Mit Beginn der warmen Monate steigt auch die Zahl der Arbeiten in der Höhe – etwa auf Dächern, Gerüsten oder bei der Installation von Photovoltaikanlagen. Für Elektrofachkräfte bedeutet das: erhöhtes Absturzrisiko und hohe Anforderungen an den Arbeitsschutz. Gerade bei Auswahl, Einsatz und Prüfung der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) passieren jedoch immer wieder kritische Fehler. Worauf es jetzt ankommt und wie Sie typische Schwachstellen vermeiden.
Es hatte juristische Folgen: Ein 16-jähriger Elektriker-Auszubildender stürzte bei Arbeiten auf einem ungesicherten Dach aus rund 8 m Höhe ab und erlitt schwere Verletzungen. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg haftet der Ausbilder, weil er keine ausreichenden Schutzmaßnahmen getroffen hat. Davon berichtet handwerksblatt.de in einem Post vom 13. November 2025 auf Instagram. Es ist nur ein Beispiel; immer wieder kommt es zu solchen Unfällen durch fehlende Absturzsicherung. Etliche Pressemeldungen kursieren im Internet.
Erhöhte Unfallgefahr
Generell gehören Arbeiten in der Höhe zu den besonders risikobehafteten Tätigkeiten, und dies gilt ausdrücklich auch für Elektrofachkräfte. Ob bei der Installation von Beleuchtungsanlagen, Wartungsarbeiten an Kabeltrassen oder Tätigkeiten auf Dächern und Fassaden: Absturzunfälle zählen seit Jahren zu den häufigsten und zugleich schwersten Arbeitsunfällen. Die Auswertung aktueller Unfallstatistiken zeichnet dabei ein klares Bild – und liefert zugleich Hinweise für die Prävention.
Laut regelmäßiger Erhebungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind Abstürze eine der häufigsten Ursachen tödlicher Arbeitsunfälle. Nach den jüngsten verfügbaren Auswertungen lag der Anteil tödlicher Absturzunfälle in den Jahren 2024 und 2025 in einer Größenordnung von rund 15 bis 18 % aller tödlichen Arbeitsunfälle – und damit auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den Vorjahren. Absolut betrachtet, bewegt sich die Zahl tödlicher Absturzereignisse weiterhin im Bereich von etwa 50 bis 70 Fällen pro Jahr. Obendrein werden jährlich mehrere zehntausend meldepflichtige Absturzunfälle registriert, also solche, bei denen sich Beschäftigte entsprechend verletzten.
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