Elektrounfall: Auszubildender rettet 60-jährigen Kollegen

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  • Azubis unter Strom – Unfallberichte
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Ein Elektro-Auszubildender hat seinem Kollegen nach einem Stromunfall das Leben gerettet.
Das beherzte Handeln eines Elektro-Azubis hat das Schlimmste verhindert (Bildquelle: Chalabala/iStock/Getty Images Plus)

Im Oktober 2019 war der größte Teil einer Gemeinde in Baden-Württemberg plötzlich ohne Strom. Verursacht wurde der Stromausfall nicht etwa durch Tiefbauarbeiten, Blitze oder eine Überlastung des Stromnetzes. Grund war ein Elektrounfall: Dabei hatte ein Mitarbeiter eines Energieversorgungsunternehmens schwere Verbrennungen erlitten. Doch die Hauptrolle spielte ein am Unfallort anwesender Elektro-Auszubildender.

Was ist passiert?

Welche Handlung oder welches Versäumnis genau diesen Unfall ausgelöst hat, wurde nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass es zu diesem Elektrounfall kam, während Wartungsarbeiten an einer Stromstation durchgeführt wurden. Bei solchen Wartungsarbeiten – oft spricht man auch von Instandhaltung – ist fast immer das Risiko für Unfälle und Verletzungen höher als im Normalbetrieb.

Dafür benötigt man oft einen Zugang zum Inneren einer Maschine oder Anlage. Deshalb muss man dann Verkleidungen abmontieren oder Schaltschränke öffnen. Wenn das bei laufendem Betrieb geschehen muss, weil eine Produktion nicht stillstehen darf oder ein spannungsfreies Arbeiten nicht möglich ist, wird es besonders gefährlich. Das sollte man immer im Hinterkopf haben, auch wenn es sich auf den ersten Blick um Routinearbeiten handelt.

Was ist hier schiefgelaufen?

Arbeiten, die der Wartung und Instandhaltung zugeordnet werden, bergen höhere Unfallrisiken in sich. Deshalb sollten die einzelnen Arbeitsschritte zuvor penibel geplant werden. Das gilt umso mehr, wenn Arbeiten unter Spannung oder in der Nähe von spannungsführenden Teilen durchgeführt werden müssen. Für solche Aufgaben bedarf es viel Erfahrung und Fachkenntnis. Das Unfallopfer war 60 Jahre alt und damit routinierte Elektrofachkraft.

Wurden in diesem Fall bestimmte Vorgaben zum sicheren Arbeiten nicht eingehalten? Wurde eine Gefahr nicht erkannt, ein Risiko unterschätzt? Dazu wurde nichts veröffentlicht.

Das ist hier gut gelaufen!

Jedoch wurde veröffentlicht, was hier gut gelaufen ist! Und das betrifft das Verhalten des Auszubildenden, der offenbar bei den Arbeiten in der Stromstation anwesend war.

Wie die Lokalzeitung berichtete, hat der Auszubildende seinen brennenden Kollegen aus dem Gefahrenbereich geborgen, ihn gelöscht und den Notarzt verständigt. Das klingt nach einem überlegten Handeln.

Das ist das Gefährliche bei einem Stromunfall

Es gibt kaum eine Unfallsituation, die so gefährlich ist wie ein Stromunfall. Gefährlich für die zu Hilfe eilenden Kollegen, aber auch für ausgebildete Ersthelfer und professionelle Rettungskräfte. Das sollte dir als Angehöriger eines Elektroberufs stets bewusst sein.

Im typischen Fall bekommt man nur mit, dass ein Kollege stürzt oder zuckt oder bewusstlos zusammensackt. Dann rennt man sofort hin, um zu schauen, was los ist und Erste Hilfe zu leisten. Und das ist natürlich – im Prinzip – auch die richtige Reaktion.

ABER: Sobald es sich um einen Stromunfall handelt, kann das Unfallopfer noch unter Spannung stehen, wenn man an der Unfallstelle eintrifft. Das ist von außen auf die Schnelle oft gar nicht klar einzuschätzen. Daher kommt es immer wieder vor, dass bei einem Stromunfall der gut meinende Helfer die verletzte Person berührt und dadurch binnen Sekunden zum nächsten Opfer wird.

 

Denke bei einem Stromunfall immer an den Eigenschutz!

Oberstes Gebot bei jedem Arbeitsunfall, bei dem ein Stromunfall nicht sicher ausgeschlossen werden kann, ist daher der Eigenschutz. Wer aufgeregt an der Unfallstelle eintrifft und sich übereifrig selbst in Gefahr bringt, kann auch dem verletzten Kollegen nicht mehr helfen.

Bei einem Unfall gilt also immer: Kurz innehalten, sich sammeln und mit klarem Kopf entscheiden, was zu tun ist.

Richtiges Verhalten nach einem Stromunfall

Bei einem anderen Unfallbeispiel haben wir erläutert, wie du bei einem Elektrounfall richtig reagieren musst.

 

  • Autor:

    Dr. Friedhelm Kring

    freier Lektor und Redakteur

    Kring, Friedhelm

    Dr. Friedhelm Kring ist freier Lektor, Redakteur und Fachjournalist mit den Schwerpunkten Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

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