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Mangelnde Elektrosicherheit bedeutet Lebensgefahr

(Kommentare: 4)

Eine mangelnde Elektrosicherheit in Unternehmen ist gefährlich.
Defekte elektrische Anlagen können Unfälle verursachen (Bildquelle: herjua/iStock/Thinkstock)

Mangelnde Elektrosicherheit ist teuer, wenn elektrische Anlagen mehr Strom als notwendig verbrauchen oder dadurch Defekte drohen. Außerdem ist sie gefährlich, in vielen Fällen sogar lebensgefährlich, da Stromschläge und Brände drohen. Die Folgen von Stromunfällen sind häufig schwerwiegend, umso wichtiger ist es, Stromunfälle mit entsprechenden Maßnahmen zu verhindern.

Elektrosicherheit im Unternehmen

Die Verletzung von Menschen bedeutet für Unternehmen eine zusätzliche wirtschaftliche Belastung, da Strafen und Klagen sowie ein deutlicher Imageverlust drohen. Es sollte also im Interesse von Unternehmen sein, die Elektrosicherheit nicht zu vernachlässigen. Bei Problemen und Unfällen haften die Verantwortlichen im Unternehmen. Daher sollte das Thema an dieser Stelle entschieden werden. Elektrofachkräfte, die das notwendige Fachwissen mitbringen, helfen bei der Umsetzung der Elektrosicherheit im Betrieb.

Viele Verantwortliche gehen davon aus, dass zertifizierte und geprüfte Geräte sicher sind, und keine Probleme von den Geräten mit Prüfsiegel ausgehen. Es kann durchaus sein, dass einzelne Geräte keine Probleme bereiten. Allerdings arbeiten in vielen Unternehmen zahlreiche Geräte zusammen.

Wenn, zum Beispiel, eine Kaffeemaschine in der Teeküche in der Steckdose eingesteckt ist, mag es keine Probleme geben. Ist die Maschine aber mit einer Mehrfachsteckdose verbunden, in der wiederum andere Geräte stecken, kann es durch zu hohe Leistungsaufnahme zu Problemen kommen.

Die Kombination verschiedener, elektrischer Geräte und Anlagen kann zu Problemen führen, die weder berücksichtigt, noch von den Herstellern vorgesehen sind. Daher ist es unerlässlich eine Elektrofachkraft einzubeziehen. Änderungen an elektrischen Anlagen sind zu dokumentieren und regelmäßig zu überprüfen.

Gefahren und Risiken aufzeigen

Die Aufgabe von Elektrofachkräften ist, die Verantwortlichen darauf hinzuweisen, in welchen Bereichen des Unternehmens Gefahren drohen, und was die Ursachen sind. Elektrofachkräfte können genau spezifizieren, welche Maßnahmen getroffen werden sollten, und wo zum Beispiel Messungen mit Elektrothermografie sinnvoll sind. Auch die Vorschriften und Gesetze kennen Elektrofachkräfte durch ihre Ausbildung ebenfalls besser, als andere Mitarbeiter im Unternehmen.

Zunächst muss in Unternehmen also eine Sensibilisierung stattfinden, warum Elektrosicherheit wichtig ist. Dabei spielen die Punkte Sicherheit und finanzielle Einbußen sowie Imageverlust und gesetzliche Vorschriften, inklusive der Haftung, eine wichtige Rolle. Die Risiken und Gefahren müssen aufgezeigt und deren Folgen kalkuliert werden.

Schutzmaßnahmen aufzeigen

Sind die Verantwortlichen erst sensibilisiert, gilt es Gegenmaßnahmen aufzuzeigen, und Abläufe zu definieren, mit denen sichergestellt werden kann, dass die genannten Gefahren und Risiken vermieden werden. Elektrofachkräfte sind in der Lage, rechtssichere und optimale Prozesse für die Gewährleistung der Elektrosicherheit aufzuzeigen. Die Geschäftsführung kann diese Prozesse absegnen und die Abläufe anordnen. Auch die notwendigen Budgets können durch Verantwortliche im oberen Bereich des Unternehmens schneller freigegeben werden.

