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Wissensmanagement in der Elektrotechnik

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Machen Sie Ihr Wissen auch für Ihre Kollegen zugänglich.
Machen Sie Ihr Wissen auch für Ihre Kollegen zugänglich. (Bildquelle: Vectoraart/iStock/Thinkstock)

Wissensmanagement spielt in Unternehmen eine wichtige Rolle: Mitarbeiter sammeln im Rahmen ihrer Tätigkeit wichtige Erfahrungen, profitieren von Fortbildungen, und lösen Probleme. Das Wissen, das Mitarbeiter dabei sammeln und dokumentieren, gehört zu wichtigen Ressourcen im Unternehmen und sollte geschützt werden. Das gilt auch für den Bereich der Elektrotechnik. Wissensmanagement hilft dabei.

Das Management von Wissen im Unternehmen beschäftigt sich mit dem Erwerb, der Entwicklung, dem Transfer, der Speicherung sowie der Nutzung von Wissen der Mitarbeiter. Wissensmanagement ist dabei weit mehr als Informationsmanagement. Es handelt sich dabei um die Erschließung des kompletten Wissens aller Mitarbeiter im Unternehmen für alle anderen Mitarbeiter.

Die Erfahrung der Elektrofachkräfte sollte für alle anderen Elektrofachkräfte im Unternehmen zur Verfügung stehen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie stellt eine Anleitung als PDF zur Verfügung, mit der vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen ein Wissensmanagement einführen können.

Wissensmanagement für Elektrofachkräfte

Prüfprotokoll für Ihre Dokumentation
Dokumentation ist alles! (Bildquelle: elektrofachkraft.de)

Elektrofachkräfte führen Messungen durch, Gefahren werden erkannt, und häufig auch Probleme im Unternehmen gelöst. Tauchen die gleichen Probleme erneut auf, oder muss eine Maschine erneut gemessen und überprüft werden, muss die Elektrofachkraft ohne Dokumentation alle Aufgaben, Vorgehensweisen und Besonderheiten neu erarbeiten. Das birgt die Risiken von Fehlern, kostet Arbeitszeit und kann schlussendlich auch gefährlich sein, wenn etwas vergessen wird. Scheidet eine Elektrofachkraft aus dem Unternehmen aus, zum Beispiel wegen Kündigung, Rente oder aus anderen Gründen, ist das Wissen dieser Fachkraft, das oft teuer erworben wurde, verloren. Neue Elektrofachkräfte im Unternehmen müssen alles Wissen der Kollegen mündlich oder durch eigene Erfahrung sammeln, wenn dieses nicht dokumentiert ist. Wissen und Erfahrungen gehören zu den wichtigsten Ressourcen in Unternehmen. Das gilt vor allem für komplexe Gebiete wie der Elektrotechnik.

Dieses Wissen sollte erhalten und gepflegt werden. Durch ein Wissensmanagement werden alle wichtigen Informationen, Vorgänge und Aufgaben dokumentiert. Taucht ein Fehler oder eine Aufgabe erneut auf, kann die Lösung über das Wissensmanagement wesentlich schneller herbeigeführt werden. Das spart Zeit, Geld und erleichtert den Mitarbeitern ihre Arbeit.

Einführung von Wissensmanagement in der Elektrotechnik

Wichtig ist, dass Wissensmanagement kein Selbstzweck ist, sondern die Wettbewerbsfähigkeit signifikant erhöht. Daher sollte vor der Einführung zuerst geprüft werden, welchen Zweck das Wissensmanagement haben soll, und was sich die Verantwortlichen davon erhoffen. Einen Königsweg für die Einführung von Wissensmanagement gibt es nicht. Wichtig ist in Erfahrung zu bringen, welches Wissen und welche Erfahrung Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit benötigen. Dieses Wissen und die Erfahrung sollten dokumentiert werden und in das Wissensmanagement mit einfließen.

Wissen ist in den meisten Fällen an Personen gebunden. Führt eine Elektrofachkraft immer die Messungen für ein bestimmtes Gerät oder eine Maschine durch, dann weiß die Fachkraft auf was sie achten muss, und welche Werte für die Maschine eine Rolle spielen. Führt eine andere Elektrofachkraft die Messung durch, muss sie sich das entsprechende Wissen erst erarbeiten. Sind die Erfahrungen aber im Wissensmanagement dokumentiert, profitiert die Elektrofachkraft vom Wissen der anderen und deren Vorgehensweisen. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Arbeiten mehrere Elektrofachkräfte gemeinsam, profitieren alle von einem Wissensmanagement, da dieses das gesammelte Wissen aller Fachkräfte umfasst und zugreifbar macht.

