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TAR Niederspannung in Sicht

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Die neue Anwendungsregel beschreibt Anforderungen an den Anschluss und Betrieb von Ladeeinrichtungen für E-Fahrzeuge.
Die neue Anwendungsregel beschreibt Anforderungen an den Anschluss und Betrieb von Ladeeinrichtungen für E-Fahrzeuge. (Bildquelle: LIVINUS/iStock/Thinkstock)

Die Anforderungen an die Planung, Installation, den Betrieb sowie spätere Änderungen von Kundenanlagen an Niederspannungsnetzen sind derzeit auf neun Regelwerke verteilt. Dies soll sich nun ändern. Die „Technischen Regeln für den Anschluss von Kundenanlagen an das Niederspannungsnetz und deren Betrieb“, kurz TAR Niederspannung, vereinheitlichen die Vorgaben und fassen sie in einem einzigen Dokument zusammen.

Ende April hat das Forum Netztechnik/Netzbetrieb des VDE (FNN) den Entwurf einer neuen Anwendungsregel „Technische Anschlussregeln Niederspannung“ E VDE-AR-N 4100 vorgelegt. Das auch TAR Niederspannung (Technische Anschlussregeln Niederspannung) genannte Regelwerk vereinheitlicht die Vorgaben für den Netzanschluss von Kundenanlagen an Niederspannungsnetze. Neu sind u.a. Anforderungen an Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge.

Die folgenden Regelwerke fließen laut dem aktuellen VDE-Entwurf in der neuen TAR Niederspannung zusammen:

  • VDN-Richtlinie „Überspannungs-Schutzeinrichtungen Typ 1“
  • VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4101 „Anforderungen an Zählerplätze in elektrischen Anlagen im Niederspannungsnetz“ (2015)
  • VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4102 „Anschlussschränke im Freien am Niederspannungsnetz der allgemeinen Versorgung; Technische Anschlussbedingungen für den Anschluss von ortsfesten Schalt- und Steuerschränken, Zähleranschlusssäulen, Telekommunikationsanlagen und Ladestationen für Elektrofahrzeuge“
  • technische Anforderungen an den Zugang zu Niederspannungsnetzen des DistributionCode 2007
  • VDE 0100-732 „Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1000 V – Teil 732: Hausanschlüsse in öffentlichen Kabelnetzen“
  • VDEW-Materialie M-38/97 „Anforderungen an Plombenverschlüsse“ (1997)
  • TAB 2007 „Technischen Anschlussbedingungen für den Anschluss an das Niederspannungsnetz“ (BDEW-Bundesmusterwortlaut, 2011)
  • VDN-Richtlinie „Notstromaggregate“ (2004)
  • FNN-Hinweis „Anschluss und Betrieb von Speichern am Niederspannungsnetz“ (2016)

Die neue TAR Niederspannung gilt für Bezugs- wie auch Erzeugungsanlagen

Der VDE hebt die folgenden neuen Anforderungen hervor.

  • Ladeeinrichtungen ab einer Bemessungsleistung größer 4,6 kVA müssen künftig beim Netzbetreiber angemeldet werden.
  • Ladeeinrichtungen sollten künftig „netzdienlich einsetzbar“ sein und z.B. über eine Strategie zum geregelten Bereitstellen von Blindleistung verfügen.

Dies soll dazu beitragen, dass Elektrofahrzeuge leichter in die Niederspannungsnetze integriert werden. Außerdem wurden die bereits aus dem FNN-Hinweis „Anschluss und Betrieb von Speichern am Niederspannungsnetz“ von 2016 bekannten Anforderungen an Speicher in die neue TAR Niederspannung aufgenommen. Speicher wie Elektromobilität sollen schneller alltagstauglich und systemkompatibel werden.

Der VDE weist darauf hin, dass für Erzeugeranlagen neben der neuen TAR Niederspannung weiterhin die Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 „Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz“ gilt. Auch diese Anwendungsregel ist in Überarbeitung. Es ist damit zu rechnen, dass beide Anschlussregeln später in einem gemeinsames Dokument aufgehen werden.

Den Entwurf der TAR Niederspannung können Sie kostenfrei auf den Webseiten des VDE einsehen.

Autor: Dr. Friedhelm Kring

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