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Jahresfachtagung Elektrosicherheit 2014

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Die Fachtagung Elektrosicherheit 2014 war wieder ein voller Erfolg.
Die Fachtagung Elektrosicherheit 2014 war wieder ein voller Erfolg.

„Elektrosicherheit ist eine Führungsaufgabe. Entscheider aus Industrie und Wirtschaft tragen die Verantwortung für die Sicherheit von Anlagen, Maschinen und Geräten. Die Fähigkeit der Bewertung dieser Elektrosicherheit liegt aber in der Hand von Elektropraktikern.“ Mit diesen Worten durch den Tagungsleiter Georg Jaanineh startete die 8. Jahrestagung Elektrosicherheit 2014. Sie gilt bei Elektropraktikern inzwischen als bundesweit wichtigste Plattform für den Austausch und für Fragen rund um Qualifikation, Verantwortung, Normenwelt, Messen und Prüfen sowie Bewertung.

Die 120 Elektropraktiker waren in Darmstadt zusammengekommen, um einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Neuerungen in der Elektrotechnik zu gewinnen und sich über die effiziente und praktische Umsetzung gesetzlicher Anforderungen zu informieren.

Die Bandbreite der Vorträge reichte von EMV-geeigneten Installationen, Arbeiten unter Spannung und Fallstricke bei der Messung von Potentialausgleich und Erdung bis hin zu Maßnahmen zur Reduzierung von Ableitströmen.

Die Vorträge im Überblick:

„Wie spricht man eine Stunde über Kupfer?“ Mit dieser Frage leitete Helmut Muhm, Bereichsleiter bei der Bender GmbH, mit einer PEN-Brücke in der Hand seinen Praxisvortrag zur Bedeutung des zentralen Erdungspunktes (ZEP) für die Sicherheit von elektrotechnischen Anlagen ein.

Anschließend sensibilisierte Andreas Kaßen, Fachbereichsleiter E-Technik bei der Wallstein Service GmbH, in seinem Best-Practice-Bericht die Teilnehmer für die Gefahren, die bei Arbeiten unter Spannung entstehen und für die Wichtigkeit der sicheren Ausführung von AuS. Anhand von vielen Beispielen und Fotos aus der Praxis zeigte er auf, wie die Anforderungen aus den relevanten Normen und insbesondere der DGUV-Regel 103-011 in der Praxis richtig umzusetzen sind.

In dem Praxisvortrag Schutzkonzepte gegen transiente Überspannungen zeigte Oliver Born, Leiter Verbandsmarketing bei der Dehn + Söhne GmbH, anschaulich Schutzmaßnahmen gegen Überspannungen und elektromagnetische Einflüsse sowie Überspannungen infolge von atmosphärischen Einflüssen oder Schaltvorgängen auf.

Erdung und Potentialausgleich sind wichtige Maßnahmen zum Schutz bei indirektem Berühren in elektrischen Anlagen. Anhand von verschiedenen Live-Versuchsanordnungen demonstrierte Georg Jaanineh, Geschäftsführer des Ingenieurbüros GELTEC, den interessierten Teilnehmern anschaulich die wesentlichen Prüfverfahren von Potentialausgleich und Erdung, deren Vor- und Nachteile sowie den praktischen Umgang mit heutiger Messtechnik.

Maximilian Hofmeister, Vizepräsident am Landesgericht Augsburg a.D. nahm im Anschluss die Teilnehmer mit zu einem „Besuch“ im Gericht. Er beschrieb die Zusammenarbeit von Gericht und Gutachter in der Praxis. Aufgrund der fehlenden Fachkenntnis des Gerichts, insbesondere für komplexe Vorgänge in der Elektrotechnik, ist der Richter auf fremden Sachverstand des Gutachters, in diesem Fall des Elektrosachverständigen, angewiesen.

Um den Aufbau der Elektroorganisation ging es im nächsten Vortrag. Thomas Brimmer, GVEFK und Projektingenieur bei der Philip Morris Manufacturing GmbH Berlin, zeigte den Teilnehmern, wie sein Unternehmen diesbezüglich aufgestellt ist, was die Zielsetzungen sind und wie die Maschinen- und Anlagenprüfungen gemäß DGUV Vorschrift 3 und Betriebssicherheitsverordnung durchgeführt werden.

Fließt ein Ableitstrom im Fehlerfall als erhöhter Berührstrom durch den Anwender des Geräts oder durch eine andere Person, so kann er einen elektrischen Schlag auslösen. Stefan Davids, Doepke Schaltgeräte GmbH in Norden, thematisierte anschaulich mit vielen Praxisbeispielen aus seiner langjährigen Tätigkeit die Ursachen, Folgen und Messung von Ableitströmen.

Dem Thema „Messung von Ableitströmen“ widmete sich auch sein Co-Referent Georg Schmitz, Fachberater Ableitstromtechnik bei der EPA GmbH. Sein Fazit: Ableitströme fließen nicht nur über den Schutzleiter, sondern auch über leitfähige Teile oder parasitäre Kapazitäten zum Erdpotenzial.

Ausblick auf die 9. Jahrestagung Elektrosicherheit 2015

Auf der Agenda der Jahrestagung am 18. und 19.11.2015 - diesmal in Kassel - stehen unter anderem Fragen zur Verantwortung, zur Elektrothermographie sowie zu den Besonderheiten bei Frequenzumrichter geregelten Antrieben größerer Leistung.

  • Beurteilung elektrischer Anlagen in der vorbeugenden Instandhaltung durch Elektrothermografie
  • Organisation und Verantwortung in der Elektrosicherheit
  • Best-Practice-Vortrag zum Thema “Erfahrungen bei Frequenzumrichter geregelten Antrieben größerer Leistung“

Fotos von der Jahrestagung Elektrosicherheit 2014 finden Sie auch auf unserer Facebook-Seite.

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