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Energieverbrauchsrelevante Produkte

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Umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte (Bildquelle: Thinkstock) - Bild
Umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte (Bildquelle: Thinkstock)

Die Begriffe wandeln sich recht schnell. Lange Zeit hieß es in Deutschland mal Eco-, mal Öko-Design, in der EU EUP-Design (für energy using product) und seit 2011 ErP-Design für energieverbrauchsrelevante Produkte.

Die Rahmenrichtlinie 2009/125/EG, die die Vorgängerversion 2005/32/EG ersetzt, dient zur Schaffung eines Rahmens für die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte.

Eine wichtige Besonderheit

Diese Richtlinie verweist auf Verordnungen, die die sehr allgemeinen Anforderungen konkretisieren. Während Richtlinien vom nationalen Gesetzgeber in nationale Gesetze überführt werden müssen, um Rechtskraft zu entfalten, gelten Verordnungen in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sofort und sind ab dem in der Verordnung genannten Termin verbindlich anzuwenden!

Deutsche Umsetzung

Das Energieverbrauchsrelevante-Produkte-Gesetz (EVPG) setzt die Rahmenrichtlinie zur umweltgerechten Gestaltung energiebetriebener Produkte (Richtlinie 2009/125/EG, auch ErP- oder Ökodesignrichtlinie) der Europäischen Union (EU) in deutsches Recht um. Der deutsche Gesetzgeber benennt damit das EBPG in EVPG um. Ebenso ist das Gesetz etwas schwer zu lesen, da, wie für deutsche Juristen üblich, nur die Änderungen aufgelistet werden.

Achtung: Viele Verordnungen stehen in direktem Zusammenhang mit der CE-Kennzeichnungspflicht. Es sind zwar andere Ämter und leider oft genug andere Begriffsdefinitionen, dennoch kann es vorkommen, dass diese Richtlinie deklariert werden muss, wenn eine Verordnung dies vorsieht. Dann ist auf der Konformitätserklärung z.B. neben der EMV-Richtlinie die ErP-Design-Richtlinie 2009/125/EG aufzulisten und neben den EMV-Normen dann die Verordnung, die für das Produkt anzuwenden ist, aufzulisten.

Manche Verordnung wird etwas ungewohnt interpretiert, so kann ein Händler gezwungen werden, gewisse Untersuchungen durchzuführen – auch wenn der Hersteller bereits in der EU ansässig ist! Insofern bedanken wir uns, dass Vater Staat auch durch die Wahl der Überwachungsbehörden für Mehrarbeit bei Herstellern, Händlern, Beratern und Verlagen sorgt – der Kunde muss es zahlen.

Übersicht der aktuellen Verordnungen

Reine B2B- bzw. Industrieprodukte

  • Elektromotoren VO (EG) Nr. 640/2009

Allgemein genutzte Produkte

  • Leerlaufverluste (Stand-by) VO (EG) Nr. 1275/2008
  • Ladegeräte und Netzteile VO (EG) Nr. 278/2009
  • Bürobeleuchtung und Straßenbeleuchtung VO (EG) Nr. 245/2009
  • Umwälzpumpen VO (EG) Nr. 641/2009
  • Ventilatoren mit Leistungen von 150 W bis 500 kW VO (EU) Nr. 327/2011
  • Lichtquellen VO (EG) Nr. 244/2009

Verbraucherprodukte

Diese Verbraucherprodukte haben oft zusätzlich eine Energieverbrauchs-Kennzeichnungspflicht – wir haben gleich dazu noch die Auflistung zu diesem Thema Energielabel. Dabei ist die Dynamisierung der Energieeffizienzklassen zu beachten:

Abb. 1: Dynamisierung Energieeffizienzklassen

files/content/grafiken/Energieverbrauchsrelevante Produkte/02.jpg

  • Fernsehgeräte VO (EG) Nr. 642/2009
  • Energieverbrauchskennzeichnung VO (EU) Nr. 1062/2010
  • Klima- und Lüftungstechnik im Haushalt VO (EU) Nr. 206/2012
  • Energieverbrauchskennzeichnung VO (EU) Nr. 626/2011
  • Kühl- und Tiefkühlgeräte im Haushalt VO (EG) Nr. 643/2009
  • Energieverbrauchskennzeichnung VO (EU) Nr. 1060/2010
  • Geschirrspüler und Waschmaschinen im Haushalt VO (EU) Nr. 1015/2010
  • Energieverbrauchskennzeichnung VO (EU) Nr. 1061/2010
  • Energieverbrauchskennzeichnung VO (EU) Nr. 1016/2010
  • Energieverbrauchskennzeichnung VO (EU) Nr. 1059/2010
  • SSTB Einfache Set-Top-Boxen VO (EG) Nr. 107/2009

Energielabel

Während die Ökodesign-Richtlinie technische Verbesserungen bei Produkten voranbringt, ermöglicht die Pflichtkennzeichnung mit dem Energieetikett (auch Energielabel) mehr Transparenz und Information für Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Energieverbrauchskennzeichnungsrichtlinie schafft dafür den Rahmen. Für folgende Produktgruppen hat die Kommission bisher mittels Durchführungsrichtlinien die Kennzeichnung eingeführt:

  • Haushaltskühl- und Gefriergeräte sowie deren Kombinationen (94/2/EG und 2003/66/EG)
  • Haushaltswaschmaschinen (95/12/EG)
  • Haushaltswäschetrockner (95/13/EG)
  • Haushalts-Wasch-Trockenautomaten (96/60/EG)
  • Haushaltsgeschirrspüler (97/17/EG)
  • Haushaltslampen (98/11/EG)
  • Raumklimageräte (2002/31/EG)
  • Elektrobacköfen (2002/40/EG)

Autor: Dipl.-Ing. Jo Horstkotte

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