5/5 Sterne (2 Stimmen)
Wiederholungsprüfungen: Prüfgänge und Prüfverfahren 5 5 2

Wiederholungsprüfungen: Prüfgänge und Prüfverfahren

(Kommentare: 0)

Besondere Einsatz- und Prüfbedingungen erfordern besondere Maßnahmen und Kenntnisse der EFK.
Besondere Einsatz- und Prüfbedingungen erfordern besondere Maßnahmen und Kenntnisse der EFK. (Bildquelle: AndreyPopov/iStock/Thinkstock)

Nachfolgend werden die nach DIN VDE 0701-0702 erforderlichen Prüfgänge und Prüfverfahren benannt, die ggf. unter den in der Praxis vorkommenden Einsatzbedingungen der Geräte anzuwenden oder zu beachten sind.

A. Grenzwerte der Messungen

B. Prüfung von Geräten, die nicht mit der Anlage verbunden sind

C. Prüfung von Geräten, die nicht von der Anlage getrennt, aber spannungsfrei geschaltet werden können

D. Prüfung von Geräten, die nicht von der Anlage getrennt und nicht spannungsfrei geschaltet werden können

E. Prüfung von speziellen Geräten und solchen, die besonderen Beanspruchungen unterliegen

A. Grenzwerte der Messungen

Normgrenzwerte kritisch beachten

Die in der Norm DIN VDE 0701-0702 vorgegebenen und bei dem Beurteilen der Prüflinge zu beachtenden Grenzwerte wurden bereits erläutert (siehe u.a. Messung des Schutzleiterwiderstands).

Einschränkung der Aussage

Bei den Grenzwerten für den Isolationswiderstand sowie für die Ableitströme ist zu beachten, dass sie die Bereiche bzw. die Aussagen "Das Anwenden dieses Geräts ist noch nicht gefährlich" und "Das Anwenden dieses Geräts ist gefährlich" trennen.

Messwerte mit Grenzwerten vergleichen

Die den Prüfer eigentlich interessierende Aussage "Die Isolierungen sind in Ordnung, das Gerät wird freigegeben" lässt sich jedoch allein aus ihrem Vergleich mit dem Messwert nicht gewinnen. In Tabelle 1 sind diese Normkennwerte und weitere dem Prüfer empfohlene Kennwerte aufgeführt. Zu finden sind dort auch Hinweise für den Prüfer, wie die Messwerte von ihm beurteilt werden sollten.

Tab. 1: Sicherheitsgrenzwerte der Messverfahren nach DIN VDE 0701-0702:2008-06 und Bewertung der Messwerte (Klicken Sie auf die Abbildung, um sie zu vergrößern.)

Prüfer/Elektrofachkraft entscheidet

Die Angabe "Entscheidung durch die Elektrofachkraft" ist ein Hinweis darauf, dass der Messwert mehrere Ursachen haben kann, die mitunter schwer erkannt und sehr wahrscheinlich nur von einer mit der Prüfung und den Prüflingen bestens vertrauten Elektrofachkraft ermittelt werden können.

B. Prüfung von Geräten, die nicht mit der Anlage verbunden sind

Diese Art der Prüfung - keine direkte Verbindung mit einer elektrischen Anlage - ist der durch DIN VDE 0701-0702 vorgegebene Normalfall und betrifft

  • ortsveränderliche (steckbare) Gebrauchs- und andere Geräte sowie
  • Gebrauchsgeräte, die zum festen Anschluss an eine Anlage vorgesehen sind, zur Prüfung oder aus anderen Gründen aber von der Anlage getrennt wurden.

C. Prüfung von Geräten, die nicht von der Anlage getrennt, aber spannungsfrei geschaltet werden können

Trennung von der Anlage nicht möglich

Diese Art der Prüfung kann erforderlich werden, wenn die Trennung eines Geräts von der Anlage nur mit einem unzumutbaren Aufwand möglich ist.

