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So erstellen Sie Betriebsanweisungen

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Erstellen Sie Betriebsanweisungen präzise und verständlich.
Erstellen Sie Betriebsanweisungen präzise und verständlich. (Bildquelle: AndreyPopov/iStock/Thinkstock)

Betriebsanweisungen werden u.a. für Gefahrstoffe, persönliche Schutzausrüstungen und biologische Arbeitsstoffe erstellt. Bei der Erstellung von Betriebsanweisungen für elektrisch betriebene Arbeitsmittel und Maschinen ist oft die Elektrofachkraft gefragt.

Es gibt kaum konkrete Vorgaben, wie eine Betriebsanweisung aufgebaut sein soll oder welche Elemente sie in welcher Reihenfolge unbedingt enthalten muss. Aber es haben sich gewisse Konventionen und Muster bewährt. Wichtig ist, dass die Betriebsanweisungen innerhalb Ihres Unternehmens möglichst einheitlich aufgebaut und gestaltet sind, damit sie von Mitarbeitern möglichst schnell verstanden und umgesetzt werden.

So sollte eine Betriebsanweisung aussehen

Prüfen Sie vorhandene Betriebsanweisungen auf folgende Merkmale und berücksichtigen Sie diese Aspekte beim Erstellen neuer Betriebsanweisungen:

  • arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogenen: Lagern Sie allgemeine Anordnungen aus und lassen Sie Nebensächlichkeiten weg.
  • konzentriert: so ausführlich wie nötig und so knapp wie möglich: In der Regel füllt eine Betriebsanweisung eine bis maximal zwei DIN A4-Seiten aus. Formulieren Sie in Stichworten statt mit vollständigen Sätzen.
  • konkret: Verfassen Sie keine langatmigen Erläuterungen zu Hintergrundinformationen, sondern benennen Sie die konkreten Gefährdungen, wichtigsten Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln.
  • präzise: Schreiben Sie „einmal pro Monat“ statt „regelmäßig“ usw. Benennen Sie „Schweißen“ oder „Rauchen“, statt allgemein von Zündquellen zu sprechen.
  • verständlich: Verzichten Sie auf Fremdworte und unnötige Fachbegriffe. Jeder Mitarbeiter muss Ihre Betriebsanweisungen verstehen können. In besonderen Fällen – wenn Sie z.B. Ausländer mit nur geringen Deutschkenntnissen einstellen – müssen Sie Betriebsanweisungen übersetzen bzw. übersetzen lassen.
  • erkennbar: Die Form ist nicht vorgeschrieben, Betriebsanweisungen sollten jedoch optisch einheitlich gestaltet sein. Durchgesetzt hat sich eine Farbcodierung für bestimmte Tätigkeitsbereiche (s.u.).
  • am Arbeitsplatz: Betriebsanweisungen, die sauber geordnet in Aktenschränken abgeheftet vorliegen, nützen niemandem. Eine Betriebsanweisung muss stets dort vorhanden sein, wo die jeweilige Gefährdung, das Werkzeug, die Maschine o.a. eingesetzt wird.
  • betriebsspezifisch: Musterdokumente können hilfreich sein und wichtige Anregungen geben. Aber sie sind stets auf die individuelle betriebliche Situation und die Bedingungen am Arbeitsplatz vor Ort anzupassen.
  • schriftlich: Betriebsanweisungen sind stets schriftliche Anweisungen. Sie können durch mündliche Erläuterungen ergänzt, aber nicht ersetzt werden.

Gliederung einer Betriebsanweisung

Als Gliederung hat sich der folgende Aufbau bewährt:

  • Arbeitsplatz/Firma/Betriebsstätte
  • Anwendungsbereich, Arbeitsverfahren, Tätigkeit oder Stoff, ggf. spezifizieren, z.B. in Bedienen und Instandhalten
  • Gefahren für Mensch und Umwelt: Kurzinfo zu den bei der Tätigkeit auftretenden Gefährdungen, ggf. Verweis auf Umweltrisiken
  • Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln: In diesem zentralen Teil sind die Maßnahmen und Regeln zu nennen, die den Mitarbeiter betreffen. Darunter fallen z.B. technische, organisatorische, hygienische oder personenbezogene Maßnahmen wie persönliche Schutzausrüstung (PSA). Dazu kommen ggf. Hinweise für das Ingangsetzen einer Anlage, das sichere Betreiben, Hinweise auf unzulässige Arbeitsweisen usw.
  • Verhalten bei Störungen: Auch dieser Punkt ist bei elektrischen Betriebsmitteln unverzichtbar. Mitarbeiter müssen wissen, wie sie sich bei Störungen, verkanteten Werkstücken, seltsamen Geräuschen, brenzligem Geruch usw. sicher verhalten. Geben Sie hier die Sofortmaßnahmen an wie Abschalten, vom Stromnetz nehmen usw. Auch die geeigneten Löschmittel bei Brandgefahr gehören in diesen Abschnitt.
  • Verhalten bei Unfällen/Erste Hilfe: Dieser Abschnitt dürfte bei vielen Betriebsanweisungen ähnlich aussehen: Sichern der Unfallstelle, Bergung von Verletzten, Meldung an Ersthelfer, Rettungskette und Vorgesetzten (Notrufnummern!), geeignete Erste-Hilfe-Maßnahmen

Je nach Tätigkeit können weitere Abschnitte hinzukommen, etwa zur Entsorgung.

Die dazu notwendigen Informationen finden Sie in den Betriebsanleitungen von Geräten und Maschinen, in den dokumentierten Gefährdungsbeurteilungen, im technischen und berufsgenossenschaftlichen Regelwerk und ggf. weiteren Dokumenten wie Sicherheitsdatenblättern von Gefahrstoffen, den Kennzeichnungen von Chemikalien usw.

Abschließend sollte die Betriebsanweisung den Namen des Erstellers, des Prüfers, des Genehmigers und das Gültigkeitsdatum enthalten. Dazu kommen ggf. die Anzahl der Seiten und interne Codes oder Nummerierungen, Dateinamen etc.

Für die farbliche Umrandung und Hinterlegung der Überschriften bietet sich folgende Farbzuordnung an:

Blau für Maschinen und Arbeitsmittel

Rot für Gefahrstoffe

Gelb für persönliche Schutzausrüstung

Grün für Biostoffe

Abb. 1: Beispiel einer Betriebsanweisung für den Gefahrstoff Akkusäure (Bildquelle: elektrofachkraft.de)

Betriebsanweisung für den Gefahrstoff Akkusäure

Stellen Sie in Zusammenarbeit mit den Arbeitsschutzverantwortlichen neue Betriebsanweisungen den davon betroffenen Mitarbeitern vor, z.B. in einer Sicherheitsunterweisung. Es genügt nicht, Betriebsanweisungen nur auszulegen, auszuhängen oder den Mitarbeitern als Kopie auszuhändigen.

Gehen Sie die einzelnen Abschnitte durch und fordern Sie zu Feedback und Fragen auf. Betriebsanweisungen müssen bekannt, verstanden und von Ihren Mitarbeitern akzeptiert sein. Nur dann werden sie auch eingehalten.

Lesen Sie auch "Das sollten Sie als Elektrofachkraft über Betriebsanweisungen wissen".

Autor: Dr. Friedhelm Kring

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