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Unterweisung nicht verpassen!

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Unterweisungen sind wichtig!

Viele sehen Unterweisungen nur als lästiges Übel, das langatmig und langweilig ist, und das sie im Berufsleben nicht weiter bringt. Dabei können Unterweisungen - gerade im Bereich Elektrosicherheit - Leben retten.

Häufig werden Unterweisungen als schnöder Monolog des frustrierten Vorgesetzten abgehalten, dem es schon genauso vor der langweiligen Unterweisung graut, wie seinen Zuhörern. Wir alle haben diese Situationen zu Genüge mitbekommen.

Was tun? – sprach Zeus

Zum einen kommt es auf die Dauer und zum anderen auf die Darstellungsform und –art der Themen an. Lieber öfters kurze Unterweisungen und diese im Dialog, als nur 1-2 mal pro Jahr, dafür dann gleich gut 2 Stunden und alle trockenen Themen auf einmal.

Dialog statt Monolog

Hatten Sie in der Abteilung irgendeine Frage oder eine Unsicherheit? Hat ein Auszubildender ein bestimmtes Thema in der Berufsschule? Gab es bei irgendeiner Tätigkeit Unsicherheiten, Probleme oder Unklarheiten?
Dann nehmen Sie das Thema auf und machen eine kurze Unterweisung und Informationsrunde dazu. Stellen Sie Fragen in die Runde, wer noch im gleichen Thema unsicher war. Sicherlich wird der Dialogstil nicht von Anfang an von alleine laufen – diese Kultur muss sich u.U. erst entwickeln. Wann immer es möglich ist, binden Sie die Mitarbeiter mit ein. Lassen Sie den Betroffenen vorstellen, wo das Problem lag und wie er es lösen konnte, oder woran er hängt bzw. hing. Sie werden erstaunt sein, wie die Gruppe mit der Zeit immer besser und schneller zu gemeinsamen Lösungen kommt. Diese werden dann auch als Arbeitsschutzmaßnahmen von allen besser akzeptiert und der Sinn der Maßnahme ist durch die gemeinsame Erarbeitung der Lösung viel verständlicher. Und: verstehen schützt mehr, denn auswendig lernen.

Rechtlicher Hintergrund

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG, § 12)
  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV, § 9)
  • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV, § 14)
  • DGUV Vorschrift 1,§ 4
  • DGUV Vorschrift 9, § 5

Alle diese Rechtstexte fordern, dass der Unternehmer seine Mitarbeiter und andere Schutzbefohlene, also auch Fremdfirmen, Leiharbeiter und Besucher, so weit unterweist, dass sie sich an ihren Arbeitsplätzen und auf den Wegen dorthin sicher und gefahrlos bewegen und verhalten können.

Wichtig!
Die Unterweisung muss VORAB erfolgen!! D.h. VOR Antritt der Arbeit oder BEVOR jemand das Werk betritt, das fordert die Sorgfalts- und Fürsorgepflicht.

Wann sind Unterweisungen durchzuführen?

  • Erstunterweisung
    Bevor ein Mitarbeiter eine Arbeit neu aufnimmt muss unbedingt eine Erstunterweisung durchgeführt werden. Hierbei sind der Arbeitsplatz, das Umfeld und die Tätigkeit selbst mit ihren Gefährdungen und Wechselwirkungen zu erläutern.
  • Änderungsunterweisung
    Sobald Änderungen an Arbeitsplatz, Arbeitmitteln oder Arbeitstoffen durchgeführt wurden, muss der Mitarbeiter auf die sich veränderten Gefährdungen hingewiesen werden.
  • Belehrungen
    Nach (Beinahe-)Unfällen sind Belehrungen über die entstandene Gefahr und den richtigen Umgang mit den Gefahren durchzuführen. Ziel ist es, eine ähnliche Gefährdung nicht ein zweites Mal auftreten zu lassen und somit die Sicherheit für die Mitarbeiter zu steigern.
  • Wiederholungsunterweisung:
    Routine ist gut – aber auch gefährlich!
    Eine Auffrischung bereits durchgeführter Unterweisungen in regelmäßigen Abständen (z.B. 1/Jahr) ist daher unabdingbar. Die Häufigkeit hängt dabei von der Brisanz des Themas ab.

Nicht unterweisen – na und? – spart Zeit und damit Geld

Dem ist mitnichten so – schon gar nicht auf lange Sicht! Die Unterweisung der Mitarbeiter und damit die Sicherstellung des Arbeitsschutzes ist eine der Grundpflichten des Unternehmers. Bei Unfällen sind Sie in der Haftung aufgrund unterlassener Sorgfaltspflicht. Das geht neben den staatanwaltlichen Themen über die Haftung bei Personenschäden im Zivilrecht – und spätestens diese können sehr teuer werden.
Nicht zu vergessen und zu übersehen sind auch der Imageverlust bei „Nachbarn“ und Kunden, wenn häufiger Unfälle passieren, oder qualitativ schlecht gearbeitet wurde. Die hieraus entstehenden wirtschaftlichen Schäden sind zwar nicht sofort spürbar – aber würden Sie jemanden weiterhin beauftragen, bei dem die Arbeit nur sehr unsauber erledigt wird und dauernd was passiert, oder der schlicht unwissende Fachkräfte schickt?
Also: Fortbildung ist auch Werbung für Ihr Unternehmen.

Hilfestellungen

Um Ihre Unterweisung anschaulicher und die Vorbereitung weniger aufwändig zu gestalten können Sie z.B. folgende Hilfsmittel einsetzen:

Tipp der Redaktion
Der Unterweisungsprofi Kurz, anschaulich und prägnant
In den Unterweisungsfolien für die Elektrofachkraft finden Sie direkt einsetzbare PowerPoint-Folien, die sie auch nach Bedarf auf Ihre Begebenheiten anpassen können. Zu jeder Folie gibt es einen Leitfaden, auf dem die wichtigsten Hintergrundinformationen zum Unterweisungsthema enthalten sind.

 

Tipp der Redaktion
Elektrofachkräfte zeitgemäß und effektiv unterweisen Schulen Sie mit der "Sicherheitsunterweisung Elektrotechnik" Ihre Elektrofachkräfte modern, zeitgemaß und ohne Aufwand von Ihrer Seite.

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