Das gilt beim Benutzen von Mehrfachsteckdosenleisten (MSL)

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Mehrfachsteckdosen werden häufig überladen.
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Die Verwendung von Mehrfachsteckdosen oder Mehrfachsteckdosenleisten mit starr angebautem Stecker ist unzulässig, jedoch sind sie immer noch in alten Beständen zu finden. Entsorge diese umgehend!

Anders verhält es sich bei der Benutzung von beweglichen Steckdosenleisten. Diese sind grundsätzlich zulässig, jedoch mit der Einschränkung (siehe DIN VDE 0100 „Errichten von Niederspannungsanlagen“), dass sie für die Umgebung keine (Brand-)Gefahr darstellen dürfen.

Hier liegt das Problem: Steckdosenleisten werden genutzt, um mehrere Betriebsmittel an dieselbe Leitung bzw. an derselben Steckdose anzuschließen. Diese ist, ebenso wie viele Betriebsmittel für sich genommen, für eine Belastung in der Regel bis 16 A ausgelegt. In der Summe der Belastungen durch einzelne Betriebsmittel kann dieser Maximalwert überschritten werden, was zu Wärmeentwicklung führt. Bei zu hoher Belastung besteht Brandgefahr!

Überlastung von Mehrfachsteckdosenleisten vermeiden

Noch größer wird die Gefahr der Überlastung durch eine heiße Zuleitung beim Hintereinanderschalten mehrerer Mehrfachsteckdosenleisten.
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Noch größer wird die Gefahr der Überlastung durch eine heiße Zuleitung beim Hintereinanderschalten mehrerer Mehrfachsteckdosenleisten. Dies gilt noch mehr, wenn eine Steckdosenleiste, wie teilweise immer noch im Handel bzw. im Gebrauch, nur für schwächere Belastungen ausgelegt ist. Deshalb gilt zuerst:

  • Mehrfachsteckdosenleisten dürfen durch angeschlossene Geräte nicht überlastet werden. Die Anschlussleistung aller angeschlossenen Geräte ist zu beachten! Diese Angaben kennzeichnen die Hersteller auf dem Gerät.
  • An eine Mehrfachsteckdosenleiste dürfen keine elektrischen Verbraucher mit hoher Leistungsaufnahme, wie z.B. alle Elektrowärmegeräte, angeschlossen werden.

Nicht vergessen

Aufgrund der Hebelwirkung und des Eigengewichts der Mehrfachsteckdosenleisten einschließlich der angeschlossenen Stecker mit anteiligem Gewicht des Anschlusskabels kann eine erhöhte Kraftwirkung auf die Steckdose einwirken.

In der DIN VDE 0620-1 „Stecker und Steckdosen für den Hausgebrauch und andere Anwendungen“ heißt es: „Für ortveränderliche Mehrfachsteckdosen und Zwischenstecker müssen folgende Warnhinweise auf einem Beipackzettel oder auf dem Produkt mittels Text oder Piktogramm angegeben werden: Nicht hintereinander stecken, nicht abgedeckt betreiben!“

Mehrfachsteckdosenleiste an Mehrfachsteckdosenleiste an Mehrfachsteckdosenleiste

Mehr noch als für eine Mehrfachsteckdose, die an einer fest installierten Steckdose angeschlossen ist, gilt die Gefahr durch Überlastung bei einer Erweiterung durch weitere Mehrfachsteckdosenleisten, die ihrerseits an eine Mehrfachsteckdosenleiste angeschlossen sind. Dies ist nicht zulässig, weil Mehrfachsteckdosenleisten nur für eine bestimmte Energieleistung (Belastung) ausgelegt sind. Die Ströme summieren sich in der ersten Mehrfachsteckdose, eine Überlastung und in der Folge ein Brandausbruch werden so möglich.

Mehrfachsteckdosen und Kabelrollen

Häufig werden Mehrfachsteckdosen in Verbindung mit Kabelrollen (Leitungsrollen) benutzt.
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Häufig werden Mehrfachsteckdosen in Verbindung mit Kabelrollen (Leitungsrollen) benutzt. Hier kommt eine weitere Gefährdung hinzu: Wenn Betriebsmittel mit einer elektrischen Leistung von zusammen mehr als 1.000 W angeschlossen werden (Herstellerangaben beachten), liegt ein ausreichender Stromfluss vor, sodass die ganz oder teilweise aufgewickelte Stromleitung wie eine Spule wirkt und sich entsprechend erwärmt.

Deshalb:

  • Leitungsroller nur im abgewickelten Zustand benutzen (siehe Herstellerangaben).
  • Wegen der möglichen Wärmeentwicklung darauf achten, dass der Leitungsroller in der vorgesehenen Gebrauchslage (aufrecht auf Tragegestell stehend) betrieben wird.
  • Autor:

    Dipl.-Ing. Sven Ritterbusch

    Geschäftsführender Gesellschafter der GAB Ingenieure GmbH

    Ritterbusch Sven

    Im Jahr 2013 gründete Dipl.-Ing. Sven Ritterbusch die GAB Ingenieure GmbH, die Unternehmen in den Bereichen Arbeitsschutz und Brandschutz berät. Dort ist er als geschäftsführender Gesellschafter und VdS-anerkannter Sachverständiger zum Prüfen elektrischer Anlagen tätig.

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