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"Gefährdungsbeurteilung – Der wichtigste Schritt zur persönlichen Absicherung"

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Darf nur eine befähigte Person elektrische Arbeitsmittel prüfen?

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Elektrotechnische Prüfungen erfordern besondere Qualfikationen.
Elektrotechnische Prüfungen erfordern besondere Qualfikationen.

Für die sichere Durchführung von Prüfungen elektrischer Arbeitsmittel und die Beurteilung der Messergebnisse sind eine hohe Qualifikation, Fachwissen und Erfahrung des Prüfpersonals unerlässlich.

Sicherheit wird groß geschrieben

In vielen Fällen sind neben der elektrischen Sicherheit auch andere Gefährdungen bei der Beurteilung durch die prüfende Person zu berücksichtigen.

Bei der Durchführung einer ordnungsgemäßen Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel kann es zu einer Gefährdung des Prüfers und/oder der Prüfumgebung kommen. Der Prüfer muss so etwas erkennen und berücksichtigen können. Außerdem muss er wissen, welche Schutzmaßnahmen er zu treffen hat. Aus diesem Grund dürfen Prüfungen nur von hierzu befähigten Personen durchgeführt werden.

Arbeitsschutz ist Unternehmerpflicht

Der Unternehmer trägt nach Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und Bürgerlichen Gesetzbuch (BG) die Auswahlverantwortung für die Personen, die von ihm mit der Durchführung der wiederkehrenden Prüfungen zur Erhaltung des ordnungsgemäßen Zustands der Arbeitsmittel beauftragt werden. Denn Arbeitsschutz ist eine primäre Unternehmerpflicht.

Anforderungen an das Prüfpersonal

Zur erforderlichen Qualifikation der befähigten Person gehören also die

  • Berufsausbildung,
  • die Berufserfahrung
  • und die zeitnahe berufliche Tätigkeit.

Aus diesen Forderungen wird deutlich: der sicherheitstechnischen Beurteilung elektrischer Arbeitsmittel liegt immer die Qualifikation einer Elektrofachkraft mit zeitnahem Einsatz im entsprechenden Tätigkeitsbereich und die Kenntnis der aktuellen Normen, Verordnungen und Gesetze zugrunde.

Die EuP darf prüfen - aber nur unter Aufsicht

Die DGUV Vorschrift 3 (BGV A3) und die Verkaufsprospekte vieler Messgerätehersteller verweisen immer auf einen automatisierten Messablauf mit eindeutiger Aussage (sogenannte rot/grün- Anzeige), mit dem auch eine elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) diese Prüfung machen kann.

Durchführungsanweisung zu § 5 der DGUV Vorschrift 3 (BGV A3)

"Stehen für die Mess- und Prüfaufgaben geeignete Mess- und Prüfgeräte zur Verfügung, dürfen auch elektrotechnisch unterwiesene Personen unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft prüfen."


Leider wird der letzten Passage unter Leitung und Aufsicht sehr häufig keine Rechnung getragen. Oftmals wird z.B. der Hausmeister auf ein 2-tägiges Seminar geschickt und danach komplett eigenverantwortlich mit der ordnungsgemäßen Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel betraut.

Die eben beschriebene Vorgehensweise war und ist natürlich, wegen der fehlenden Leitung und Aufsichtsführung, nicht rechtskonform!
Zur Konkretisierung der Forderung aus dem § 2 Abs.7 der BetrSichV trat die TRBS 1203 Teil 3 (Elektrische Gefährdungen) im September 2006 in Kraft.

Anforderungen an die befähigte Person

Folgende Anforderungen resultieren aus der TRBS 1203 Teil 3:

Berufsausbildung

Die befähigte Person für die Durchführung von Prüfungen zum Schutz vor elektrischen Gefährdungen muss:

  • eine elektrotechnische Berufsausbildung abgeschlossen haben oder
  • eine andere, für die vorgesehenen Prüfaufgaben, vergleichbare elektrotechnische Qualifikation nachweisen.

Der Arbeitgeber/Unternehmer hat zu prüfen:

  • ob die elektrotechnischen und die darüber hinaus notwendigen Kenntnisse ausreichen, um die durchzuführenden Arbeiten zu beurteilen und die entstehenden Gefahren zu erkennen

Und ganz wichtig:

  • Liegt ein Dokument vor, das die relevanten Inhalte der Qualifikation wiedergibt?

Berufserfahrungen

Die befähigte Person muss Erfahrungen im praktischen Umgang mit zu prüfenden Arbeitsmitteln während eines nachgewiesenen Zeitraums gesammelt haben.

Die TRBS 1203 legt fest, dass eine mindestens einjährige Erfahrung bei der Errichtung, dem Zusammenbau oder der Instandhaltung von elektrischen Arbeitsmitteln und/oder Anlagen notwendig ist, um die befähigte Person in die Problematik der Prüfung von elektrischen Arbeitsmitteln einzuarbeiten.
Während der praktischen Tätigkeit muss die befähigte Person Erfahrungen gesammelt haben:

  • mit intakten elektrischen Arbeitsmitteln (Aufbau, bestimmungsgemäßer Betrieb, möglicher Fehlgebrauch, Prüfumfang, Prüfablauf),
  • mit diesen Arbeitsmitteln in Störungs- und Instandsetzungssituationen und
  • bei der Durchführung wiederkehrender oder vergleichbarer Prüfungen sowie bei ihrer Bewertung.

