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Das sind die Trends der Light + Building 2016

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Auch die klassische Elektrotechnik ist auf der Light + Building zu sehen
Auch die klassische Elektrotechnik ist auf der Light + Building zu sehen (Bildquelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Jens Liebchen)

In diesen Tagen findet in Frankfurt die Light + Building statt. Das Motto der weltgrößten Messe für Licht und Gebäudetechnik lautet „Where modern spaces come to life: digital – individuell – vernetzt". Rund 2.500 Aussteller präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen rund um die Themen Licht, Elektrotechnik, Haus- und Gebäudeautomation. Wichtige Zielgruppe der Messe sind neben Architekten, Innenarchitekten, Planern und Ingenieuren auch Elektrohandwerker, Elektrohandel und Elektroindustrie.

Noch bis zum 18. März findet die Light + Building in den Frankfurter Messehallen statt. Fast 250.000 Quadratmeter sind von den 2.495 Ausstellern belegt, darunter alle Marktführer. Eine einfachere Möglichkeit, sich in Sachen Beleuchtung und Gebäudetechnik auf den neuesten Stand zu Trends und Entwicklungen zu bringen, wird es so schnell nicht wieder geben.

Licht und Beleuchtung

Mit rund 1.650 Ausstellern stellt das Produktsegment Licht einen Schwerpunkt der Messe dar. Zentrales Thema ist neben der inzwischen nicht mehr ganz so neuen LED-Technologie die Digitalisierung der Lichtsteuerung. Beleuchtung wird vernetzt und einzelne Lichtaspekte wie Lichtfarbe oder Helligkeit können individuell angepasst und bedarfsgenau gesteuert werden. Dies ist nicht nur für den privaten Haushalt interessant, sondern auch für Arbeitsplätze. Denn die Zusammenhänge von Licht und Leistungsfähigkeit, Licht und Wohlbefinden oder Licht und Gesundheit sind längst bekannt, wenn auch im Detail nicht unumstritten.

Auf der Messe findet man diese Aspekte unter neuen Kunstbegriffen wie „Human Centric Lighting“. Diese Wortschöpfung soll zum Ausdruck bringen, dass Licht biologische Wirkungen hat und Beleuchtung sich daher auf den Menschen ausrichten sollte. Zu den Anwendungsbereichen gehört z.B. auch das sogenannten Shoplighting, bei dem Lichteigenschaften gezielt als verkaufsfördernde Elemente eingesetzt werden.

Abb. 1: Lichtlösungen für jeden Geschmack (Bildquelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Jean-Luc Valentin)

Lichtlösungen für jeden Geschmack

Ebenfalls auf der Messe zu sehen ist, wie Beleuchtung und Lichtkonzepte immer stärker in Architektur und Planung Einzug halten. Dies gilt nicht nur für Einzelgebäude, sondern auch für die Außenbeleuchtung, die Straßenbeleuchtung, das Anstrahlen von Gebäuden und andere Beleuchtungslösungen für den öffentlichen Bereich. Designleuchten, technische Leuchten und Lampen in allen Variationen für unterschiedliche Anwendungen sind auf der Light + Building zu sehen.

Vernetzte Gebäudetechnik

Der zweite große Messeschwerpunkt liegt auf der vernetzten, intelligenten Gebäudetechnik. Smarte Technologien werden mehr und mehr zur Basis moderner Haus-und Gebäudeautomation (HGA) im Smart Home. Leider ist das so oft gehörte „smart“ nicht klar definiert. Der Begriff ist geschickt gewählt, wer möchte nicht smart sein und von smarter Technik umgeben? Doch was bedeutet „smart“ im Zusammenhang mit Gebäudefunktionen? Je nach Hersteller und Anbieter sind das eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften:

  • einfach zu installieren (aber auch vom privaten Endkunden?)
  • vernetzte Module, die dennoch individuell zu steuern sind
  • automatisierte Lösungen, die sich im Hintergrund um Komfort und Sicherheit kümmern
  • intelligent mitdenkende Funktionseinheiten, die z.B. den Energieverbrauch verringern helfen
  • Funktionen, die sich durch Zuruf steuern lassen, was z.B. alten und kranken Menschen das Leben erleichtern soll
  • Geräte, die lernfähig sind und sich vollautomatisch den Gewohnheiten der Hausbewohner anpassen
  • Systeme für ein effizientes Facility Management, was die Betriebskosten reduzieren soll
  • direkte Anbindung an die eigenen Kommunikationsgeräte und -kanäle, so dass man z.B. von unterwegs schon mal die Heizung höher drehen kann

Ziel ist ein nachhaltigeres, bequemeres und gleichzeitig effizientes Bewirtschaften von Gebäuden. Bislang einzeln geplante und unabhängig voneinander implementierte Hausfunktionen wie Beleuchtung, Sanitär-, Heizung-, Klima-, Kälte- und Lüftungstechnik, Feuerlöscheinrichtungen und Zutrittskontrolle werden nun miteinander vernetzt und gleichzeitig fernsteuerbar. Dabei ist oft eine Herausforderung, die Produkte und Systeme der einzelnen Anbieter in übergeordnete Gebäudemanagementsysteme zu integrieren.

Inwiefern dies neue Risiken mit sich bringt, z.B. hinsichtlich Ausfallwahrscheinlichkeiten und -folgen, Datenschutz und Datensicherheit, kann noch nicht genau abgeschätzt werden. Zumal in Sachen Sicherheit stets auch der Endnutzer gefragt ist, indem er z.B. sichere Passwörter verwendet, sein WLAN hochwertig mit WPA2 verschlüsselt oder ein Virtual Private Network (VPN) nutzt. Hier ist der Beratungsbedarf hoch.

Wie Digitalisierung und Vernetzung im Smart Home mit bereits auf dem Markt erhältlichen Produkten konkret umsetzbar sind, kann man sich im sogenannten „E-Haus“ des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) anschauen.

Zukunftsweisende Marktpotenziale für die Elektrobranche

Ob die Umrüstung eines Unternehmens auf strom- und kostensparende LED-Beleuchtung, die Installation von Fluchtwegsicherungssystemen, Zutrittskontrollsystemen, Rauch-Wärme-Abzugsanlagen oder intelligenten Steuerungen von Fenstern und Lüftungsanlagen, die Aufgaben für Elektrofachbetriebe gehen nicht aus.

Der oft hohe Beratungsbedarf beim Kunden setzt jedoch entsprechendes Knowhow der Mitarbeiter voraus, was oftmals eine Weiterbildung erforderlich machen dürfte. Fachkenntnisse in Netzwerk- und Informationstechnologie sind im Elektrohandwerk ebenso gefragt wie Kompetenz in Projektplanung und -steuerung. Kurzum: Wer als Elektroinstallateur gleichzeitig über fundiertes IT-Wissen verfügt, Smart Grid-Technologien beherrscht und willens ist, seine Kunden authentisch und herstellerneutral zu beraten, muss sich um die berufliche Zukunft derzeit wenig Sorgen machen.

Autor: Dr. Friedhelm Kring

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