Der Prüfablauf und die Prüfverfahren sind die gleichen, wie sie für die ortsveränderlichen Geräte bereits dargestellt wurden. Bedingt durch die feste Verbindung mit der Anlage ergeben sich einige Besonderheiten, die beim Anwenden der Prüfgeräte und beim Auswerten der Prüfergebnisse zu beachten sind. Sie werden unter Bezugnahme auf die in Abbildung 1 dargestellten Messungen nachstehend erläutert.

Abb. 1: Messungen an einem Gerät, das nicht von der Anlage getrennt, aber spannungslos gemacht werden kann (ein möglicherweise vorhandener Steckeranschluss wurde nicht dargestellt)

Messung M 1 des Isolationswiderstands: zwischen L/N und Körper

Messverfahren

Der Isolationswiderstand des gesamten Stromkreises wird gemessen. Liegt der Messwert unter dem für einen solchen Stromkreis bzw. unter dem für das zu prüfende Gerät üblichen Wert (> 20 MΩ), kann die Prüfung nicht positiv bewertet werden. Es muss dann doch eine Trennung des Geräts von der Anlage erfolgen.

Messung M 2 des Isolationswiderstands: zwischen L/N und schutzisoliertem Teil

Isolationswiderstand

Keine Besonderheiten.

Messung M 3 des Schutzleiterwiderstands

Schutzleiterwiderstand

Der Widerstandswert der in die Messung einbezogenen Schutzleiterstrecke der Anlage ist zu schätzen und vom Messergebnis abzuziehen.

Achtung! Wenn der Körper des zu prüfenden Geräts Erdkontakt hat (auch Wasser- oder Datenleitungen!), ergibt sich infolge der parallelen Messstrecke eine Fehlmessung. In solchen Fällen sollte nicht mit hohen Prüfströmen gemessen werden; diese können Datenleitungen beschädigen oder zu Softwareschäden führen.

Messung M 4 des Schutzleiterstroms

Schutzleiterstrom

Beim Messen des Schutzleiterstroms direkt im PE ist zu beachten, dass über ihn auch Ableitströme der Anlage fließen können.

Beim Messen des Differenzstroms (L/N) muss gewährleistet sein, dass keine anderen Geräte an den Außenleiter angeschlossen sind.

Achtung! Diese Messung ist ein Arbeiten in der Nähe von unter Spannung stehenden Teilen. Bei steckbaren Geräten wird in diesem Fall die Vorgabe "Messen in beiden Steckerstellungen" nicht erfüllt. Erfolgt später dann doch eine Trennung von der Anlage, ist diese Messung vor dem erneuten Anschluss nachzuholen.

Messung M 5 des Berührungsstroms

Berührungsstrom

Keine Besonderheiten.

Bewertung der Prüfung

Unvollständige Prüfung

Bei dieser Art der Prüfung ist abschließend zu entscheiden, ob trotz der vorstehend genannten Besonderheiten der Prüfverfahren eine zuverlässige Aussage über den Zustand des Geräts abgegeben werden kann. Eventuelle Einschränkungen oder Auflagen (z.B. Nachholen der Ableitstrommessungen in der zweiten Steckerstellung) bei einer Trennung vom Netz bzw. vor dem erneuten Anschluss sind in der Dokumentation der Prüfung anzugeben.

D. Prüfung von Geräten, die nicht von der Anlage getrennt und nicht spannungsfrei geschaltet werden können

Prüfung im Betriebszustand

Diese Art der Prüfung kann erforderlich werden, wenn es aus Gründen der Betriebsführung nicht möglich ist, das Gerät für den Zeitraum der Prüfung abzuschalten.

Der Prüfablauf und die Prüfverfahren können in diesem Fall nicht in vollem Umfang so durchgeführt werden, wie dies für die ortsveränderlichen Geräte bereits dargestellt wurde (siehe dazu u.a. "Wiederholungsprüfungen richtig durchführen" und "Messung des Schutzleiterwiderstands".)

