4,3/5 Sterne (4 Stimmen)
Farbe der 24V/DC-Versorgung 4.3 0 5 4

Farbe der 24V/DC-Versorgung

Blau oder hellblau? Welche Farbe muss die 24V/DC-Versorgung haben?
Blau oder hellblau? Welche Farbe muss die 24V/DC-Versorgung haben? (Bildquelle: Thinkstock)

Frage aus der Praxis

Ein Maschinenbauer lieferte uns mehrere Maschinen in denen er den Minus der 24V/DC-Versorgung in hellblau ausgeführt hat. In den Schaltschränken ist jedoch der Neutralleiter (230V) auch in hellblau ausgeführt. Ist das zulässig? Normalerweise wird die 24V/DC bei uns in dunkelblau ausgeführt.

Antwort des Experten

Um Verwechslungen mit anderen Farben zu vermeiden, empfiehlt die DIN EN 60204-1 (VDE 0113-1) „Elektrische Ausrüstung von Maschinen im Abschnitt 13.2.3 „Identifizierung des Neutralleiters“ Folgendes: Enthält ein Stromkreis einen Neutralleiter, der ausschließlich durch die Farbe identifizierbar ist, ist die vorgeschriebene Farbe für diesen Leiter BLAU.

Weiterhin wird in der Norm empfohlen, dass – um Verwechslungen mit anderen Farben zu vermeiden - ein ungesättigtes BLAU (hier HELLBLAU genannt) dafür benutzt wird. Wenn die gewählte Farbe die einzige Identifizierung des Neutralleiters bietet, darf diese Farbe für keinen anderen Leiter – wo eine Verwechslung möglich ist – verwendet werden

Im Abschnitt 13.2.4 „Identifizierung durch Farbe“ wird für Fälle, bei denen für eine Identifizierung von Leitern eine Farbkodierung benutzt wird, empfohlen, dass Steuerstromkreise für Gleichstrom mit der Farbe BLAU farblich kodiert sind.

Da es sich im geschilderten Fall um zwei getrennte Systeme (Maschine/Schaltschrank) handelt, wird davon ausgegangen, dass im Schaltschrank kein Steuerstromkreis für Gleichstrom vorhanden ist, bzw. in der Maschine kein Neutralleiter identifiziert werden muss. Hier besteht in den einzelnen „Systemen“ keine Verwechslungsgefahr und sowohl der Neutralleiter im Schaltschrank wie auch der Steuerstromkreis in der Maschine müssen nicht durch Farbe identifizierbar sein. Zwar entspricht die benutzte Farbe des Steuerstromkreises nicht den oben geschilderten Empfehlungen der Norm, es ist jedoch in diesem Fall zulässig.

Diese Antwort gab Udo Mathiae.

Weitere Expertenbeiträge, die Sie interessieren könnten

Haben Sie auch eine Frage?
Fragen und Antworten zur Elektrotechnik und Elektrosicherheit Wir helfen Ihnen weiter. Schicken Sie uns einfach Ihre Fachfrage. Unsere anerkannten Experten aus der Praxis beantworten sie gerne.
Kommentare

Kommentar von Mayer Siegfried |

Ein 12 Volt DC Motor wird von einer 12 V 24 Ah Batterie über eine Steuerelektronik betrieben.
Von der Steuerelektronik wird über ein Potenziometer die Geschwindigkeit reguliert.
Habe Probleme mit der Farbkennung!
Vom Steuergerät zum Poti und zurück gibt es 4 Drähte: rot, blau, gelb und grün.
Kann mir jemand sagen was die Unterschiede der Drähte sind?
z.B. +12V, - 0, Steuerung + , - etc.
Mit freundlichen Grüßen

Siegfried Mayer

Kommentar von Heinrich |

Darf der Gelb-Grüne Draht, für Niedervoltanlagen auch als Schaltdraht verwendet werden? Ist das durch VDE Vorschriften verboten?

Kommentar von Funkenrudi |

ich würde mal so sagen: (Ohne mich durch die Vorschriften gequählt zu haben)
Wenn das eine Anlage ist, (Dogen. Kleinspannung) die nichts mit 230V zu tun hal, und auch nicht mit einer im Zusammenhang steht., würde ich sagen: Ja.

Kommentar von Thomas Sachs |

Da es auch in Kleinspannungsanlagen notwendig sein kann, dass eine Erde oder Potentiolausgleich angeschlossen wird, ist der Grün/Gelbe nur dafür zugelassen.

Kommentar von Chris |

Ist es zulässig, einen Lichtstromkreis von 230V DC auf 24V DC "umzurüsten" und dabei "minus" über den Neutralleiter laufen zu lassen?

Kommentar von Thomas Sachs |

Die Beantwortung der Frage steht ja schon oben im Beitrag. Wenn keine Verwechslungsgefahr mit einem Neutralleiter besteht, für den die Farbe Blau zu verwenden ist, darf ein blauer Leiter verwendet werden.

* Pflichtfeld