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VDE 0105-100 - unverzichtbar für die Elektrofachkraft

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Sichere Bedienung elektrischer Anlagen - Bild
Elektrische Anlagen sicher bedienen mit der VDE 0105-100 (Bildquelle: kadmy/iStock/Thinkstock)

Die VDE 0105-100 ist eine der wichtigsten Normen in der Elektrotechnik. Aus ihr resultieren etliche Nachnormen. Die Norm beschreibt die Anforderungen für ein sicheres Bedienen von und Arbeiten an und in der Nähe von elektrischen Anlagen.

Die VDE 0105-100 umfasst alle Arbeits-, Bedienungs- und Wartungsverfahren und ist auch für nicht elektrotechnische Arbeiten, bei denen eine elektrische Gefahr besteht, bindend.

Erfahren Sie hier mehr zur neuen VDE 0105-100:2015 "Betrieb von elektrischen Anlagen":
Übersicht zur wichtigen Neufassung
Umfassende Informationen zur Überarbeitung der VDE 0105-100
aktualisierter Normensteckbrief

Ausgewählte Begriffsdefinitionen der VDE 0105-100:2009

Abgeschlossene elektrische Betriebsstätte

Punkt 3.1.101 der VDE 0105-100 beschreibt den Begriff „abgeschlossene elektrische Betriebsstätte“. Dabei handelt es sich um einen Raum oder Ort, der ausschließlich dem Betrieb elektrischer Anlagen dient und unter Verschluss gehalten wird. Abgeschlossene elektrische Betriebsstätten dürfen nur von Elektrofachkräften (EFK) und elektrotechnisch unterwiesenen Personen (EuP) betreten werden. Elektrotechnische Laien (EL) dürfen nur in Begleitung von Elektrofachkräften oder elektrotechnisch unterwiesenen Personen abgeschlossene elektrische Betriebsstätten betreten.

Abb. 1: Beispiel "Abgeschlossene elektrische Betriebsstätte"

Beispiel

Anlagenbetreiber

Nach Punkt 3.2.2.101 ist der Anlagenbetreiber für den sicheren Betrieb und den ordnungsgemäßen Zustand der elektrischen Anlage zuständig. Anlagenbetreiber kann der Unternehmer selbst oder eine von ihm beauftragte natürliche oder juristische Person sein, dementsprechend übernimmt er auch die Unternehmerverantwortung.

Anlagenverantwortlicher

Punkt 3.2.2.102 der VDE 0105-100 definiert den Begriff Anlagenverantwortlicher. Der Anlagenverantwortliche ist eine Person, die beauftragt ist, während der Durchführung von Arbeiten die unmittelbare Verantwortung für den Betrieb elektrischer Anlagen bzw. der Anlagenteile zu tragen, welche zur Arbeitsstelle gehören.

Betriebliche Organisation

Nach VDE 0105-100 dürfen an elektrischen Anlagen keine Arbeiten durchgeführt werden, wenn für diese Anlagen nicht vorab ein Anlagenverantwortlicher bestimmt wurde, unter dessen Verantwortung die Anlage steht.

Übliche Betriebsvorgänge

Alle Tätigkeiten sind mit dem Anlagenbetreiber und ggf. mit dem Anlagenverantwortlichen abzustimmen. Nach Beendigung der Tätigkeiten in den elektrischen Anlagen, ist der Anlagenbetreiber und ggf. der Anlagenverantwortliche darüber zu informieren.

Hier sollte mit Freigabe- oder Freischaltscheinen gearbeitet werden. Abhängig davon, ob die Anlage freigeschaltet wird oder unter Spannung bleibt, z.B. bei der Fehlersuche.

Abb. 2: Beispiel eines Freischaltscheins

Beispiel eines Freischaltscheins

Arbeiten unter Spannung

Der Abschnitt 6.3 „Arbeiten unter Spannung“ wurde mit der letzten Änderung der Norm vollständig überarbeitet und an den Stand der Technik angepasst. Hierzu wurden die Anforderungen der DGUV Regel 103-011 (BGR A3) „ Arbeiten unter Spannung“ in die VDE 0105-100 übernommen.

Arbeiten unter Spannung dürfen nur ausgeführt werden, wenn die Sicherheit und der Gesundheitsschutz aller an den Arbeiten beteiligter Personen sichergestellt ist.

Gefährdungsbeurteilung durchführen

Um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu gewährleisten, muss der Unternehmer bzw. eine von ihm beauftragte Person eine Gefährdungsbeurteilung über die vorgesehenen Arbeiten durchführen. Aus den erfassten Gefährdungen sind Schutzmaßnahmen abzuleiten. Das Arbeiten unter Spannung erfordert immer besondere technische und organisatorische Maßnahmen.

Durch die Anwendung geeigneter Arbeitsverfahren und den Einsatz von gut ausgebildetem und ausgerüstetem Personal kann die sichere Durchführung der Arbeiten erreicht werden.

Abb. 3: Die drei Säulen beim Arbeiten unter Spannung


Die drei Säulen beim Arbeiten unter Spannung

Stefan Euler, BDSH geprüfter Sachverständiger für das Prüfen von elektrischen Arbeitsmitteln
Michael Schäfer, BDSH geprüfter Sachverständiger, Fachgebiet Elektrotechnik

Tipp der Redaktion

Elektrotechnische Normen und Regeln - Die E-Training-Sammlung

Elektrotechnische Normen und Regeln - Die E-Training-Sammlung: vier E-Learning-Kurse auf einer CD-ROM zu den Normen:

  • DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1)
  • VDE 0105-100
  • VDE 0701-0702
  • DIN VDE 0100-410

Die VDE 0105-100 als eine der wichtigsten Normen sowie ihre wesentlichen Inhalte sollte jeder Mitarbeiter in der Elektrotechnik kennen.

Zur einfachen Unterweisung Ihrer Mitarbeiter empfiehlt sich der E-Learning-Kurs „Elektrotechnische Normen und Regeln – DIN VDE 0105-100", mit dem sich jeder Mitarbeiter selbst schult.

Die Unterweisung vermittelt Kenntnisse für das Bedienen von und das Arbeiten an, mit oder in der Nähe elektrischer Anlagen. Ziel des Kurses ist der Erhalt der Qualifikation, der Kenntnisse über und des Wissens um den richtigen Umgang mit dieser DIN-VDE-Norm.

Inhalte des E-Learning-Kurses zur DIN VDE 0105-100:

  • Personal, Organisation und Kommunikation
    • der Anlagenbetreiber
    • der Anlagenverantwortliche
    • der Arbeitsverantwortliche
    • die elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) und der elektrotechnische Laie (EL)
  • Allgemeine Grundsätze
  • Übliche Betriebsvorgänge in elektrischen Anlagen
  • Erhalten des ordnungsgemäßen Zustands
    • Messen
    • Erproben
    • Prüfen
    • wiederkehrende Prüfung
  • Arbeitsmethoden
  • Arbeiten im spannungsfreien Zustand - die fünf Sicherheitsregeln der Elektrotechnik
  • Arbeiten in der Nähe unter Spannung stehender Teile
  • Instandhaltung
    • Allgemeines
    • Auswechseln von Sicherungseinsätzen
  • Instandsetzung - Stromgrenzen

 

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