Messung des Schutzleiterwiderstands
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Warum misst man den Schutzleiterwiderstand überhaupt? Und wie ist die Messung durchzuführen? Dieser Beitrag erklärt die Schutzleiterprüfung mit einem Prüfgerät nach VDE 0701 und VDE 0702 und erläutert, wie groß der Schutzleiterwiderstand maximal sein darf.
Schutzleiterprüfung mit einem Prüfgerät VDE 0701 bzw. 0702
Die VDE 0701 regelt die Prüfung elektrischer Geräte nach Reparatur oder Änderung, während die VDE 0702 die Wiederholungsprüfung elektrischer Geräte während ihres Betriebs festlegt.
Warum misst man den Schutzleiterwiderstand? Die Messung dient dem Nachweis, dass die vorhandenen Schutzleiter zwischen
- der Anschlussstelle des Schutzleiters an die elektrische Anlage und
- den berührbaren leitfähigen Teilen, die vom Hersteller in eine Schutzleiterschutzmaßnahme einbezogen wurden,
eine ordnungsgemäße elektrische Verbindung bewirken.
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Mess- und Prüfprotokoll nach VDE 0701 und VDE 0702
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Unterweisung: Prüfung ortsveränderlicher Betriebsmittel
Wie groß darf der Schutzleiterwiderstand maximal sein?
Ordnungsgemäß ist eine Verbindung, wenn sich bei der im Bild dargestellten Messung ein Messwert ergibt, der ungefähr dem (vom Prüfer geschätzten) Widerstand der Schutzleiterstrecke entspricht.
Um die Beurteilung zu vereinfachen, wurde in der Norm DIN EN 50678 (VDE 0701) „Allgemeines Verfahren zur Überprüfung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen von Elektrogeräten nach der Reparatur“ als Grenzwert/Richtwert der Widerstand von 0,3 Ω festgelegt. Dieser ergibt sich aus dem Widerstand der Schutzleiterstrecke RSL (max. 10 m Leitung mit 1 mm2 Cu ≈ 0,18 Ω) und einem im Allgemeinen vorhandenen Übergangswiderstand (0,1 Ω). Bei höheren Messwerten ist deren Ursache festzustellen.
Bei Leitungen mit einem Bemessungsstrom über 16 A und demzufolge einem höheren Querschnitt ist zu berücksichtigen, dass sich ein geringerer Messwert ergeben muss.
Mögliche Ursachen eines Widerstands RSL > 0,3 Ω:
- mangelhafte Verbindung
- die zur Anwendung des Geräts erforderliche Länge seiner Anschlussleitung (RSL max. 1 Ω)
- in den Schutzleiter des Geräts eingefügte, in der Herstellernorm vorgegebene EMV-Beschaltungen
- Übergangswiderstände an den Steckkontakten
Ob es sich um Übergangswiderstände handelt, kann durch eine Messung mit einem hohen Messstrom oder durch eine Reinigung der Kontakte festgestellt werden. Diese Widerstände sind bei der Bewertung nicht mit zu berücksichtigen. Trotz der Beschaltungen darf der Messwert den Wert 0,3 Ω nicht überschreiten (Messstrom ggf. 5 A oder mehr).
Der Anschluss des Schutzleiters an innere Teile des Geräts muss nicht nachgewiesen werden.
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Für Schutzleiterprüfung das richtige Prüfgerät wählen
Der Prüfstrom muss zumindest 0,2 A betragen. Zu empfehlen ist im Allgemeinen die Anwendung eines Prüfgeräts, das
- einen Messstrom von 0,2 A DC abgibt,
- die Zeit der Messung nicht begrenzt und
- jede Messung zweimal mit jeweils unterschiedlicher Stromrichtung vornimmt (im Fehlerfall ergeben sich unterschiedliche Messwerte).
Die Messunsicherheit (bisher: Messfehler, Betriebsmessabweichung, Gebrauchsfehler) der Prüfgeräte muss bei der Bewertung des Messwerts nicht berücksichtigt werden, da es beim Beurteilen nur auf die Größenordnung und nicht auf den genauen Betrag des gemessenen Schutzleiterwiderstands ankommt.
Bei Geräten mit extrem langer Anschlussleitung und demzufolge einem Schutzleiterwiderstand über 1 Ω ist der Anwender darüber zu informieren, dass damit möglicherweise die Schleifenimpedanz des Stromkreises zu hoch werden kann und daher ihr Einsatz nur über einen Fehlerstromschutzschalter erfolgen sollte.
Bei Geräten mit einem Nennstrom > 16 A muss der Grenzwert anhand der Leiterlänge des Leiterquerschnitts und Material des Leiters berechnet werden!
Beitrag von 2021, wurde geprüft und aktualisiert 03/2026.
Autoren: Dipl.-Ing. Klaus Bödeker, Stefan Euler
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