Zeitnahe berufliche Tätigkeit

Die befähigte Person muss eine zeitnahe berufliche Tätigkeit entsprechend der Prüfaufgabe ausgeübt haben. Das bedeutet, dass die Berufserfahrungen praktisch und aktuell sein müssen.
Sie muss über die für die vorgesehenen Prüfaufgaben im Einzelnen erforderlichen Kenntnisse der Elektrotechnik sowie der relevanten technischen Regeln verfügen.
Außerdem muss die befähigte Person eine für elektrische Gefährdungen angemessene Weiterbildung betreiben, um die vorhandenen Kenntnisse zu aktualisieren. Die Weiterbildung kann z. B. durch Teilnahme an Schulungen oder an einem einschlägigen Erfahrungsaustausch erfolgen.
An dieser Stelle gibt die TRBS dem Arbeitgeber eine recht große Freiheit bei der Auswahl der erforderlichen Weiterbildungsmaßnahmen.

Wichtig ist, dass bei einem möglichen Unfall klar und deutlich die erforderliche Befähigung des Prüfers belegbar ist.

Durch die geforderte Weiterbildung ist fast ausgeschlossen (Ausnahme Selbststudium…), dass eine Person, die zwar einen Gesellen/Facharbeiterbrief besitzt, aber über keinerlei fachliche Weiterbildung verfügt, eine befähigte Person im Sinne der TRBS 1203 darstellt.

Eine elektrotechnisch unterwiesene Person besitzt natürlich auch nicht die geforderte Befähigung nach TRBS 1203.

Fazit

Die vorstehend genannten Personenkreise dürfen nur unter der Leitung und Aufsicht einer befähigten Person (Anforderung siehe TRBS 1203) für das Prüfen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel eingesetzt werden.
Die befähigte Person muss die zur Anwendung kommende Prüftechnologie vorgeben und ist für die Auswertung der Prüfergebnisse verantwortlich.
Das heißt, es müssen sogenannte Prüfteams gebildet werden.

Das ist auch gut so. Wer nicht nur Plaketten auf seinen elektrischen Arbeitsmitteln haben will, und damit glaubt eine lästige Pflichtmaßnahme abhaken zu können, sondern sicherstellen will, dass den Beschäftigten nur elektrische Arbeitsmittel zur Verfügung stehen bei denen Sicherheit und Gesundheitsschutz gewährleistet sind, der muss die Prüfung vor elektrischen Gefährdungen zwingend von einer für diese Aufgabe befähigten Person oder unter deren Leitung und Aufsicht durchführen lassen.

Wer die Sicherheit von elektrischen Geräten prüft, muss nicht nur die Messtechnik beherrschen und die Grenzwerte kennen, er muss vor allem die Messwerte interpretieren können.

Ein noch nicht erreichter Grenzwert (also grün) kann durchaus bedeuten, dass das Gerät nicht in Ordnung ist, da der Messwert ein Vielfaches des angemessenen Werts beträgt und auf eine schleichende Verschlechterung hinweist. Der automatisierte messtechnische Ablauf wertet jedoch "in Ordnung" also grün. Ob die gemessenen Werte zu einem ordnungsgemäßen Zustand des Prüflings passen, muss allerdings der Prüfer entscheiden.

Das kann keine auf die Schnelle angelernte Kraft. Diese Aufgabe kann nur von einer besonders befähigten Person ausgeführt werden. Sie muss neben einer fundierten Grundausbildung in der Elektrotechnik für diese Prüfungen besonders geschult und die relevanten elektrotechnischen Regeln und Vorschriften sehr gut kennen und zur Anwendung bringen. Auch muss sie ständig auf den neusten Stand der Normen, Verordnungen und Gesetze sein.

Autor: Stefan Euler, Team MEBEDO, BDSH geprüfter Sachverständiger für das Prüfen elektrischer Arbeitsmittel

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Neueste Kommentare

Peter am 29.08.2016

Die "Vorteile" sind an den Haaren herbeigezogen. Unsere Verlängerungskabel und Steckernetzteile verbrauchen nach einer Prüfung auch nicht mehr Strm als ...

Albrecht.Friedrich am 23.08.2016

Servus,
in Deutschland gibt es genug Elektroanlagen die sich in grauenhaftem Zustand befinden, da muß man nicht weit reisen. Woanders ist es anders aber andere machen auch einiges besser. In ...

Matthias am 23.08.2016

Gerade bei Installationen in anderen Ländern muß man halt immer auch die lokalen Gepflogenheiten/Gesetze beachten, wie ich bei vielen Überprüfungen im Medizinbereich lernen mußte. ...

Martin am 23.08.2016

...
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