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Erste Hilfe leisten nach einem Stromschlag

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Erste-Hilfe-Maßnahmen nach einem Elektrounfall kennen
Wissen Sie, was nach einem Elektrounfall zu tun ist? (Bildquelle: IJzendoorn/iStock/Thinkstock)

Wer an elektrischen Geräten und Leitungen arbeitet, ist immer der Gefahr ausgesetzt, einen Stromschlag zu erleiden. Dementsprechend weisen Betriebe ihre Mitarbeiter stets gesondert in Arbeitsbereiche ein, in denen Strom fließt.

Doch auch bei der Arbeit in Privathaushalten können einfache Maßnahmen der Arbeitssicherheit dafür sorgen, einen Stromunfall zu verhindern.

Schutz vor Elektrounfällen

Neben einer Einweisung vor Ort gibt es einfache Sachverhalte, die jeder selbst überprüfen kann. Gerade, wenn ein Gerät länger nicht in Gebrauch war, ist die Überprüfung von großer Wichtigkeit.

  • Wurde das Gerät fachgerecht installiert?
  • Ist es im Bereich des Geräts trocken?
  • Sind sämtliche Funktionen intakt? (flackernde Lämpchen, abgebrochene oder fehlende Schalter, etc.)
  • Sind alle sichtbaren Isolierungen vorhanden?
  • Riecht es ungewöhnlich nach Inbetriebnahme?
  • Ist der Stromkreis unterbrochen, bevor einfache Reparaturen vorgenommen werden? (Sicherung, Notausschalter)

Maßnahmen nach einem Stromunfall

Selbst bei penibler Einhaltung aller Vorschriften im Umgang mit Strom, kann es zu einem Unfall kommen. Nicht immer ist jede Störung eines Geräts oder einer Leitung erkennbar. Dann ist schnelles Eingreifen von Nöten, um die Unfallschäden so gering wie möglich zu halten.

Wichtig: Selbst, wenn es scheinbar nicht zu einer Verletzung gekommen ist, sollte der Verunfallte in ärztliche Obhut gegeben werden, da ein zeitversetztes Einsetzen von Herzrhythmusstörungen nie ausgeschlossen ist!

1.) Rettungsdienst alarmieren

Folgende Angaben müssen gemacht werden:

  • Wer ruft an?
  • Was ist passiert?
  • Wo ist es passier?
  • Wie viele Verletzte sind zu beklagen?

2.) Stromfluss unterbrechen

Dieser Punkt dient, neben der Muskelentkrampfung beim Betroffenen, die oftmals dazu führt, dass der Patient das Gerät nicht loslassen kann, vor allem dem Selbstschutz. Als Ersthelfer ist strikt darauf zu achten, nicht selbst in den Stromkreis zu geraten. Die Unterbrechung geschieht entweder durch das Entfernen der Sicherung, Stecker ziehen oder durch das Ausschalten des Geräts. Bei einer anliegenden Spannung von über 1.000 Volt (Hochspannungsbereich) braucht es hierfür einen weiteren Fachmann. Für die Retter ist bis dahin ein Sicherheitsabstand von mindestens fünf Metern einzuhalten.

3.) Stabile Seitenlage

Selbst, wenn das Unfallopfer bei Bewusstsein ist, sollte es, bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts, in die stabile Seitenlage gebracht werden. Schmerzen durch Brandwunden, Kreislaufprobleme und Schockzustände können zu Erbrechen führen. Aus diesem Grund sind die Atemwege freizuhalten und eventuell vorhandene Zahnprothesen zu entfernen.

4.) Brandwunden versorgen

Je nach Stärke und Dauer des Stromschlags treten kleinere oder große Brandwunden, sogenannte Strommarken, auf, die versorgt werden müssen. Dies geschieht, wie bei allgemeinen Brandwunden auch, durch das Abdecken der Wunde mit einem sterilen metallbeschichteten Brandwundenverbandtuch, welches locker fixiert wird. Das entsprechende Material muss im vorgeschriebenen Erste-Hilfe-Koffer enthalten sein.

5.) Atmung und Bewusstsein überprüfen

Bis zur Übernahme des Patienten durch den Rettungsdienst ist regelmäßig auf die Atmung und den Bewusstseinszustand zu achten. Trösten und Ansprache mildern den Schockzustand.

6.) Wiederbelebungsmaßnahmen

Kommt es zu Atemstillstand und Kreislaufversagen mit Bewusstlosigkeit, muss die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) angewandt werden und zwar solange bis die Atmung wieder einsetzt oder der Rettungsdienst beim Verletzten angekommen ist.

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