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Elektroindustrie und Elektrohandwerk: Gute Aussichten für 2016

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Gebäudefunktionen per Tablet steuern
Gebäudefunktionen per Tablet steuern (Bildquelle: scyther5/iStock/Thinkstock)

Industrie 4.0, Smart Home und Energieeffizienz sind die Schlagworte, die uns auch in diesem Jahr begleiten werden. Davon gehen jedenfalls die großen Branchenverbände ZVEI und ZVEH aus. Die wirtschaftlichen Aussichten sowohl für die Elektroindustrie wie das Elektrohandwerk werden daher positiv gesehen. Ein kritischer Punkt bleibt jedoch der Fachkräftemangel.

Der Jahresbeginn ist nicht nur die Zeit der guten Vorsätze, sondern auch die der Prognosen. In der Elektrobranche scheint die konjunkturelle Stimmung gut zu sein. Der Trend zu energieeffizienten und vernetzten Lösungen für Beleuchtung und Elektroinstallation in privaten wie öffentlichen Gebäuden bringt jedoch auch einen Bedarf an Zusatzqualifikation der Mitarbeiter mit sich.

ZVEH: Energie- und Gebäudetechnik füllen Auftragsbücher

Schon die Herbstumfrage erbrachte äußerst erfreuliche Ergebnisse. 19 von 20 Betrieben des Elektrohandwerks betrachteten ihre Geschäftslage als positiv. Der bundesweite Geschäftsklimaindex der E-Handwerke steht mit 76,7 Punkten auf einer Skala von null bis hundert auf einem neuen Allzeithoch. Diese Zahlen veröffentlichte der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH).

Die wichtigsten Umsatzzweige sind die Energietechnik und die Gebäudetechnik. Danach folgen Informations- und Telekommunikationstechnik sowie Automatisierungstechnik. Eine wichtige Rolle für das Elektrohandwerk spielen auch die Märkte rund um Energiemanagement und Energieeffizienz. Hier sieht der ZVEH in seiner Prognose auch für 2016 große Chancen.

Immer stärker werden nicht mehr Produkte im eigentlichen Sinne verkauft, sondern Dienstleistungen, z.B. rund um die intelligent vernetzte Gebäudetechnik in den sogenannten „Smart Homes“. Der Kunde wünscht, immer mehr Gebäudefunktionen, von Licht über Heizung und Lüftung bis zur Zutrittskontrolle und Überwachung, über ein gemeinsames Endgerät zu steuern. Dies muss installationstechnisch umgesetzt und diese Installationen gewartet werden, viele Aufgaben für Elektrobetriebe. Diese sind dafür jedoch auf qualifizierten Fachkräftenachwuchs angewiesen. Stete Weiterbildung und Zusatzqualifizierungen sind gefragt.

ZVEI: Wachsende Märkte für Lichttechnik und Installationssysteme

Die Exporte der deutschen Elektroindustrie sind zuletzt deutlich gestiegen. Im Oktober z.B. um 4.3 % Prozent gegenüber dem Vorjahreswert auf 15,4 Milliarden Euro. Während die Branchenausfuhren nach China zurückgehen, wachsen – auch bedingt durch den schwächeren Euro – die Exporte in die USA. Doch auch in den Exportgeschäften mit einigen europäischen Ländern zeigen sich zweistellige Zuwachsraten, wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) berichtet.

Konkreter wird der ZVEI auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der Frankfurter Messe Light+Building. Die wichtigsten Märkte derzeit sind Lichttechnik und Installationssysteme. Treiber sind zum einen der Wohnungsbau, zum anderen der Bedarf an Außenbeleuchtung an öffentlichen Gebäuden wie z.B. Schulen.

In der Beleuchtungstechnik setzt sich der rasante Wandel zur LED-Technologie fort. Auf der Light+Building im März dürften für sämtliche Beleuchtungsaufgaben fast nur noch LED zu sehen sein. Und die Entwicklung geht insofern weiter, als intelligente Beleuchtungssysteme gefragt sind. Dazu müssen herstellerspezifische Insellösungen zunehmend vernetzt werden. Angestrebt werden Lichtlösungen, die Komfort, Energieeffizienz und eine einfache Bedienung kombinieren.

Einen Nachholbedarf sieht der ZVEI bei der energieeffizienten Elektrosanierung. Bis zu 70 Prozent der Wohngebäude in Deutschland entsprechen nicht den heutigen Mindeststandards. Der ZVEI fordert deshalb, dass die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ihre bestehenden Förderprogramme für energieeffiziente Gebäude auf die Elektrosanierung ausweitet.

Autor: Dr. Friedhelm Kring

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