Unvollkommene Prüfung

Somit kann die hier durchführbare Prüfung nur die Sicherheit für den vorliegenden Betriebszustand des Geräts (Steckerstellung, Schalterstellungen) bestätigen. Dies reicht im Allgemeinen nicht aus, um die Wiederholungsprüfung mit "bestanden" bewerten zu können, sodass die Prüfung dann zu einem späteren Zeitpunkt abgeschlossen werden muss. Andererseits kann vom Prüfer (Betreiber) berücksichtigt werden, dass vor einem erneuten Anschluss bzw. einer erneuten Inbetriebnahme des Geräts wiederum eine Prüfung in dem dann nötigen Umfang vorzunehmen ist. Natürlich ist es bei einem Gerät, dessen Betriebsführung z.B. einer ständigen Kontrolle durch Elektrofachkräfte unterliegt, auch möglich, allein die Messungen des Schutzleiterwiderstands und des Berührungsstroms als ausreichend zu betrachten; darüber muss der Prüfer im Einzelfall entscheiden.

Bedingt durch den Betriebszustand des zu prüfenden Geräts ergeben sich einige Besonderheiten, die beim Anwenden der Prüfgeräte und Auswerten der Prüfergebnisse zu beachten sind (vgl. Abb. 2).

Abb. 2: Messungen an einem Gerät, das mit der Anlage verbunden ist und sich im Betriebszustand befindet (ein möglicherweise vorhandener Steckeranschluss wurde nicht dargestellt)

Messung M 1 des Isolationswiderstands

Isolationswiderstand

Diese Messung ist technisch nicht möglich, da nicht der Isolationswiderstand des zu prüfenden Geräts, sondern der des Netzes gemessen würde. Hinzu kommt, dass die Widerstandsmessgeräte nicht für Betriebsspannungen bis 400 V ausgelegt sind. Weiterhin ist zu beachten, dass mit der Schutzleiterstrommessung ein anderes Verfahren zur Bewertung des Isoliervermögens zur Verfügung steht.

Messung M 2 des Isolationswiderstands

Diese Messung ist beim Anwenden von Prüfgeräten nach DIN VDE 0413 theoretisch möglich, wird aber nicht gefordert, da mit der Berührungsstrommessung ein anderes Verfahren zum Bewerten des Isoliervermögens zur Verfügung steht.

Messung M 3 des Schutzleiterwiderstands

Schutzleiterwiderstand

Der Nachweis des Vorhandenseins der Schutzleiterverbindung hat besondere Bedeutung, da auf diese Weise - im Fall eines nicht entdeckten Isolationsfehlers - die Sicherheit (Fehlerschutz) gewährleistet wird.

Der Widerstandswert der in die Messung einbezogenen Schutzleiterstrecke der Anlage ist zu schätzen und vom Messergebnis abzuziehen.

Achtung! Wenn der Körper des zu prüfenden Geräts Erdkontakt hat (auch Wasser- oder Datenleitungen!), ergibt sich infolge der parallelen Messstrecke eine Fehlmessung und/oder ein Schutzleiterdefekt wird nicht bemerkt.

Achtung! In solchen Fällen sollte nicht mit hohen Prüfströmen gemessen werden; diese können Datenleitungen beschädigen oder zu Softwareschäden führen

Messung M 4 des Schutzleiterstroms

Schutzleiterstrom

Beim Messen des Schutzleiterstroms direkt im PE ist zu beachten, dass über ihn auch Ableitströme der Anlage fließen können.

Beim Messen des Differenzstroms (L/N) muss gesichert werden, dass keine anderen Geräte an den Außenleiter angeschlossen sind.

