Schukostecker, Eurostecker und internationale Abweichungen

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Beispiel eines britischen Steckers
Beispiel eines britischen Steckers © Innershadows/iStock/Getty Images

Der Schukostecker ist international nicht eindeutig genormt. Ähnliche Stecksysteme unterscheiden sich teils erheblich in Aufbau, Absicherung und Schutzleiterführung. Besonders im Ausland können vermeintlich passende Steckverbindungen zu Überhitzung, fehlendem Schutzleiter oder Überstrom führen.

Der Schukostecker ist ein System von Steckern und Steckdosen, das in der Welt verbreitet ist. International ist dieses System auch als Steckertyp F oder CEE 7/4 bekannt.

Abweichungen zum Schukosystem am Beispiel Russland

In Russland ist das GOST-7396-System verbreitet. Es ähnelt dem deutschen Schukosystem, verwendet aber Kontaktstifte mit einer Dicke von nur 4 mm, was in der Praxis zur Folge hat, dass gerade gut sitzende deutsche Stecker in Russland nicht genutzt werden können: Viele Steckdosen können 4,8 mm nicht aufnehmen, da sie nur für 4 mm ausgelegt sind. In Russland wird der Schukostecker oft fälschlicherweise Eurostecker genannt und der Eurostecker mit flacher Stecker bezeichnet, der dem dort verbreiteten gewöhnlichen Stecker ähnlich sieht.

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Das britische BS-1363-System

Das britische und in entsprechend beeinflussten Ländern verbreitete System BS 1363 wurde im Jahr 1965 festgelegt. Bis dahin war BS 546 (Typ D) der Standard, von dem Versionen für 2 A, 5 A, 10 A und mehr Ampere vorhanden waren – die aktuell noch in verbesserter Version, z.B. in Südafrika, eingesetzt werden.

Ringverkabelung und integrierte Absicherung

Die für deutsche Überlegungen ungewöhnlichste Eigenschaft an BS 1363 ist die Ringverkabelung, denn ein Ring kann mit 16 A, 20 A oder gar 32 A abgesichert sein, um ein bis zwei elektrische Heizkörper zu je 3.000 W und eine Reihe kleinerer Verbraucher versorgen zu können. Da eine Stromstärke von 32 A unhandliche Zuleitungen zur Folge gehabt hätte, man aber dennoch in einem Raum und aus einem vorgesicherten Stromkreis 32 A entnehmen wollte, sind diese Zuleitungen als Ring ausgelegt – entsprechend sind Sicherungen entweder in Steckdosen oder Steckern integriert.

Sicherheitsniveau und Risiken durch Fehlanwendung

Die BS-1363-Stecker sind mit Sicherungen von 3 A, 5 A oder 13 A ausgerüstet. Bei BS 1363 handelt es sich um das theoretisch sicherste Stecksystem für Haushalt, das es zu nennenswerter Verbreitung gebracht hat. Einige Merkmale machen es jedoch wieder unsicher, da z.B. mit etwas Gewalt der Schukostecker und auch der Eurostecker eingeführt werden können, wenn man die Kindersicherung, die die Kontaktlöcher versperrt, austrickst. Solche Tricks sind sehr gefährlich, weil die Schutzleiterverbindung zum Schukostecker fehlt und bei beiden Steckern eine Überhitzungsgefahr durch schlechte Kontaktierung und Absicherung mit bis zu 32 A besteht.

Achtung: Gefahr durch erzwungenes Einstecken

Wenn Schuko‑ oder Eurostecker mit Gewalt in nicht dafür vorgesehene Steckdosen eingeführt werden, besteht ein erhebliches Sicherheitsrisiko. In solchen Fällen fehlt häufig die Schutzleiterverbindung. Zudem können schlechte Kontaktierung und eine zu hohe Absicherung zu Überhitzung und Brandgefahr führen. Mechanische Passfähigkeit darf niemals als Kriterium für die elektrische Sicherheit herangezogen werden.

Kabelabgang und Probleme beim schnellen Trennen

Das Kabel verlässt den Stecker immer nach unten. Dadurch wird es schwer bis unmöglich, den recht gut sitzenden Stecker mit dem Kabel herauszuziehen, wie es beim Stolpern oder einem Notfall nötig sein kann – dies ist gerade bei Geräten mit Schukostecker immer wieder der Ersatz für eine sonst anzubringende Not-Aus-Schaltung (handgeführte Elektrowerkzeuge).

Sondervarianten von BS 1363 und deren Prüfung

Einige Hersteller haben Varianten von BS 1363 erfunden. Diese finden ihre Anwendung dort, wo das Einstecken von Standardsteckern entweder nicht gewollt oder nicht empfohlen wird. Beispiele sind Steckdosen in öffentlichen Gebäuden, die zum Putzen nötig sind, bei denen man aber nicht will, dass andere Leute ihre Geräte anschließen. Am verbreitetsten ist eine Variante von MK Electric mit einem T-förmigen Schutzkontakt. Sollten Ihnen solche Systeme vorgeführt werden, denken Sie bitte daran, dass man die Schwächen eines Systems gut mit einem Prüffinger vorführen, oder sich von deren Unbedenklichkeit selbst überzeugen kann. Diese Prüfsonden sind z.B. auch für IP-Schutzarten-Überprüfungen hilfreich.

Fazit: Schukostecker im Ausland kritisch prüfen

  • Mechanisch passende Steckverbindungen sind nicht automatisch sicher.
  • Abweichungen bei Stiftdurchmesser, Schutzleiterführung und Absicherung können zu Überhitzung und Gefährdungen führen.
  • Improvisationen oder gewaltsames Einstecken stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.
  • Für den Einsatz im Ausland sind geeignete Stecksysteme und eine fachliche Bewertung zwingend erforderlich.

Beitrag aus dem Jahr 2014; aktualisiert im April 2026.

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  • Autor:

    Dipl.-Ing. Jo Horstkotte

    Inhaber des Ingenieurbüros Horstkotte

    Jo Horstkotte

    Jo Horstkotte, Dipl.-Ing. der Elektrotechnik und Sachverständiger für Maschinensicherheit/Produktsicherheit, ist Inhaber des Ingenieurbüros Horstkotte in Baden-Baden und arbeitet seit 1994 als selbstständiger Berater im Bereich der CE-Kennzeichnung.

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