elektrofachkraft.de – Das Magazin (Ausgabe 70)
Aktuelle Ausgabe: Mai 2026 (Ausgabe 70)
Inhaltsübersicht
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In Zeiten stagnierender oder sogar sinkender Auftragszahlen scheuen nicht nur kleine und mittlere Unternehmen davor zurück, den hauseigenen Maschinenpark mit Neubeschaffungen aufzuwerten. Statt also teure Investitionsgüter zu erwerben, passt man vorhandene Maschinen und Produktionsanlagen per Retrofit an den Stand der Technik an. Weil dieser Prozess nicht nur wirtschaftliche und technische, sondern auch rechtliche Implikationen hat, sollte man Retrofit als Gemeinschaftsprojekt mit klar definierten Rollen gestalten und bei Bedarf externe Experten hinzuziehen.
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Falsch ausgewählte elektrische Leitungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Störungen, Überlastungen und Brandrisiken in elektrischen Anlagen. Eine sichere Auslegung erfordert mehr als die Betrachtung von Strombelastbarkeit und Spannungsfall. Verlegeart, Umgebungseinflüsse, Leitungshäufung sowie die korrekte Abstimmung von Leitungen und Schutzorganen sind entscheidend, um die zulässigen Temperatur- und Belastungsgrenzen einzuhalten. Nur eine normgerechte und vorausschauende Planung gewährleistet langfristig Betriebssicherheit und den Schutz von Anlagen und Personen.
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Die überarbeitete TRBS 1201 konkretisiert die Anforderungen an Prüfungen und Kontrollen von Arbeitsmitteln deutlich. Sie stärkt die Bedeutung der Gefährdungsbeurteilung, verschärft die Bewertung festgestellter Mängel und definiert klare Konsequenzen bis hin zur Stilllegung bei Gefährdungen. Für Elektrofachkräfte schafft die Regelung einen rechtssicheren Rahmen für die Prüfung elektrischer Arbeitsmittel und Anlagen – von der Festlegung risikoorientierter Prüffristen bis zur qualifikationsgerechten Durchführung durch befähigte Personen.
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Brandschutzhelfer und Brandschutzbeauftragte übernehmen unterschiedliche Aufgaben mit jeweils klarer rechtlicher Einordnung. Während Brandschutzhelfer ab dem ersten Beschäftigten verpflichtend zu benennen sind, gilt die Bestellung eines Brandschutzbeauftragten als empfehlenswerte organisatorische Maßnahme bei erhöhter Brandgefährdung – mit möglicher Verpflichtung aus Landesrecht, behördlichen Auflagen oder Versicherungsbedingungen. Eine klare Abgrenzung von Zuständigkeiten, Qualifikation und Verantwortung schafft Rechtssicherheit und verbessert die Zusammenarbeit zwischen Elektrosicherheit und betrieblichem Brandschutz.
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Bei den Vorsorgeuntersuchungen in der Arbeitsmedizin gibt es Unterschiede: Einige müssen, andere können angeboten werden – teils auch erst, wenn Beschäftigte dies ausdrücklich verlangen. Noch weiter gefasst ist der Oberbegriff der Präventionsmaßnahmen gemäß der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV). All dies betrifft auch Elektrofachkräfte (EFKs) in verschiedenen Praxissituationen.
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Sie ist die rechtliche Säule für die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung: die DGUV Vorschrift 2 „Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit“. Mit gendergerecht geändertem Titel sowie reformierten Inhalten ersetzt nun eine Neufassung die vorherige Version aus dem Jahr 2011. Parallel dazu wurde auch die diese Vorschrift konkretisierende DGUV Regel 100-002 überarbeitet.
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In kaum einem Fach ist die Diskrepanz zwischen den Gefährdungen, über die im Rahmen von Unterweisungen und in der Ausbildung theoretisch informiert wird, und realen Ereignissen und Unfällen so groß wie in der Elektrotechnik. Potenziell tödliche Körperdurchströmungen oder die Einwirkungen von Störlichtbögen lassen sich praktisch nun einmal nicht vermitteln. Selbst drastische Bilder oder Videos von Unfällen erhöhen die Gefahrenwahrnehmung nicht so wirksam wie gewünscht. Setzt man dagegen Virtual Reality (VR) in der Ausbildung und in Unterweisungen ein, wird das Erlebte besser erfahrbar und der Lernerfolg ist höher.
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Wie reagieren, wenn Mitarbeitende Vorschriften zur Elektrosicherheit missachten? Wie kommunizieren, wenn im Team gestritten oder gemobbt wird? In solchen Situationen besonnen, aber klar und deutlich aufzutreten, ist eine Kunst, aber erlernbar. Konflikte gehören zum Arbeitsalltag, gerade dort, wo Verantwortung, Sicherheitsanforderungen und Zeitdruck aufeinandertreffen. Wer Konfliktgespräche respektvoll, aber entschlossen führt, schützt nicht nur das Arbeitsklima, sondern auch Sicherheit, Qualität und Vertrauen im Team.
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Gerätesicherungen erfüllen sicherheitsrelevante Funktionen und unterliegen deshalb umfangreichen normativen Prüfanforderungen. Neben mechanischen und umweltbezogenen Tests stehen insbesondere präzise elektrische Prüfverfahren im Fokus, etwa die Widerstandsmessung und die Aufnahme der t-I-Kennlinie. Hohe Anforderungen an Messgenauigkeit, Reproduzierbarkeit und Prüfaufbau machen deutlich, warum diese Prüfungen in der Regel beim Hersteller stattfinden – und weshalb Prüfungen durch Anwender nur eingeschränkt sinnvoll sind.
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Verschleiß und Störungen von Maschinen kündigen sich häufig frühzeitig an. Condition Monitoring macht diese Veränderungen durch die Überwachung physikalischer Kennwerte sichtbar und ermöglicht eine zustandsabhängige Instandhaltung. Der Ansatz reicht von der Erkennung kritischer Abnutzungspunkte über geeignete Analyseverfahren bis hin zur wirtschaftlich sinnvollen Umsetzung in der Praxis.
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