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TRBS 1112 – mehr Sicherheit bei der Instandhaltung

TRBS 1112: Instandhaltungsarbeiten sorgfältig planen und sicher ausführen.
TRBS 1112: Instandhaltungsarbeiten sorgfältig planen und sicher ausführen. (Bildquelle: Wavebreakmedia Ltd/Wavebreak Media/Thinkstock)

Die Technische Regel für Betriebssicherheit 1112 sorgt dafür, dass bei der Instandhaltung von elektrischen Anlagen und Arbeitsmitteln Gefahren minimiert werden. So schafft diese technische Regel sicherere Arbeitsbedingungen für Elektrofachkräfte und hilft, gefährliche Situationen und Unfälle zu verhindern. Zudem konkretisiert sie die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) in zwei Punkten: bei der Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen und der Ableitung von Maßnahmen.

Inhalt der TRBS 1112

Die TRBS 1112 beschreibt, wie bei der Gefährdungsbeurteilung bei Instandhaltungsarbeiten vorzugehen ist. Zudem nennt sie in ihrer Anlage 2 beispielhafte Maßnahmen, die Elektrofachkräfte bei der Durchführung von Instandhaltungsarbeiten berücksichtigen müssen. Wendet der Unternehmer die in der TRBS 1112 genannten Maßnahmen an, so kann er die Vermutung der Einhaltung der Vorschriften der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) für sich geltend machen. Entscheidet er sich dagegen für eine andere Lösung, so muss er schriftlich nachweisen, dass seine Maßnahmen die BetrSichV gleichwertig erfüllen.

Anwendungsbereich der technischen Regel

Die Technische Regel für Betriebssicherheit 1112 ist bei der Planung und Ausführung von Instandhaltungsarbeiten anzuwenden, zudem auch bei der Störungssuche und bei der Erprobung der elektrischen Anlage nach den Instandhaltungsarbeiten. Werden Instandhaltungsarbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen durchgeführt, so ist zusätzlich TRBS 1112 Teil 1 anzuwenden. Dies gilt auch, wenn die Explosionsgefährdung durch die Arbeiten erst geschaffen wird.

Vorbereitung der Instandhaltung

Wenn Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden sollen, müssen zunächst Art, Umfang und Abfolge dieser Maßnahmen festgelegt werden. Zudem ist eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, die dann als Grundlage für die festgelegten Maßnahmen gilt. Arbeitet der Unternehmer bei der Instandhaltung mit einer Fremdfirma zusammen, so muss er neben den Sicherheitsanforderungen auch festlegen, welche Qualifikationen das Personal mitbringen muss.

Gefährdungsbeurteilung: wichtiger Bestandteil der TRBS 1112

Um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen, schreibt die TRBS 1112 vor, dass für jede Tätigkeit und jeden Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und zu dokumentieren ist.

Um Gefährdungen ermitteln und bewerten zu können, benötigt der Arbeitgeber alle relevanten Informationen. Diese können beispielweise aus der Wartungsanleitung des Herstellers der elektrischen Anlage, aus den Erfahrungen des Betriebs und des Personals sowie aus den Umgebungs- und Betriebsbedingungen stammen. Eventuell gefährliche Abläufe während der Instandhaltung sind schriftlich festzuhalten.

Zudem müssen alle mit der Instandhaltung Beschäftigten über die festgelegten Maßnahmen unterwiesen werden und alle nötigen Informationen (z.B. Schaltpläne) erhalten.

Auf Grundlage dieser Gefährdungsbeurteilung werden dann die einzelnen Maßnahmen festgelegt. Arbeiten hier verschiedene Arbeitgeber und Betriebsbereiche zusammen, so müssen sie sich abstimmen und die Gefährdungsbeurteilung gegebenenfalls gemeinsam durchführen.

Durchführung der Instandhaltungsarbeiten nach TRBS 1112

Bei der Durchführung der Instandhaltungsarbeiten sind die festgelegten Maßnahmen anzuwenden. Nach Abschluss der Arbeiten muss die Anlage oder das Arbeitsmittel sicher und funktionsfähig sein. Dies kann mit einer Prüfung nach § 10 oder dem 3. Abschnitt der Betriebssicherheitsverordnung gewährleistet werden. Bei der Erprobung ist auf die Sicherheit aller Beteiligten zu achten.

Autorin: Birgit Adam