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Vermeiden Sie Elektrounfälle durch Sicherheitsregeln

(Kommentare: 2)

Der Umgang mit elektrischen Anlagen muss geregelt sein um Unfälle zu vermeiden.
Regeln Sie den Umgang mit elektrischen Anlagen zur Vermeidung von Stromunfällen (Bildquelle: sodapix sodapix/Thinkstock)

Unfälle passieren schnell, vor allem dann, wenn Unternehmen keine klaren Richtlinien für den Umgang mit elektrischem Strom vorgeben und diese auch kontrollieren. Mit klaren Regeln, die den Umgang mit elektrischen Anlagen und Zugangsberechtigungen festlegen, können Stromunfälle vermieden werden.

Zu Vermeidung von Elektrounfällen in Betrieben sind folgenden Maßnahmen zu treffen:

  • Der Umgang mit elektrischen Anlagen muss klar definiert werden.
  • Zugangsberechtigungen zu elektrischen Anlagen sind zu erteilen.
  • Befähigte Personen, die Arbeiten (Wartung, Instandhaltung, Prüfungen) an elektrischen Arbeitsmitteln und Betriebsmitteln vornehmen, sind schriftlich zu bestellen.
  • Defekte Geräte, schlecht isolierte Kabel oder ungeschützte Steckdosen stellen eine Gefahr dar. Sie sind umgehend zu entfernen und zu reparieren.
  • Auch für nicht elektrotechnische Arbeiten, d.h. für Arbeiten in deren Nähe, sind Regeln und Schutzmaßnahmen zu treffen.
  • Die Verwendung privater Geräte muss festgelegt sein.
  • Dazu kommen Vorschriften zur Bedienung der Geräte. So stellt zum Beispiel der Stand-By-Betrieb von elektrischen Geräten durchaus eine Brandgefahr dar. Die Gefahr wird mit der Anzahl der Geräte im Betrieb multipliziert, die im Stand-by-Betrieb laufen.

DGUV Vorschrift 3: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Bei der Unfallverhütung spielen Berechtigungen, Sicherheitsmaßnahmen und fest definierte Arbeitsschritte eine wichtige Rolle. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang die DGUV Vorschrift 3: Unfallverhütungsvorschrift "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" (ehemals BGVA 3).

Diese Vorschrift sollte in jedem Betrieb und jedem Bereich umgesetzt werden, in dem elektrische Anlagen eine Rolle spielen. Wie bereits am Anfang dieser Vorschrift zu sehen ist, muss auch genau festgelegt werden, welche Anlagen von der Vorschrift umfasst werden. Hier sollten Verantwortliche nicht nur vorhandene Anlagen berücksichtigen, sondern auch zukünftig beabsichtigte Investitionen. Auch die Inbetriebnahme neuer elektrischer Geräte und Anlagen muss definiert werden.

Zugangsberechtigungen vergeben

Für Anlagen mit hohen Spannungen sind Zugangsberechtigungen zu vergeben, sodass unbefugte Personen erst gar keinen Zutritt erhalten. Nur Elektrofachkräfte haben das notwendige Wissen, um sicher und effizient an elektrischen Anlagen zu arbeiten. Alle anderen Personen müssen davon abgehalten werden, sich durch Arbeiten an und in der Nähe elektrischer Anlagen in Gefahr zu begeben. Das gelingt zunächst durch Vorschriften, die konsequent kontrolliert und umgesetzt werden müssen, aber auch durch Absperrungen wie Schlösser und Abdeckungen. Nur geschultes Personal darf Zutritt zu besonders gefährlichen Anlagen haben.

Auch für den Umgang mit vermeintlich kleineren Spannungen bedarf es klarer Regeln. Alle elektrischen Arbeiten im Unternehmen dürfen nur durch befähigte Personen durchgeführt werden. Diese müssen entsprechend geschult sein, und in einem ebenfalls fest definierten Zeitraum zur Verfügung stehen, um Probleme zu lösen oder Wartungen durchzuführen.

