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Unfallbeispiel: Beim Entfetten entstand plötzlich eine Verpuffung

Beim Einsatz von entzündlichen Lösungsmitteln kam es zur Verpuffung. - Bild
Beim Einsatz von entzündlichen Lösungsmitteln kam es zur Verpuffung.

Arbeitsauftrag

Ein Mitarbeiter in einem Montageunternehmen hatte den Auftrag, Stahlteile in Vorbereitung der Lackierung zu entfetten. Dazu setzte der Betrieb ein leicht entzündliches Lösemittel ein. Dabei kam es zu einer Verpuffung.

Unfallhergang

Auch am Unfalltag reinigte der Mitarbeiter Gehäuseteile aus Stahl in der Lackierkabine des Betriebs. Dabei kam es plötzlich zu einer Verpuffung. Sein rechter Arm wurde von einer Stichflamme erfasst und entzündete die Arbeitskleidung. Ein anderer Mitarbeiter, der dies von außen durch Zufall bemerkte, löschte sofort den brennenden Ärmel seines Kollegen.

Nach dem Absetzen eines Notrufs zur Feuerwehr versuchten beide zusammen den Brand in der Lackierkabine einzudämmen. Die kurze Zeit später eintreffende Feuerwehr löschte dann den Brand und versorgte die Brandwunden des Verletzten. Zur Weiterbehandlung wurde er dann in ein Krankenhaus gebracht.

Unfallanalyse

Durch die nachgehende Untersuchung konnte die Ursache für die Entstehung eines Zündfunkens nicht mehr eindeutig ermittelt werden. Es ist möglich, dass durch ein Aneinanderstoßen von Stahlteilen oder eine elektrostatische Entladung ein Funken ausgelöst wurde. Ursächlich war aber die Entstehung eines explosionsfähigen Gemisches.

Hier ist ein nicht sachgemäßer Umgang mit dem Lösemittel zu vermuten. Beim Umgang mit leicht entzündlichen Flüssigkeiten können Verpuffungen und Explosionen nur durch strenge Beachtung der entsprechenden Regeln verhindert werden (DGUV Regel 113-001 (BGR 104) und BGR 132). Bevor aber über weitere Schutzmaßnahmen nachgedacht wird, muss in dem Betrieb geprüft werden, ob für das Lösemittel ein Ersatzstoff gefunden werden kann.

Autor: Dr.-Ing. Jens Jühling

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