Wie können Unternehmen Wissensmanagement einführen?

Wissensmanagement erfordert nicht immer teure und komplizierte Zusatzsoftware. Oftmals ist im Unternehmen bereits Software im Einsatz, die auch für das Wissensmanagement geeignet ist. Auch mit geringen Mitteln lässt sich Wissensmanagement aufbauen. In den meisten Fällen sind die Informationstechnologie und Software der beste Weg zum Aufbau eines Wissensmanagements. Beispiele dafür sind Vorlagen, ein Intranet, eigene Wikis oder Lösungen wie Microsoft SharePoint.

Diese Lösung stellt Microsoft sogar als SharePoint Foundation kostenlos zur Verfügung. Mit der Software lassen sich eigene Wikis und Listen erstellen, die perfekt für das Wissensmanagement geeignet ist. Dadurch können Mitarbeiter, auch Elektrofachkräfte, im internen Netzwerk nach Informationen suchen. Bei der Einführung von Wissensmanagement müssen Unternehmen aber einige Voraussetzungen schaffen und Grundlagen prüfen. Dazu gehört zum Beispiel die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Sind die Mitarbeiter motiviert ihr Wissen zu teilen und wie kann die Motivation erhöht werden?
  2. Sind die Mitarbeiter in der Lage eine Software zum Wissensmanagement zu nutzen und sind Schulungen notwendig?
  3. Gibt es im Unternehmen bereits Wissensmanagement in einer Form oder der Austausch von Wissen zwischen Mitarbeitern?
  4. Wie wurde bisher das Wissen im Unternehmen gesichert?

Vorhandene IT und Wissensmanagement miteinander verknüpfen

Für den Aufbau eines Wissensmanagements spielt die vorhandene IT eine wesentliche Rolle.
Für den Aufbau eines Wissensmanagements spielt die vorhandene IT eine wesentliche Rolle. (Bildquelle: DAJ/Thinkstock)

Diese sollte immer zuerst darauf hin geprüft werden, ob sich Wissensmanagement umsetzen lässt. Wichtig ist auch das Dokumentieren der Kommunikationswege im Unternehmen. Denn diese lassen sich oft in das Wissensmanagement mit einbinden. Beispiele dafür sind die Integration des E-Mail-Systems mit dem Wissensmanagement und umgekehrt.

Hier muss auch geklärt werden, welche Mitarbeiter Zugang zu den IT-Systemen und den Kommunikationswegen haben. Denn soll das Wissen dieser Mitarbeiter auch erfasst werden, ist oft ein Zugang notwendig, der entsprechend geplant sein muss. In den meisten Fällen sollten Elektrofachkräfte bereits an die IT angebunden sein. Hier muss geplant werden, ob Erweiterungen notwendig sind.

Auf Basis der gesammelten Informationen lassen sich die Anforderungen an das Wissensmanagement optimal analysieren und eine entsprechende Lösung entwickeln. Dabei kann es sich auch um einfache Mittel wie Word-Dokumente oder Excel-Tabellen handeln. Sobald klar ist, welche Lösung Einsatz finden soll, wird diese implementiert, evaluiert, getestet und danach auf Nachhaltigkeit überprüft. Hier stellt sich schnell heraus, ob Nacharbeiten notwendig sind, oder ob die Lösung optimal funktioniert. Wichtig ist darüber hinaus die Schulung der Mitarbeiter in diese Lösung.

Wikis stellen oft die Lösung dar

Mit Opensource-Software lassen sich Wikis aufbauen, die vor allem für Elektrofachkräfte durchaus dazu geeignet sind ein optimales Wissensmanagement aufzubauen. Nicht immer sind kostenlose Opensource-Tools sinnvoll, teilweise können auch kommerzielle Wikis eine ideale Lösung sein. Wikis bieten den Vorteil, dass sie schnell einsatzbereit, leicht bedienbar und übersichtlich sind. Ein prominentes Beispiel dafür ist die Wikipedia.

Autor: Thomas Joos

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