Die Messung ist mit großer Sorgfalt vorzunehmen, da sie infolge der nicht durchführbaren Isolationswiderstandsmessung die einzige Aussage zum Zustand der Isolierungen liefert. Zu beachten sind die speziellen Fehlermöglichkeiten der Strommesszangen.

Achtung! Diese Messung ist ein Arbeiten in der Nähe von unter Spannung stehenden Teilen.

Achtung! Bei steckbaren Geräten wird in diesem Fall die Vorgabe "Messen in beiden Steckerstellungen" nicht erfüllt. Erfolgt später dann doch eine Trennung von der Anlage, ist diese Messung nachzuholen.

Messung M 5 des Berührungsstroms

Berührungsstrom

Die Messung ist mit großer Sorgfalt vorzunehmen, da sie infolge der nicht durchführbaren Isolationswiderstandsmessung die einzige Aussage zum Zustand der Isolierungen liefert.

Bewertung der Prüfung

Bei dieser Art der Prüfung ist abschließend zu entscheiden, ob trotz der vorstehend genannten Besonderheiten der Prüfverfahren eine zuverlässige Aussage über den Zustand des Geräts abgegeben werden kann. Eventuelle Einschränkungen oder Auflagen (z.B. Nachholen der Ableitstrommessungen in der zweiten Steckerstellung) bei einer Trennung vom Netz bzw. vor dem erneuten Anschluss sind in der Dokumentation der Prüfung anzugeben.

E. Prüfung von speziellen Geräten und solchen, die besonderen Beanspruchungen unterliegen

Die durch DIN VDE 0701-0702 vorgegebenen Prüfabläufe (vgl. Abbildung) und Prüfverfahren gewährleisten erfahrungsgemäß eine ausreichende Qualität der Prüfung und im Ergebnis eine ausreichende Sicherheit für die Benutzer der geprüften Geräte. Vom Anwender der Norm - dem Prüfer - ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Prüfvorgaben nicht alle Sonder- und Grenzfälle der Gestaltung und der Beanspruchung der zu prüfenden Geräte berücksichtigen können.

Sonderfälle/Grenzfälle

Die für die Prüfung verantwortliche Elektrofachkraft muss bei jedem Prüfling entscheiden, ob möglicherweise andere und/oder zusätzliche Prüfverfahren bzw. eine intensivere Prüfung erforderlich sind, um dem Schutzziel der Norm "Sicherheit für den Anwender" gerecht zu werden. Sie muss auch damit rechnen, dass die Geräte an Orten eingesetzt wurden, für die sie nicht vorgesehen sind und/oder dass sie nicht "bestimmungsgemäß" behandelt wurden. Nachstehend werden einige Beispiele dargestellt, bei denen solche Überlegungen und zusätzliche Aktivitäten erforderlich sind.

Geräte auf Bau- und Montagestellen

Für die auf Bau- und Montagestellen eingesetzten Geräte wird bereits empfohlen, Wiederholungsprüfungen und Zwischenkontrollen in kürzeren Zeitabständen durchzuführen. Zu beachten sind aber auch die Folgen von

  • Einwirkungen aggressiver Materialien,
  • eingedrungener Nässe und
  • Schwingungen (Befestigungen, Kontaktklemmen)

Geräte in der Landwirtschaft

Für die in der Landwirtschaft zum Einsatz kommenden Geräte gilt dies ebenfalls. Zu beachten ist hier zusätzlich, dass Verschmutzungen durch brennbare Stoffe möglich sind, die bei Überschlägen usw. entzündet werden können.

Geräte mit Elektronik

Zunehmend werden elektronische Einrichtungen in den betrieblichen Prozessen, aber auch im privaten Bereich, in Büros usw. verwendet. Mehr oder weniger wird ihre Funktion von den in ihrer Umgebung entstehenden elektromagnetischen Feldern beeinflusst.

