Was ist eigentlich Arbeiten unter Spannung (AuS)?

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Arbeiten unter Spannung sind Azubis nicht erlaubt.
Grundsätzlich gilt: An unter Spannung stehenden aktiven Teilen darf nicht gearbeitet werden! (Bildquelle: Stockbyte/Stockbyte/Getty Images)

In Ausnahmefällen ist zu überlegen, bei notwendiger Wartung oder Reparatur von Anlagenteilen auch Arbeiten unter Spannung durchzuführen. Hierzu ist in § 8 der DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ klar beschrieben, was erlaubt ist und was nicht.

Arbeiten an aktiven Teilen elektrischer Anlagen, sogenannte Arbeiten unter Spannung, gelten als gefährliche Arbeiten, da eine Gefährdung durch Körperdurchströmung (elektrischer Schlag) oder Lichtbogenbildung nicht ausgeschlossen ist.

Zwingende Gründe können vorliegen, wenn durch die Abschaltung der Stromversorgung

  • eine Gefährdung von Leben und Gesundheit von Personen zu befürchten ist,
  • in Betrieben ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen würde,
  • der Ausfall von Fernmeldeanlagen einschließlich Informationsverarbeitungsanlagen eine Gefahr für Leben und Gesundheit von Personen darstellt.

Da beim Arbeiten unter Spannung eine erhöhte Gefahr der Körperdurchströmung und Lichtbogenbildung besteht, müssen besondere technische und organisatorische Maßnahmen getroffen werden.

Arbeitsverfahren für das Arbeiten unter Spannung

Zurzeit gibt es folgende anerkannte Arbeitsverfahren zum Arbeiten unter Spannung:

Es gibt verschiedene Arbeitsverfahren zum Arbeiten unter Spannung.
  • Arbeiten auf Abstand: Der Arbeitende bleibt in einem festgelegten Abstand von unter Spannung stehenden Teilen und führt seine Arbeiten z.B. mithilfe isolierender Stangen aus.
  • Arbeiten mit Isolierhandschuhen: Der Arbeitende berührt – geschützt durch Isolierhandschuhe, isolierende Matten und isolierende Abdecktücher – direkt oder mit isoliertem Werkzeug unter Spannung stehende Teile. In Niederspannungsanlagen schließt die Benutzung von Isolierhandschuhen die Verwendung von isolierenden und isolierten Werkzeugen nicht aus.
  • Arbeiten auf Potenzial: Der Arbeitende befindet sich auf demselben Potenzial wie die unter Spannung stehenden Teile und berührt diese direkt; dabei ist er gegenüber der Umgebung ausreichend isoliert.

Werkzeuge, Ausrüstungen, Schutz- sowie Hilfsmittel müssen deutlich gekennzeichnet sein. Sie sind immer in ordnungsgemäßem Zustand zu erhalten und vor der Arbeit zu überprüfen.

  • Autor:

    Dipl.-Ing. Sven Ritterbusch

    Geschäftsführender Gesellschafter der GAB Ingenieure GmbH

    Ritterbusch Sven

    Im Jahr 2013 gründete Dipl.-Ing. Sven Ritterbusch die GAB Ingenieure GmbH, die Unternehmen in den Bereichen Arbeitsschutz und Brandschutz berät. Dort ist er als geschäftsführender Gesellschafter und VdS-anerkannter Sachverständiger zum Prüfen elektrischer Anlagen tätig.

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