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Wiederholungsprüfung: Das müssen Sie wissen!

Für Wiederholungsprüfungen sind die Anforderungen der VDE 0701-0702 zu beachten.
Für Wiederholungsprüfungen sind die Anforderungen der VDE 0701-0702 zu beachten. (Bildquelle: AlexGul/iStock/Thinkstock)

Eine Wiederholungsprüfung soll sicherstellen, dass sich elektrische Betriebsmittel trotz der Beanspruchungen durch den Betrieb nach wie vor in ordnungsgemäßem Zustand befinden. Außerdem soll die Wiederholungsprüfung – auch wiederkehrende Prüfung genannt – nachweisen, dass Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag oder andere Gefährdungen noch wirksam sind.

Regelungen für Prüfungen

Wie eine Wiederholungsprüfung abzulaufen hat, ist in verschiedenen Normen festgelegt. Ortsveränderliche oder steckbare Geräte werden nach DIN VDE 0701-0702 ("Prüfung nach Instandsetzung, Änderung elektrischer Geräte – Wiederholungsprüfung elektrischer Geräte") geprüft. Geräte, die für eine feste Verbindung mit einer Anlage vorgesehen sind, können entweder getrennt von der Anlage nach DIN VDE 0701-0702 geprüft werden oder gemeinsam mit der Anlage nach DIN VDE 0105-100 ("Betrieb von elektrischen Anlagen") oder DIN VDE 0701-0702. Wer sich für die Prüfung nach DIN VDE 0105-100 entscheidet, sollte jedoch bedenken, dass hier nur die Anlage im Gesamten geprüft wird. Auskunft über den Zustand der Einzelteile erhalten Sie durch diese Prüfung nicht.

Verfahren bei Wiederholungsprüfungen

Welche Verfahren bei einer Wiederholungsprüfung angewendet werden, hängt von der Konstruktion der Geräte ab. Unterschieden wird zwischen Prüflingen mit und ohne Schutzkontaktstecker/Schutzleiter. Die Schutzklasse des Prüflings spielt heute keine Rolle mehr.

Der richtige Einsatz von Geräten und Personal

Abb. 1: Für elektrotechnische Tätigkeiten ist immer ausreichend qualifiziertes Personal einzusetzen. (Bildquelle: Lisa F. Young/iStock/Thinkstock)

Für die Prüfung sind qualifizierte Mitarbeiter auszuwählen

Messungen bei Wiederholungsprüfungen dürfen nur mit Prüfeinrichtungen nach DIN VDE 0404 durchgeführt werden. Zudem schreibt die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) vor, dass nur eine „befähigte Person“ diese Prüfungen durchführen darf. Darunter versteht die Norm eine erfahrene Elektrofachkraft, die die Prüfung entweder selbst durchführen oder leiten und beaufsichtigen muss.

Häufigere Wiederholungsprüfungen bei besonderen Beanspruchungen

Bei Geräten, die besonderen Beanspruchungen ausgesetzt sind, können zusätzliche Prüfungen nötig sein. Auch müssen eventuell häufiger Wiederholungsprüfungen durchgeführt werden. Damit die Sicherheit für den Anwender auch weiterhin gewährleistet ist, muss hier die zuständige Elektrofachkraft entscheiden, ob weitere Prüfungen erforderlich sind. Dies kann z.B. bei Geräten, die auf dem Bau eingesetzt werden, der Fall sein, denn sie sind häufig Nässe, aggressiven Materialien oder Schwingungen ausgesetzt. Auch landwirtschaftliche Geräte, Geräte mit Elektronik, Drehstromgeräte oder Betriebsmittel ohne CE- oder Prüfzeichen müssen eventuell ausführlicher oder öfter geprüft werden.

Ergebnisse immer dokumentieren

Am Ende der Wiederholungsprüfung müssen die Messwerte dokumentiert werden. In welcher Form dies geschieht, kann der Prüfer selbst entscheiden. Dokumentiert werden sollten vor allem die Messwerte, die für zukünftige Prüfungen wichtig sind. Unwichtige Werte dagegen müssen nicht festgehalten werden.

Autorin: Birgit Adam