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Die neue DIN VDE 0100-721 „Caravan“

(Kommentare: 2)

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich viel verändert - Bild
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich viel verändert

Seit 1980 werden an die Elektroinstallation von Caravans und Wohnmobilen erhöhte Anforderungen gestellt. Mit der nun vorliegenden Norm hat man die bisherigen Festlegungen präzisiert und dem üblichen Regelwerk angepasst. Nachfolgend ein kleiner Überblick über die wichtigsten Inhalte der neuen DIN VDE 0100-721.

Anwendungsbereich

In der DIN VDE 0100-721:2010-02 wird zunächst der Anwendungsbereich genauer beschrieben. Sie umfasst jetzt nur noch Caravans und Motorcaravans, also Wohnanhänger und Wohnmobile. Wohncontainer, und fahrbare Mobilheime, die nicht für den Straßenverkehr geeignet sind, fallen nicht mehr in die Zuständigkeit diese Norm.

Zulässiger Querschnitt der Verlängerungsleitung

Für die Stromversorgung des Caravans ist von nun an mindestens eine Verlängerungsleitung aus schwerer Gummischlauchleitung H07RN-F mit 2,5 mm2 erforderlich. Kleinere Querschnitte sind nicht mehr zulässig!

Zulässige Steckvorrichtungen

Die Anschlüsse am Fahrzeug sowie der Speisepunkt am Stellplatz müssen ausnahmslos mit den mittlerweile üblichen „CEE-blau“-Steckverbindungen ausgeführt sein. Die Versorgung über Schukosteckvorrichtungen ist nicht mehr zulässig. Diese Forderung ist nicht neu, schon 1980 hat man dieses System vorgeschrieben. Damals nannte es sich nur noch nicht „Steckvorrichtung nach IEC 60309“, sondern „Steckvorrichtung nach DIN 49462 Teil 2“. Für die Umrüstung wurde auch eine Anpassungsforderung von Seiten des VDE ausgesprochen, die zum 30.04.1986 (neue Bundesländer bis zum 01.03.1998) umgesetzt werden musste. Somit darf es an Speisepunkten für Wohnwagen sowie an diesen selbst keine Schukosteckvorrichtungen mehr geben.

Abb. 1: Typischer Caravananschluss

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Abb. 2: Schon lange nicht mehr erlaubt: Schukoanschluss am Caravan.

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Diese Forderung ist nicht umsonst so lange so nachdrücklich gestellt worden – ein einfacher Klemmfehler innerhalb eines Campingfahrzeuges kann beim nicht verpolungssicheren Schuko-Stecksystem schon lebensgefährlich sein. Die CEE-Steckvorrichtung hingegen bietet nicht nur die nötige Verpolungssicherheit, sondern ist auch bauartbedingt spritzwassergeschützt. Innerhalb des Caravans dürfen natürlich weiterhin Schukosteckdosen verwendet werden.

Schutz über RCD

Allerdings muss jeder Caravan direkt nach der Einspeisung einen RCD ≤ 30 mA besitzen. Alle Stromkreise des Caravans müssen über RCD geschützt sein.

Zulässige Leitungstypen

Die Leitungsanlage innerhalb des Caravans muss mit mehrdrähtigen oder feindrähtigen Leitungen ausgeführt sein. Die Verwendung von NYM-Leitung und ähnlichen Typen ist nicht möglich. Zusätzlich müssen die Leitungen mindestens flammwidrig sein. Es ist für alle Leitungen des Caravans ein Mindestquerschnitt von 1,5 mm² zu wählen.

Worauf muss bei der Installation geachtet werden?

Bei der Leitungsverlegung muss besonders auf Kantenschutz und gute Befestigung geachtet werden, da die gesamte Anlage betriebsmäßig stark durch Schwingungen beansprucht wird.

In einem Caravan muss eine Anweisung angebracht sein. Darin wird dem Nutzer der sichere und bestimmungsgemäße Umgang mit der Anlage erklärt. Ein Muster ist in der Norm im Anhang A wiedergegeben.

Leider wird die elektrische Anlagen von Caravans häufig nicht von Elektrofachkräften betreut – dafür umso öfter von Elektro-Heimwerkern, die mit wenig Fachkunde viel basteln. Umso wichtiger ist es, darauf zu achten, dass die sicherheitsrelevanten Forderungen der Norm auch in jedem Fall umgesetzt werden.

Autor: Michael Lochthofen, Fachdozent der Firma Mebedo

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Kommentare

Kommentar von Holger Werner |

Die 5 Quadratmillimeter Querschnitt sollen heißen ==>
2,5 Quadratmillimeter.
Das ist der Querschnitt einer einzelnen der 3 Adern.

Kommentar von Lüke Freese |

Hallo, ihre Angabe über die Kabelstärke 5mm Quadrat bezieht sich auf das einzelne Kabel oder insgesamt auf die Verlägerung?

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