Elektrofachkräfte durch Sicherheitsregeln schützen

Auch Elektrofachkräfte in Unternehmen sind nicht vor Gefahren geschützt nur, weil Sie sich besser mit elektrischen Anlagen auskennen. Elektrofachkräfte überschätzen häufig das eigene Wissen und die eigene Erfahrung und unterschätzen die Gefahr. Nicht selten sind es daher Elektrofachkräfte, die Elektrounfälle verursachen.

5 Sicherheitsregeln der Elektrotechnik
Mit der Einhaltung der 5 Sicherheitsregeln können Stromunfälle vermieden werden.

Personen mit mangelndem Sicherheitsbewusstsein schützen

Bilden Betriebe aus oder sind in der Nähe von elektrischen Anlagen Personen beschäftigt oder haben Zugang, denen es an Sicherheitsbewusstsein fehlt, zum Beispiel Kinder, Jugendliche, sollten Unternehmen darauf achten, dass der Zugang zur entsprechenden elektrischen Anlage und der Umkreis der Anlage besonders gesichert sind.

§ 22 Jugendarbeitsschutzgesetz
„Jugendliche dürfen nicht beschäftigt werden ... mit Arbeiten, die mit Unfallgefahren verbunden sind, von denen anzunehmen ist, dass Jugendliche sie wegen mangelnden Sicherheitsbewusstseins oder mangelnder Erfahrung nicht erkennen können oder nicht abwenden können...“

Verantwortliche müssen hier besondere Vorschriften erlassen und sicherstellen, dass Jugendliche keiner Gefahr ausgesetzt sind. Es muss davon ausgegangen werden, dass trotz Sicherheitsvorschriften eine Gefahr besteht, wenn die Anlage nicht ausreichend abgesichert ist. Daher müssen die Sicherheitsregeln im Unternehmen auch klar definieren, wie solche Personen geschützt werden können, zum Beispiel durch besonders gesicherte elektrische Anlagen, Aufsichtspersonal oder durch besondere Beschilderung.

Mitarbeiter unterweisen und für Erste Hilfe vorbereiten

Zusätzlich zu Vorschriften sollten Unternehmen die Mitarbeiter anhand von Unterweisungen informieren und vor den Gefahren des elektrischen Stroms sensibilisieren. Hier kann es auch sinnvoll sein, medizinisches Personal einzuladen, das über die gesundheitlichen Risiken bei Stromschlägen aufklärt. In diesem Zusammenhang sollte auch der Umgang mit Situationen erläutert werden, bei denen Personen einen elektrischen Schlag durch Körperdurchströmung erhalten haben. Besonders sinnvoll ist an dieser Stelle die Unterweisung von Erste-Hilfe-Maßnahmen nach einem Stromunfall. Durch ungeeignete Hilfsmaßnahmen bringen sich andere Personen schnell in Gefahr oder helfen nicht sachgemäß.

Ein Elektrounfall erfordert besondere Erste-Hilfe-Maßnahmen
Ein Elektrounfall erfordert besondere Erste-Hilfe-Maßnahmen (Bildquelle: ivstiv/iStock/Thinkstock)

Bei Elektrounfällen ist der Selbstschutz noch wichtiger als bei vielen anderen Unfallarten. Der wichtigste Schritt ist das Trennen des Unfallopfers von der Stromquelle, ohne sich selbst in Gefahr zu begeben. Hier sollten Mitarbeiter darüber informiert werden, wie das am besten geschehen kann, welche Vorgehensweisen ideal sind, und wie die eigene Gefährdung vermieden werden kann.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Erste Hilfe bei Stromunfällen.

Autor: Thomas Joos

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Kommentare

Kommentar von Martin Helfer |

Da sieht man mal wieder, wie wichtig es ist, auch als sog. Profi so grundlegendes Wissen wie die 5 Sicherheitsregeln anzuwenden.
Als EFK kann ich wirklich aus Erfahrung sprechen, dass die Einhaltung entsprechender Schutzmaßnahmen Leben retten kann!

Kommentar von M. Rehbein |

Guten Tag,
mich würde interessieren, wodurch man noch einen "elektrischen Schlag" bekommen kann, außer durch eine Körperdurchströmung?

Gruß
M. Rehbein

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