Sorgen Sie mit regelmäßigen Prüfungen für sichere Arbeitsmittel und Betriebsmittel
Sorgen Sie mit regelmäßigen Prüfungen für sichere Arbeitsmittel und Betriebsmittel (Bildquelle: kadmy/iStock/Thinkstock)

Zu den Maßnahmen gehören natürlich die regelmäßige Messung der elektrischen Geräte. Auch hier sind Elektrofachkräfte Ansprechpartner. Mitarbeiter im Unternehmen müssen unterwiesen werden, mit Elektrofachkräften zusammen zu arbeiten. Nur wenn die Mitarbeiter die Vorgehensweise akzeptieren, lassen sich unkontrollierte und gefährliche Vorgehensweisen mit elektronischen Anlagen vermeiden.

Gefahren lauern an vielen Stellen

Selbst wenn im Unternehmen Elektrofachkräfte und Geschäftsführung zusammenarbeiten, um optimale Arbeitsabläufe zu definieren, drohen weitere Gefahren. Häufig bringen Mitarbeiter eigene Geräte von zu Hause mit. Diese befinden sich nicht im Inventar des Unternehmens und werden dadurch häufig auch nicht überwacht und regelmäßig überprüft. Neben den mitgebrachten elektrischen Geräten spielt die Verkabelung eine wichtige Rolle. Auch hier gehen viele Mitarbeiter oft eigenwillig vor und verkabeln ihren Arbeitsplatz nicht so, wie es die Elektrosicherheit in einem Unternehmen gebietet. Gefahren gehen vor allem von Mehrfachsteckdosen und dem unsachgemäßen Betrieb elektrischer Geräte aus.

Mehrfachsteckdosen mit ungeprüften Geräten
Mehrfachsteckdosen mit ungeprüften Geräten (Bildquelle: Martin Poole/DigitalVision/Thinkstock)

Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) beachten

Auch an dieser Stelle sind Geschäftsführung und Eigentümer verantwortlich, da auch private Geräte der Betriebssicherheitsverordnung unterliegen. In dieser und anderen Vorschriften ist festgelegt, dass Unternehmen elektrische Geräte und Anlagen regelmäßig auf Sicherheit überprüfen müssen.

Von der Elektrofachkraft sind klare Regeln aufzustellen, was den Betrieb von privaten elektrischen Geräten im Unternehmen angeht. Geschäftsführung und Eigentümer können darauf basierend Entscheidungen treffen und Arbeitsanweisungen erteilen.

Mehr Sicherheit, weniger Kosten, bessere Wertschöpfung

Eine erhöhte Elektrosicherheit hat viele Vorteile:

  • Sie sorgt für eine bessere Sicherheit und Gesundheitsschutz im Unternehmen.
  • Eine verbesserte Elektrosicherheit senkt die Kosten, da der Stromverbrauch und die Effizienz der Wertschöpfungskette erhöht wird.
  • Arbeitsabläufe lassen sich beschleunigen und verbessern.
  • Optimal gewartete, elektrische Anlagen und Maschinen sind langlebiger, verbrauchen weniger Energie und verursachen weniger Wartungskosten.
  • Ungeplante Ausfälle von elektrischen Anlagen kosten Geld und schädigen den Ruf des Unternehmens. Folgeschäden lassen sich durch eine gut organisierte Elektrosicherheit vermeiden, Kosten werden eingespart.
  • Und nicht zu vergessen: die Sicherheit der Mitarbeiter wird durch eine optimale Elektrosicherheit deutlich verbessert.

Autor: Thomas Joos

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Kommentare

Kommentar von Thomas Sachs |

@Dennis Schimmel
Werden private Geräte im Betrieb genutzt werden sie zu Arbeitsmitteln und unterliegen somit der BetrSichV. Also sind sie bei erlaubter Benutzung auch mit zu prüfen. Ein Ausweg wäre das Verbot einer Benutzung von privaten Geräten im Unternehmen.

Kommentar von Peter |

Die "Vorteile" sind an den Haaren herbeigezogen. Unsere Verlängerungskabel und Steckernetzteile verbrauchen nach einer Prüfung auch nicht mehr Strm als vorher.

Kommentar von Dennis Schimmel |

Wo kann man aus der BetrSichV herauslesen, dass private Geräte der BetrSichV unterliegen?

Kommentar von Wolfgang |

Das mit den Kosten ist schon richtig. Leider ist die Denke bei den Vorgesetzten, die ich bisher kennenlernen durfte, eine völlig andere. Da stehen die offensichtlichen Kosten einer Elektrofachkraft und der Ausrüstung im Vordergrund.

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