Kompetenzen für die Elektrofachkraft: Kooperationsfähigkeit

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Kooperationsfähigkeit wird heutzutage in fast jeder Stellenbeschreibung gefordert.
Kooperationsfähigkeit wird heutzutage in fast jeder Stellenbeschreibung gefordert. (Bildquelle: Feodora Chiosea/iStock/Getty Images Plus)

Kooperationsfähigkeit ist eine Kompetenz, die heutzutage in fast jeder Stellenbeschreibung gefordert wird. Sie ist für große und kleine Unternehmen gleichermaßen bedeutend, weil die Komplexität von Prozessen und Aufgaben die Zusammenarbeit über Fachgebiete und Abteilungen oder auch Unternehmen hinweg erfordert. Die hohe Verdichtung und Menge von Wissen führt dazu, dass ein Einzelner diese Fülle nicht mehr filtern und relevantes Wissen identifizieren kann. Wir haben zu viel Wissen, deshalb wird interdisziplinäre Zusammenarbeit immer wichtiger. Nur ausgewiesene Spezialisten in ihrem jeweiligen Fachgebiet können gemeinsam zu neuen Problemlösungen oder Ansätzen kommen.

Für Unternehmen und Organisationen ist die Kooperation ein wichtiger Hebel zur Stärkung ihrer Innovationsfähigkeit. Sie haben selten die Kraft, allein Innovationen voranzutreiben. Die Einführung neuer Produkte oder Verfahren in den Markt hängt von der unternehmerischen Fähigkeit ab, Beziehungen zu anderen Akteuren herzustellen. Innovation muss daher als ein Prozess der Verbindung und des Feedbacks zwischen verschiedenen Akteuren verstanden werden, die Wissen schaffen und weitergeben, um einen Mehrwert für die Gesellschaft und die Wirtschaft zu erzeugen (OECD, 2009). So planen selbst Großunterunternehmen wie die eigentlichen Rivalen BMW und Mercedes-Benz, Mobilitätsdienste und autonomes Fahren gemeinsam zu entwickeln.

Dieses Konzept der Innovation als offenes Beziehungssystem (Chesbrough, 2012) ergibt sich aus dem Wettbewerbsdruck der Weltwirtschaft, der einerseits zu einer Verkürzung der Zeit für die Generierung neuer Produkte/Dienstleistungen (Innovationszyklus) führt; zum anderen sollen die Produktionskosten gesenkt, aber auch die Qualität und Funktionalität der Produkte gesteigert werden. Um mit dem Tempo Schritt zu halten, muss sich ein Unternehmen auf seine Kernkompetenz konzentrieren („was es am besten weiß und kann“) und diejenigen Aufgaben auslagern, die von anderen besser oder preisgünstiger bewältigt werden.

Was ist Kooperationsfähigkeit?

Die Bertelsmann Stiftung definiert Kooperation als „eine organisierte Form der Zusammenarbeit, die zu einem bestimmten Zeitpunkt konkret – und i.d.R. auch schriftlich – vereinbart wird. Die Partner der Kooperation beabsichtigen, dadurch ein bzw. mehrere Ziele zu erreichen, die sie ohne Kooperation weniger gut oder gar nicht erreichen könnten. Dabei können sie unterschiedliche Ziele verfolgen oder sich zusammen auf ein gemeinsames Ziel verständigen. (Jung, 2018)

In diesem Sinne verstehen wir Kooperationsfähigkeit als Kompetenz, sich mit anderen zusammenschließen zu können, um eine gemeinsame Aufgabe optimal zu erledigen.

Netzwerken als Schlüsselkompetenz

Wir können daher an dieser Stelle auch von „Netzwerkkompetenz“ sprechen. „Das ist die Fähigkeit, mit vielen Personen Kontakte zu halten. Das sind Kontakte, die zwar belastbar sind, aber nicht sofort genutzt werden. Kooperationsfähigkeit heißt dann, für Projekte, Veränderungen und andere Situationen auf diese Kontakte zurückzugreifen und Zusammenhänge herstellen zu können mit Personen, die man teilweise gar nicht kennt oder die erst noch ermittelt werden.“ (Priddat, 2009) Um beruflich erfolgreich zu sein, ist Netzwerken eine wichtige Schlüsselkompetenz. Durch digitale Netze und Plattformen wie z.B. LinkedIn und Xing kann sie unterstützt und gefördert werden.

Wie wird Kooperationsfähigkeit erfasst?

Die Kompetenz „Kooperationsfähigkeit“ ist auf vier Ebenen beschrieben. Verhaltensanker für jede Ebene ermöglichen es, die jeweilige Ausprägung zu erfassen.

Vom Einsteiger zum Experten

Die Skalierung der Kompetenz „Kooperationsfähigkeit“
Die Skalierung der Kompetenz „Kooperationsfähigkeit“

Wie wird Kooperationsfähigkeit entwickelt?

Wie in der nachfolgenden Grafik der Bertelsmann Stiftung dargestellt, sind für eine Kooperation Gelingensfaktoren bedeutsam, die wir auch als wichtige Kompetenzen kennen. Auch die Teamfähigkeit spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Es handelt sich hierbei um Sozialkompetenzen, die Sie durch Weiterbildung und/oder Coaching entwickeln können.

Gelingensfaktoren für Kooperationen (Quelle: Bertelsmann Stiftung)
Gelingensfaktoren für Kooperationen (Quelle: Bertelsmann Stiftung)

„Um Erfolg zu haben, muss man den Standpunkt des anderen annehmen und die Dinge mit seinen Augen betrachten.“

Henry Ford

Literatur

  • Chesbrough, H. (2012): Open innovation: where we‘ve been and where we‘re going. Research-Technology Management, Arlington
  • Jung, S.; Liedtke, O.; Hassing, C.; Walter, A. (2018): Vom Ich zum Wir. Die eigene Kooperationsfähigkeit stärken. Praxisratgeber Zivilgesellschaft. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
  • OECD (2009): OECD Science, Technology and Industry Scoreboard 2009. OECD Publishing, Paris
  • Priddat, B. (2009): Interview: Kooperationsfähigkeit als Schlüsselkompetenz (www.gute-geschaefte.org/2009/07/kooperationsfaehigkeit-als-schluesselkompetenz)
  • Autorin:

    Yvonne Salazar, M.A.

    Educational Consultant

    Yvonne Salazar

    Yvonne Salazar ist international als Beraterin im Bereich Berufsbildung tätig. Ihre Arbeitsschwer­punkte sind die Einführung von Kompetenzmanagement, die Entwicklung und Anpassung von Berufs­profilen, die Qualifizierung von Lehrkräften in lernerzentrierten, interaktiven Lernmethoden sowie die Weiterentwicklung und Zertifizierung von Berufsbildungszentren.

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