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Blitzschutz bleibt ohne Alternative

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Ohne Blitzschutzsysteme sind Elektrogeräte und -einrichtungen bedroht
Ohne Blitzschutzsysteme sind Elektrogeräte und -einrichtungen bedroht (Bildquelle: Richard Schmidt-Zuper/iStock/Thinkstock)

Dies zeigen erneut die neuesten Daten der Blitzforscher. Zum Schutz von Gebäuden, elektrischen Geräten und Anlagen gibt es bewährte Verfahren und Produkte. Die Einrichtung und Prüfung von Blitzschutzsystemen gehört in die Hände fachkundiger Personen. Häufig werden auch Elektrofachkräfte in diese Aufgaben einbezogen, ob das Prüfen eines Fundamenterders oder das Installieren von Systemen zum Überspannungsschutz.

Installieren von Überspannungsschutz ist Sache der Elektrofachkraft

Zum Blitzschutz gehören sämtliche Maßnahmen, mit denen direkte oder indirekte Schäden an und in Gebäuden sowie der technischen Gebäudeausstattung vermieden werden sollen. Grund der Schäden ist meist eine Überspannung als Folge von direkten oder indirekten Blitzeinschlägen. Unterschieden wird ein äußerer und innerer Blitzschutz von Gebäuden.

Für viele Gebäudetypen sind Blitzschutzsysteme in den Landesbauordnungen und Richtlinien der Länder verpflichtend vorgeschrieben. Diese müssen regelmäßig von einer Blitzschutzfachkraft geprüft werden. Deren Anforderungsprofil lehnt sich an das einer Elektrofachkraft an. Laut dem zuständigen Komitee für Blitzschutz im DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE) gilt als Blitzschutzfachkraft (BFK), wer „aufgrund seiner fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Normen Blitzschutzsysteme planen, errichten und prüfen kann.“

Empfohlene Zeitabstände zwischen den Wiederholungsprüfungen von Blitzschutzsystemen: (Quelle: „Die Elektrofachkraft in der betrieblichen Praxis“.)

Schutzklasse/Gefährdungspegel I:

  • Zeitabstand zwischen den Wiederholungsprüfungen: 2 Jahre
  • Zeitabstand einer Sichtprüfung von einer Wiederholungsprüfung: 1 Jahr

Schutzklasse/Gefährdungspegel II:

  • Zeitabstand zwischen den Wiederholungsprüfungen: 4 Jahre
  • Zeitabstand einer Sichtprüfung von einer Wiederholungsprüfung: 2 Jahre

Schutzklasse/Gefährdungspegel III:

  • Zeitabstand zwischen den Wiederholungsprüfungen: 6 Jahre
  • Zeitabstand einer Sichtprüfung von einer Wiederholungsprüfung: 3 Jahre

Technisch umgesetzt wird der Gebäude-Blitzschutz durch eine Blitzschutzanlage. Diese besteht aus

  • Erdungsanlage
  • Ableitungseinrichtungen
  • Fangeinrichtungen
  • Überspannungsschutz

Schon die Erdungsanlage sollte nur durch eine Elektrofachkraft bzw. Blitzschutzfachkraft angeschlossen werden. Oft wird der Blitzschutz an einem vorhandenen Fundamenterder realisiert. Nach Anschluss muss der Erdwiderstand über eine Durchgangsmessung von einer befähigten Person geprüft und dokumentiert werden.

622.636 Blitzeinschläge in Deutschland in 2014

Der von Siemens betriebene Blitz-Informationsdienst (BLIDS) registrierte im letzen Jahr 622.636 Blitzeinschläge in Deutschland. Diese Blitze können der Grund sein für viele Schäden an elektrischen Geräten. Da immer mehr Elektrogeräte mit immer mehr Elektronik ausgestattet werden, nimmt diese Gefahr zu. Denn je mehr hochempfindliche Elektronikbauteile im Einsatz sind, desto eher kann es zu einem Schaden selbst dann kommen, wenn der Blitz in einiger Entfernung einschlägt.

240 Millionen Euro Sachschäden durch Blitze im Jahr 2014

Laut Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft werden in Deutschland pro Jahr zwischen 300.000 und 500.000 Blitz- und Überspannungsschäden gemeldet. Die Schadenssumme belief sich im vergangenen Jahr auf rund 340 Millionen Euro.

An etwa 150 Messstationen in Deutschland und den Nachbarländern messen die Blitzforscher von Siemens die elektromagnetischen Felder von Blitzen. Jeder Blitz sendet elektromagnetische Signale aus. Die Messstationen erfassen diese Signale bis auf 200 Meter genau, die Messdaten werden per GPS synchronisiert. Durch Auswertung der Signale der Messempfänger können die Experten in der BLIDS-Zentrale in Karlsruhe daher genau feststellen, wo ein Blitz eingeschlagen ist.

Bereits seit 1991 registriert Siemens Blitzereignisse. Ziel ist der Schutz von Menschen, Technik und Infrastruktur. Registrierte Kunden werden bei Blitzgefahr umgehend informiert. Zu den Gewitteralarm-Empfängern gehören nicht nur Wetterdienste, sondern auch Versicherungen, Industriebetriebe sowie Betreiber von Stromnetzen. Bei Stromausfall in einer Überlandleitung kann so z.B. schneller geklärt werden, ob ein Blitz oder ein umgestürzter Baum die Ursache ist. Damit ist es oft möglich, die Leitung deutlich schneller wieder ans Netz zu nehmen.

Im Süden blitzt es häufiger als im Norden – exakte Vorhersage unmöglich

Eine genaue Blitzvorhersage ist leider nicht möglich. Denn die Blitzentstehung ist abhängig von der Großwetterlage und den jeweiligen Temperaturen vor Ort. Insgesamt treten Blitze im Süden Deutschlands häufiger auf als in Norddeutschland. Während in Süddeutschland im Durchschnitt an 35 Tagen im Jahr Gewitter auftreten, kommt das im Norden nur an 20 Tagen vor.

Ohne Blitzschutzsysteme sind Elektrogeräte und -einrichtungen bedroht

Deutschlands Hauptstadt der Blitze ist laut den jüngsten Daten Blitz-Informationsdienstes übrigens Cottbus in Brandenburg mit 8,42 Blitzen pro Quadratkilometer. Am Ende der Liste der Blitzhäufigkeit stehen der Landkreis Aurich in Ostfriesland und Passau in Niederbayern mit lediglich 0,23 Blitzen pro Quadratkilometer.

Autor: Dr. Friedhelm Kring

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