung durch ungefährliche Spitzenspannungen gemessen:

Abb. 2: Schaltbild für die Messschaltung der Leerlaufspannung nach VDE 0544-4
Schaltbild für die Messschaltung der Leerlaufspannung

Die vorstehend dargestellte Messschaltung zur Leerlaufspannungsmessung bei Schweißstromquellen ist in den meisten Prüfgeräten nicht enthalten.
Verschiedene Hersteller bieten aber ein Zusatzmodul an, das die Messung der Leerlaufspannung ermöglicht:

Abb. 3: Modul zur Messung der Leerlaufspannung bei Lichtbogenschweißgeräten (Bildquelle: Gossen-Metrawatt)
Modul zur Messung der Leerlaufspannung bei Lichtbogenschweißgeräten

Auch bei den Grenzwerten der Isolationswiderstände und beim Ableitstrom bestehen große Unterschiede zur VDE 0701-0702. Eine vollumfängliche Abhandlung der Prüfproblematik bei Schweißgeräten kann in diesem Fachartikel nicht erfolgen.

Protokollierung der Prüfung

Die Dokumentation der Prüfung hat immer mittels einer Prüfplakette zzgl. einem Prüfprotokoll zu erfolgen.

Abb. 4: Prüfplakette

Prüfplakette

Autor: Stefan Euler, BDSH-geprüfter Sachverständiger

Zurück

Kommentare

Kommentar von Tagoo@R&D |

Zu dem Kommentar von Erwin P. Scissek. ............................ Das kann nur jemand schreiben dem die Grundkenntnisse fehlen.
Ich stehe in keinerlei Beziehung zum Verfasser des Artikels aber bin sehr tief im Thema bezüglich Schweisstechnik und UVV / BIA.
Eine moderne Stromquelle verhält sich total anders als man es von Trafo Gleicrichter Anordnungen kennt.
Die Last am Ausgang beeinflusst die Steuerelektronik egal ob es sich nun um PWM oder andere Regler / Steller handelt.
Das ist teils systembedingt teils absichtlich so gesteuert man denke nur an Spannungsminderungseinrichtungen etc.
Der berührende Mensch stellt welche Last dar? Nur mal als Denkanstoss.
Weiter Infos kann ich bei ernsthaftem Interesse liefern (natürlich nur ganz grob umrissen weil ich mich nicht kostenlos zum Kasper mache).

Kommentar von Erwin P. Scissek |

Der Artikel macht sich wichtig, ohne konkrete Aussagen. Warum z.B. eine Belastung bei der Leerlaufspannung?

* Pflichtfeld