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Messung des Schutzleiterwiderstands

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Messung des Schutzleiterwiderstands mit einem Prüfgerät nach DIN VDE 0404

Erläuterung zur Abbildung "Messung des Schutzleiterwiderstands mit einem Prüfgerät"

Die dargestellte Messung dient dem Nachweis, dass die vorhandenen Schutzleiter zwischen

  • der Anschlussstelle des Schutzleiters an die elektrische Anlage und
  • den berührbaren leitfähigen Teilen, die vom Hersteller in eine Schutzleiterschutzmaßnahme einbezogen wurden,

eine ordnungsgemäße elektrische Verbindung bewirken.

Ordnungsgemäß ist eine Verbindung, wenn sich bei der im Bild dargestellten Messung ein Messwert ergibt, der ungefähr dem (vom Prüfer geschätzten) Widerstand der Schutzleiterstrecke entspricht. Um die Beurteilung zu vereinfachen, wurde in der Norm VDE 0701-0702 als Grenzwert/Richtwert der Widerstand von 0,3 Ω festgelegt, der sich aus dem Widerstand der Schutzleiterstrecke RSL (max. 10 m Leitung mit 1 mm2 Cu ≈ 0,18 Ω) und einem im Allgemeinen vorhandenen Übergangswiderstand (0,1 Ω) ergibt. Bei höheren Messwerten ist deren Ursache festzustellen.

Bei Leitungen mit einem Bemessungsstrom über 16 A und demzufolge einem höheren Querschnitt ist zu berücksichtigen, dass sich ein geringerer Messwert ergeben muss.

Außer einer mangelhaften Verbindung sind als Ursachen eines Widerstands RSL > 0,3 Ω möglich:

  • die zur Anwendung des Geräts erforderliche Länge seiner Anschlussleitung (RSL max. 1 Ω)
  • in den Schutzleiter des Geräts eingefügte, in der Herstellernorm vorgegebene EMV-Beschaltungen
  • Übergangswiderstände an den Steckkontakten

Ob es sich um Übergangswiderstände handelt, kann durch eine Messung mit einem hohen Messstrom oder durch eine Reinigung der Kontakte festgestellt werden. Diese Widerstände sind bei der Bewertung nicht mit zu berücksichtigen. Trotz der Beschaltungen darf der Messwert den Wert 0,3 Ω nicht überschreiten (Messstrom ggf. 5 A oder mehr).

Der Anschluss des Schutzleiters an innere Teile des Geräts muss nicht nachgewiesen werden.

Der Prüfstrom muss zumindest 0,2 A betragen. Zu empfehlen ist im Allgemeinen die Anwendung eines Prüfgeräts, das

  • einen Messstrom von 0,2 A DC abgibt,
  • die Zeit der Messung nicht begrenzt und
  • jede Messung zweimal mit jeweils unterschiedlicher Stromrichtung vornimmt (im Fehlerfall ergeben sich unterschiedliche Messwerte).

Die Messunsicherheit (bisher: Messfehler, Betriebsmessabweichung, Gebrauchsfehler) der Prüfgeräte muss bei der Bewertung des Messwerts nicht berücksichtigt werden, da es beim Beurteilen nur auf die Größenordnung und nicht auf den genauen Betrag des gemessenen Schutzleiterwiderstands ankommt.

Bei Geräten mit extrem langer Anschlussleitung und demzufolge einem Schutzleiterwiderstand über 1 Ω ist der Anwender darüber zu informieren, dass damit möglicherweise die Schleifenimpedanz des Stromkreises zu hoch werden kann und daher ihr Einsatz nur über einen Fehlerstromschutzschalter erfolgen sollte.

Bei Geräten mit einem Nennstrom > 16 A muss der Grenzwert anhand der Leiterlänge des Leiterquerschnitts und Material des Leiters berechnet werden!

Hier geht es weiter mit: Messung des Isolationswiderstands

Autoren: Dipl.-Ing. Klaus Bödeker, Stefan Euler

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