Zu diesen Störquellen können auch elektrische Geräte gehören. Insofern ist es erforderlich, bei der Wiederholungsprüfung auch die ordnungsgemäße Funktion der in den Geräten vorhandenen Entstörbeschaltungen nachzuweisen. Dies erfolgt durch die Messung des Schutzleiterstroms (vgl. Abb. 3), der dann im Wesentlichen durch den Ableitstrom der Entstörbeschaltung bestimmt wird.

Abb. 3: Ableitstrom der Entstörbeschaltung als Teil des Schutzleiterstroms

Dieser Ableitstrom, der 3,5 mA nicht überschreiten darf, ist aus den Werten der Beschaltung zu ermitteln (bei ca. 47 nF ca. 3,5 mA). Diese Messung sollte bei der Erstprüfung erfolgen, da dann ein einwandfreier Zustand des Geräts vorausgesetzt werden kann.

Drehstromgeräte

Das Prüfen von drei- oder mehrphasigen Geräten erfolgt nach dem gleichen Prinzip und mit den gleichen Prüf- und Messverfahren, wie sie in den voranstehenden Abschnitten beim Prüfen der einphasigen Geräte vorgegeben und beschrieben wurden. Allerdings ergeben sich durch die Phasenzahl und die Phasenlage der Ströme einige Änderungen bei den anzuwendenden Prüfmitteln und Prüfverfahren sowie bei der Bewertung der Messergebnisse.

Das Messen des Schutzleiterwiderstands, des Isolationswiderstands und des Berührungsstroms ist ebenso unproblematisch wie bei den einphasigen Geräten. Alle Messungen können mit den üblichen für einphasige elektrische Geräte gedachten Prüfgeräten und unter Verwendung der in Abbildung 10a und b dargestellten Adapter oder mit einem entsprechend ausgestatteten Prüfgerät (Prüftafel) vorgenommen werden.

Dies gilt auch für das Messen des Schutzleiterstroms mit dem Ersatz-Ableitstrommessverfahren.

Abb. 4a-b: Adapter zum Adaptieren von Drehstromgeräten an ein für das Prüfen von einphasigen Geräten geeignetes Prüfgerät
a) GMC; b) BEHA

Für das Messen des Schutzleiter- oder des Berührungsstroms mit dem Differenzstrommessverfahren ist wegen der erforderlichen Erfassung der Ströme aller vier aktiven Leiter nur ein dafür ausgestattetes Prüfgerät geeignet (Abb. 5a).

Schwierigkeiten bereitet bei dieser Messung das Bewerten des Messwerts des Schutzleiterstroms. Sein im Betriebszustand mit dem direkten oder Differenzstrommessverfahren ermittelter Wert ist, wie in Abbildung 5a dargestellt, die geometrische Summe der Ableit-/Fehlerströme aller Außenleiter. Das Messergebnis - die Stromsumme - bietet somit keine zuverlässige Aussage darüber, ob Ableit-/Fehlerströme vorhanden und wie groß sie tatsächlich sind. Bei gleicher Größe addieren sie sich infolge ihrer Phasenlage zu null und der Prüfer erhält überhaupt keine bzw. keine exakte Information. Der Messwert bietet somit "nur" eine Aussage über die bei einem Schutzleiterbruch mögliche Gefährdung von Personen, aber nicht über den Zustand der Isolierungen.

Der Messwert des mit dem Ersatz-Ableitstrommessverfahren ermittelten Schutzleiterstroms ist die arithmetische Summe der Ableit-/Fehlerströme aller Außenleiter (Abb. 5b). Er bietet somit

  • eine Aussage über das Vorhandensein von Fehler-/Ableitströmen und damit auch über den Zustand der Isolierungen bzw. der Beschaltungen, aber
  • keine Aussage über die vom Gerät gewährleistete Sicherheit bzw. die vorhandene Gefährdung.

Es sind beide Messungen vorzunehmen, obwohl auch auf der Grundlage dieser beiden Messergebnisse nicht immer exakt, sondern nur annähernd festzustellen ist, ob die gemessene/angezeigte Stromsumme von einem oder von mehreren Außenleitern stammt.

