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Unfallbeispiel: Lichtbogen an Hausanschlusskasten ausgelöst

Abdecken aktiver Teile beim Arbeiten unter Spannung an Hausanschlusskästen
Abdecken aktiver Teile beim Arbeiten unter Spannung an Hausanschlusskästen

Arbeitsauftrag

Ein Monteur eines Netzbetreibers sollte einen neuen Kabelabgang an einem Hausanschlusskasten herstellen. Die Verbraucherseite war durch Entfernen der Sicherungen spannungsfrei geschaltet worden. Lediglich auf Versorgerseite lag noch vom Netzkabel Spannung an.

Unfallhergang

Der Monteur begann das Abgangskabel zu montieren, verzichtete aber auf zusätzliche Abdeckungen der aktiven und noch unter Spannung stehenden Teile im unteren Bereich des Hausanschlusskastens.

Im Laufe der Arbeiten näherte er sich unbewusst mit einer Zange dem unteren Anschlussraum und verursachte einen Kurzschluss. Der daraus folgende Lichtbogen wurde erst durch Auslösen der vorgelagerten 125-A-Sicherung des Ortsnetzes gelöscht.

Der Monteur musste wegen der – zum Glück leichteren – Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Unfallanalyse

Eindeutige Unfallursache war der Verzicht auf die erforderlichen Abdeckungen der unter Spannung stehenden Anschlussteile. Der Monteur verstieß eindeutig gegen die fünf Sicherheitsregeln (§ 3 DGUV Vorschrift 3 (BGV A3), VDE 0105-100, Abschn. 6.2).

Die Unfalluntersuchung ergab, dass die erforderlichen Schutzausrüstungen im Fahrzeug mitgeführt worden waren und somit zur Verfügung standen. Daraus ist zu schließen, dass der Monteur die möglichen Gefahren mit Sicherheit unterschätzte – wie leider viel zu häufig bei diesen Arbeiten.

Autor: Dr.-Ing. Jens Jühling

Lesen Sie auch das Unfallbeispiel "Lichtbogen bei Spannungsprüfung ausgelöst".

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