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Schleifenimpedanz: Das Wichtigste in 90 Sekunden

Zur Vermeidung von Verletzungen und Schäden ist die Schleifenimpedanz zu messen.
Zur Vermeidung von Verletzungen und Schäden ist die Schleifenimpedanz zu messen. (Bildquelle: Yauhenka/iStock/Thinkstock)

Unter Schleifenimpedanz versteht man die Summe aller Impedanzen in einem geschlossenen Stromkreislauf, der bei einem Isolationsfehler in einem elektrischen Betriebsmittel von Fehlerstrom durchflossen wird. Ihre Messung ist wichtig, damit es bei Fehlerströmen nicht zu Verletzungen, Bränden oder anderen Schäden kommt.

Warum müssen Sie die Schleifenimpedanz messen?

Die Schleifenimpedanz hat eine wichtige Bedeutung für die Sicherheit eines elektrischen Betriebsmittels. Wird beispielsweise ein stromführender Leiter versehentlich an einen Erdleiter angeschlossen, entsteht ein Kurzschlussstrom, der zu einem elektrischen Schlag führen oder einen Brand auslösen kann. Normalerweise löst bei einem solchen Kurzschlussstrom eine Schutzvorrichtung wie z.B. eine Sicherung oder ein Leistungsschutzschalter aus, sodass das elektrische Betriebsmittel abgeschaltet wird. Probleme gibt es dann, wenn der Kurzschlussstrom zu gering ist, um die Schutzvorrichtung auszulösen. Deshalb müssen Sie die Impedanz des Pfads kennen, den ein Fehlerstrom nehmen würde. Diese muss möglichst niedrig sein, damit bei einem Fehler genug Strom fließt, um die Schutzvorrichtung auszulösen.

Schleifenimpedanz messen bei Niederspannungsanlagen

Nach der Errichtung einer Niederspannungsanlage muss nach DIN VDE 0100-600:2008-06 die Schleifenimpedanz gemessen werden, um zu kontrollieren, ob die Abschaltbedingungen eingehalten werden. Die Prüfung muss vor allem erfolgen, wenn sich die Anlage bei indirektem Berühren mittels Überstrom-Schutzeinrichtungen automatisch abschaltet. Dokumentieren Sie die Messwerte in einem Prüfprotokoll, das Sie dann dem Betreiber der Anlage übergeben.

Durchführung der Messung der Schleifenimpedanz

Während der Messung bleibt die normale Stromversorgung eingeschaltet. Ergreifen Sie deshalb die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen. Damit Sie die Schleifenimpedanz ermitteln können, brauchen Sie eine Fehlerstromschleife, die aus der Stromquelle, dem ungeerdeten aktiven Leiter (in IT-Systemen auch dem Neutralleiter) und dem Rückleiter zur Stromquelle besteht. Dann messen Sie die Schleifenimpedanz jedes einzelnen Stromkreises vom Verbrauchspunkt bis zurück zum Anschlusspunkt der Eingangsspannung. Ist die Schleifenimpedanz bekannt, so kann der Wert des unbeeinflussten Kurzschlussstroms an jedem Punkt der Installation berechnet werden und alle installierten Schutzeinrichtungen haben angemessene Nennstromwerte.

Wahl des geeigneten Messgeräts

Abb. 1: Wählen Sie das richtige Prüfgerät aus. (Bildquelle: Arkady Chubykin/iStock/Thinkstock)

Das richtige Messgerät auswählen

Für die Prüfungen dürfen nur die in DIN EN 61557-3 (VDE 0413-3) festgelegten Messgeräten verwendet werden. Bei der Wahl des Messgeräts sollten Sie sich für ein tragbares Gerät entscheiden, sodass Sie Prüfungen an verschiedenen Orten durchführen können. Außerdem muss das Messgerät die Schleifenimpedanz im laufenden Betrieb des Betriebsmittels messen können, auch bei hohem Messstrom. Die Messung sollte in der Zwei- oder Vier-Leiter-Methode möglich sein, der Kurzschlussstrom sollte direkt berechnet werden können.

Was folgt nach dem Messen?

Es reicht nicht aus, die Schleifenimpedanz zu messen und das Ergebnis zu protokollieren. Zugleich sollten Sie immer die örtlichen Bestimmungen kennen und berücksichtigen. Bei einer zu hohen Schleifenimpedanz sollten Sie nach der Ursache für diesen hohen Wert suchen und entsprechende Korrekturmaßnahmen ergreifen.

Autorin: Birgit Adam