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Unfallbeispiel: NH-Sicherungen nicht entfernt

Stromunfall bei Arbeiten an einem Verkehrskreisel
Stromunfall bei Arbeiten an einem Verkehrskreisel

Arbeitsauftrag

In einer Kleinstadt sollte ein neuer Verkehrskreisel entstehen. Zwei NS-Kabel mussten entfernt, neue gezogen und angeschlossen werden. Mit den Arbeiten wurde ein Elektromonteur beauftragt. Die Arbeiten sollten im freigeschalteten Zustand ausgeführt werden.

Unfallhergang

Der Monteur hatte ein altes Kabel entfernt, das neue Kabel ausgemessen und an den zwei Kabelverteilerschränken neu aufgelegt. Nun wollte er das zweite neue Kabel anschließen. Dabei hatte er aber vergessen, die Sicherungen auf der Gegenseite herauszunehmen. Der Fehler fiel ihm nicht auf, da er auch keine Spannungsfreiheit feststellte.

Mit einer isolierten Ratsche entfernte er das alte Kabel. Beim Herausnehmen des Kabels umfasste er den Kabelschuh einer Ader und erlitt eine Körperdurchströmung. Zusätzlich kam er durch den Schreck auch noch mit einer anderen Phase in Berührung und löste einen Störlichtbogen aus.

Unfallanalyse

Offensichtlich war dem Monteur nach dem Anschluss des ersten Kabels nicht mehr bewusst, dass das zweite Kabel weiterhin unter Spannung stand. Ursächlich für den Unfall war, dass der Monteur die fünf Sicherheitsregeln nicht konsequent durchführte (§ 6 Abs. 2 DGUV Vorschrift 3 (BGV A3)).

Autor: Dr.-Ing. Jens Jühling

Dieses Unfallbeispiel sowie weitere finden Sie in dem Produkt "Arbeitsanweisungen für die Elektrofachkraft".

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