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HV-Prüfplatz Erdungskonzept: DC Spannung bis 1.000 V

Dokumentation von Prüfungen

04.08.2014
Frage aus der Praxis

Wir bauen gerade in unserem Laborbereich einen HV-Prüfplatz bis 1.000 V DC auf für Messungen an automotiven Platinen.

Als erste Schutzmaßnahme ist ein vollständiger Berührschutz mit Abdeckhaube nach DGUV Information 203-034 (BGI 891) geplant. Als Schutzmaßnahme im Fehlerfall würde ich "Schutztrennung" bevorzugen. Allerdings fordert die DGUV Information 203-034 (BGI 891) und VDE 0100-410 bei Schutzmaßnahme "Schutztrennung" eine maximale Spannung von 500 V im galvanisch getrennten Stromkreis. In der VDE 0104 ist als Schutzmaßnahme nur Berührschutz genannt.

Wenn ich das beachte, müsste das DC-Netzteil am Ausgang geerdet werden, d.h. GND-Pin mit PE verbinden. Meiner Ansicht nach ist eine galvanische Trennung im DC-Hochvolt-Bereich aber viel sicherer.

Wenn der DC-Ausgang "GND" mit PE verbunden wird, entsteht z.B. bei Berührung von PE und DC "+" eine gefährliche Durchströmung, bei der auch der AC-seitige FI-Typ B in der Unterverteilung nicht auslöst.

  • PE kann z.B. leicht an einem metallischen Tischbein am Prüfplatz berührt werden.
  • falls Kontakt zu geerdeten Teilen besteht, führt allein der Fehlerfall DC "+" berühren zu Lebensgefahr!

Daher meine Frage:

Darf ein von PE galvanisch getrennter DC-Stromkreis wirklich nur mit maximal 500 V betrieben werden?

Antwort des Experten

Udo Mathiae

Die beiden erwähnten Normen VDE 0100-410 und DGUV Information 203-034 (BGI 891) fordern eindeutig, dass die Spannung eines Stromkreises mit Schutztrennung nicht größer als 500 V sein darf.
Dieses gilt übrigens sowohl für Wechselspannungen als auch für getrennt erzeugte Gleichspannungen. Da das DC-Netzteil keine galvanische Trennung zum Versorgungsstromkreis aufweist, ist der Einsatz einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) vom Typ B/B+ mit einem Bemessungsstrom von 30 mA zu empfehlen. Dieser Fehlerschutz ist auch bei einem Körperschluss auf der Gleichspannungsseite wirksam, weil dadurch auf der Wechselspannungsseite ein Differenzstrom auftritt, der zur Auslösung der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) führt.

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