Basiswissen Gefährdungsbeurteilung für Elektrofachkräfte

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Das Erstellen einer Gefährdungsbeurteilung und insbesondere das Festlegen von Schutzmaßnahmen bedarf Fachkunde
Das Erstellen einer Gefährdungsbeurteilung und insbesondere das Festlegen von Schutzmaßnahmen bedarf Fachkunde. (Bildquelle: michaeljung/iStock/Getty Images)

Gefährdungsbeurteilungen sind das zentrale Präventionsinstrument im Arbeitsschutzrecht. Jeder Betrieb muss die Unfallgefahren und Gesundheitsrisiken für seine Mitarbeiter ermitteln, bewerten und daraus geeignete Schutzmaßnahmen ableiten. Damit wird die Gefährdungsbeurteilung zur Grundlage für die weitere Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes wie Betriebsanweisungen oder Sicherheitsunterweisungen.

Gefährdungsbeurteilungen als Pflicht des Arbeitgebers

Die Pflicht, Gefährdungsbeurteilungen in Unternehmen durchzuführen, richtet sich an den Arbeitgeber. Dies geht eindeutig aus § 5 „Beurteilung der Arbeitsbedingungen“ des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) hervor:

„Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind.“ (§ 5 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz)

Das Arbeitsschutzgesetz formuliert diese Pflicht bereits seit 1996. Viele weitere staatliche wie berufsgenossenschaftliche Regelungen wiederholen und konkretisieren diese Forderung, z.B. die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) oder die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“. Dennoch stellt sich bei Untersuchungen immer wieder heraus, dass etwa jeder dritte Betrieb noch keine Gefährdungsbeurteilungen durchführt. Diese Unternehmen gehen damit ein hohes Risiko ein. Denn abgesehen von der mangelnden Fürsorge für die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter können fehlende oder unvollständige Gefährdungsbeurteilungen nicht nur Bußgelder auslösen. Spätestens nach einem Arbeitsunfall werden die Aufsichtsbeamten der Arbeitsschutzbehörden und Berufsgenossenschaften nach der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung fragen, je nach Unfallschwere auch der Staatsanwalt.

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Kommentar von Uli Schmidt |

Tolle Themen, macht schlauer und regt zum nachdenken an, Danke.

Kommentar von Christoph Strack |

Hallo Herr Belzer,
vielen Dank für Ihren Beitrag.
Können Sie Punkt 2 bitte genauer definieren bzw. auf die Praxis projizieren.
Oft ist in Unternehmen die Führung der Elektrofachkräfte in diziplinarisch (Laie) und fachlich (EFK / VEFK) geteilt.
Meiner Meinung ist es nicht möglich, dass ein Laie Elektrofachkräfte führt. Und ich kann auch nicht nachvollziehen, wie man es zulassen konnte, dass in unserem Fachbereich eine solche Teilung möglich / rechtens ist.
Wie geht man mit so einer Teilung um und wo sind genau die Grenzen?

Vielen Dank vorab für Ihre Unterstützung

Kommentar von Electricistas León |

ein sehr erklärender Artikel

Bitte rechnen Sie 4 plus 3.