Metallplatte unter Kaffeemaschine – Erdung erforderlich?
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Frage aus der Praxis
Die Redaktion von elektrofachkraft.de erreichte folgende Frage: Wir müssen in unserem Betrieb unter unsere Kaffeemaschinen eine feuerfeste Unterlage legen (Brandgefahr). Vereinzelt wurden hier metallische Unterlagen verwendet. Dazu meine Frage: „Muss eine metallische Unterlage einer Kaffeemaschine geerdet werden?“
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Antwort des Experten
Dipl.-Ing. Sven Ritterbusch
Normative Grundlagen
Die Forderungen nach einem Schutzpotenzialausgleich können nur abgeleitet werden, wenn diese in einer Norm, wie der DIN VDE 0100-410 „Errichten von Niederspannungsanlagen, Teil 4-41: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elektrischen Schlag“ gefordert werden.
Wie zum Beispiel:
- Fremde elektrische leitende Teile, wie z.B. metallische Unterlagen, müssen geerdet werden, wenn ortsfeste elektrische Betriebsmittel auf oder an ihnen befestigt sind. (Hinweise zu „Schutzpotenzialausgleich“ Abschn. 411.3.1.2 der VDE 0100-410 und „zusätzlicher Schutzpotenzialausgleich“ – Abschn. 415.2 der VDE 0100-410 beachten).
- Schutzpotenzialausgleich kann außerdem aufgrund einer Installation innerhalb Betriebsstätten, Räume oder Anlagen besonderer Art (VDE 0100-700er-Reihe) erforderlich sein.
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Unterweisung: VDE 0100-410 „Schutz gegen elektrischen Schlag“
Ist eine Erdung in diesem Fall erforderlich?
Eine Notwendigkeit der Erdung kann sich auch aus einer Beurteilung der Gefahr durch elektrischen Schlag ergeben. Dabei ist zu prüfen, ob die Metallplatte unter normalen Betriebsbedingungen oder im Fehlerfall ein gefährliches Potenzial annehmen kann.
Im Allgemeinen wird unter einer Kaffeemaschine eine nicht brennbare Unterlage mit möglichst niedriger Wärmeleitfähigkeit gewünscht, jedoch nicht gefordert. Metallische Unterlagen erfüllen die Forderung nach einer möglichst niedrigen Wärmeleitfähigkeit nicht. Aus diesem Grund sind keramische oder ähnliche Werkstoffe, beispielsweise Fiber-Silikatplatten, zu bevorzugen.
Eignung der Kaffeemaschine für den Betrieb
Vor dem Einsatz von Kaffeemaschinen im Betrieb sollten die Herstellerangaben beachtet werden. Geräte, die ausschließlich für den privaten Gebrauch vorgesehen sind, können bei intensiver gewerblicher Nutzung an ihre Grenzen stoßen. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist zu prüfen, ob das Gerät für die vorgesehenen Einsatzbedingungen geeignet ist.
Beitrag aus dem Jahr 2014, geprüft und aktualisiert 09/2026
Kommentare
Kommentar von T. Schneider |
Für den gewerblichen Gebrauch zugelassene Kleingeräte (Wasserkocher, Kaffeemaschinen etc.) schalten immer L und N zweipolig ab. Dadurch wird die Brandgefahr bei einen Defekt (z.B. Erdschluss der Heizung) vermindert. Preiswerte Geräte für den Privatgebrauch meist nur einpolig, da man davon ausgeht das diese Geräte unter ständiger Aufsicht betrieben werden.
Kommentar von rth |
Den letzten Absatz halte ich für diskussionswürdig. Das ProdSG unterscheidet nicht nach gewerblich und nicht-gewerblichem Gebrauch. Es geht nur um bestimmungsgemäßen Gebrauch. Kaffee kochen.
Das der Verschleiß ausschlaggebend für die Lebensdauer von Geräten ist und Geräte unterschiedlich ausgelegt werden, ist eine ganz andere Sache.
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