Abb. 5a-b: Adapter zum Adaptieren von Drehstromgeräten an ein für das Prüfen von einphasigen Geräten geeignetes Prüfgerät - Prinzip der Messung des Schutzleiterstroms bei einem Drehstromgerät:
a) Messung des Schutzleiterstroms mit einem speziellen Prüfgerät, das über eine Differenzstrommesseinrichtung für Drehstromgeräte verfügt (GMC)
b) Messung des Schutzleiterstroms mit einem üblichen Prüfgerät nach dem Verfahren der Ersatz-Ableitstrommessung (BEHA)
Ia = Ableitstrom eines Außenleiters und ISL = Schutzleiterstrom des Geräts

Eigenbaugeräte

Auch selbst hergestellte elektrische Geräte jeder Art (Hilfsmittel, Labormuster, Diplomarbeiten usw.) sind nach den Vorgaben der Betriebssicherheitsverordnung und der Norm DIN VDE 0701-0702 zu prüfen. Dass sie auch den Vorgaben der jeweils zutreffenden Gerätenormen genügen, ist von der verantwortlichen Elektrofachkraft zu gewährleisten, d.h. vor der ersten Inbetriebnahme ist eine Prüfung vorzunehmen, deren Verfahren im Prinzip denen der jeweiligen Herstellernorm entsprechen sollten.

Betriebsmittel ohne CE-Zeichen

Bei Geräten der Herstellungsjahre nach 1997, die kein CE-Zeichen aufweisen, ist die Übereinstimmung mit den gesetzlichen Sicherheitsvorgaben nicht gewährleistet. Ob sie weiterhin verwendet werden können, ist wie bei den selbst hergestellten Geräten von der verantwortlichen Elektrofachkraft zu entscheiden. Bei einer weiteren Verwendung ist der Arbeitgeber verpflichtet eine Konformitätsbewertung vorzunehmen.

Geräte ohne Prüfzeichen

Bei Geräten, die zwar das CE-Zeichen, nicht aber das GS- und/oder das VDE-Prüfzeichen aufweisen, sollte geklärt werden, warum deren Hersteller diese Bestätigung der Sicherheit durch eine anerkannte Prüfstelle nicht eingeholt hat.

Private Geräte im Unternehmen

Geräte, die den Mitarbeitern gehören, unterliegen ebenso der Prüfpflicht, da sie ggf. auch eine Gefährdung für die anderen Mitarbeiter darstellen können. Dies ist durch eine Betriebsanweisung festzulegen und durchzusetzen.

Qualifikation der Benutzer

Zu berücksichtigen sind bei der Prüfung sowie beim Festlegen der Prüffristen auch die Qualifikationsmerkmale der Personen, von denen die Geräte benutzt werden. Dies gilt besonders für den privaten Bereich, aber erfahrungsgemäß auch für Gewerbe, Industrie, Behörden usw., wo ja ebenso diese nicht fachkundigen Personen Benutzer der Geräte und bezüglich deren bestimmungsgemäßer Zuordnung oftmals überfordert sind. Hier zeigt sich, dass die prüfende Elektrofachkraft auch für eine den Umständen nach erforderliche Information der Benutzer der von ihr geprüften Geräte zu sorgen hat. Nur dann ist die Übereinstimmung ihrer Aussage "sicher bei bestimmungsgemäßer Anwendung" wirklich berechtigt. Anderenfalls wird sie ihrer Aufgabe als "Beschützergarant" nicht völlig gerecht.

zurück zum ersten Teil der Artikelreihe: Wiederholungsprüfungen richtig durchführen

Autoren: Dipl.-Ing. Klaus Bödeker, Stefan Euler

Zurück

Kommentare

Diskutieren Sie mit

* Pflichtfeld